Die Fragen sind es, aus denen das, was bleibt, entsteht (Erich Kästner)

Archive for the ‘An Mich’ Category

Der Echtheitssinn

In An Mich on Februar 6, 2010 at 10:40 pm

Was stört uns eigentlich an elektrischen Christbaumkerzen, an verkauften Fussballspielen, an Parkettboden aus Laminat, an Hunderobotern, an Imitaten Leonardos, an synthetischen Klarinetten, an Helmut Kohls Tränen an Wolfgang Schäubles Krankenbett, an Schals aus Polyester, an künstlichen Aromastoffen, an virtuellen Kontakten, an gezuckertem Wein aus Russland, an Plastikpflanzen oder an YouTube-Scheinamateuren mit Major-Plattenvertrag? Warum zum Teufel muss denn alles echt sein? Haben wir etwa einen Echtheitssinn? Und wann endlich ist dieser Sinn weg-evolutioniert?

Wie hat das Internet Ihr Denken verändert?

In An Mich on Januar 17, 2010 at 3:04 pm

Foto: avatar-1

Diese Frage ist für das World Question Center die Frage des Jahres und wurde auch von der FAZ.net aufgegriffen. Was würde ich darauf antworten?

Spontaner Einfall: ich denke weniger, weil ich weniger Zeit zum Denken habe. Aber stimmt das denn? Denke ich nicht im Gegenteil mehr, weil ich durch das Internet mehr kommuniziere, mit mehr Ideen und Gedanken konfrontiert bin, einfach mehr Informationen aufnehme (und abwehren muss)?

Zweiter spontaner Einfall: mein Denken ist stärker fremdbestimmt und fremdgesteuert. Wahrscheinlich auch falsch. Auch vor dem Internet waren es andere Menschen, Bücher oder Filme, die mich inspirierten und zum Denken anregten.

Dritter spontaner Einfall: ich bin mir der Ergebnisse meines Denkens weniger sicher und damit noch skeptischer gegen Überzeugungen, Ideologien, Urteile geworden. Vielleicht auch etwas zynischer. Aber da ich das gleiche auch an anderen Menschen beobachte, die fast völlige Internetabstinenzler sind, liegt das vielleicht einfach an der Lebenserfahrung und dem Alter.

Noch was? Natürlich lese ich schneller, überfliege mehr, habe mehr Mut zur Lücke (wer kann es sich schon leisten, seinen Informationsteller täglich zu leeren?) und suche den Kern einer Information und ihren Nutzwert. Allerdings bin ich sehr wohl in der Lage, diesen Lesemodus auch wieder auszuschalten, einem Roman meine volle Konzentration zu widmen und ihn ohne Hast und auf der Suche nach Nutzen auf mich wirken zu lassen. Aber Lesen ist ja auch was völlig anderes als Denken. Falsches Thema!

Denke ich wirklich anders? Wie habe ich denn eigentlich vorher gedacht? Welche Arten des Denkens gibt es denn überhaupt? Warum sollte mein Denken denn von der Art der Kommunikationsgewinnung oder von meinem Kommunikationsverhalten abhängig sein? Shit, eigentlich eine gute Frage und dann habe ich doch wieder keine gescheite Antwort und nur lauter Gegenfragen zur Hand…

Ein Überblick über die Antworten anderer:

  • Geoffrey Miller kann aufgrund des Zugriffs auf viele Meinungen ein besseres Urteil bilden. Ist Urteilen denken?
  • Nassim Taleb hingegen glaubt, dass auch ein mehr von Informationen aus ihm keinen klügeren Menschen gemacht hat und das Internet extreme Modeerscheinungen und Extremsituationen fördert. Wie war nochmal die Frage?
  • Kevin Kelly scheint ähnlich zu empfinden wie ich: Mangel an Gewissheiten und mehr Zeit vor dem Bildschirm. Er gibt dann auch eine sehr direkte und interessante Antwort: „Mein Denken ist aktiver geworden, weniger kontemplativ. Statt auf eine Frage oder Intuition zunächst ziellos in meiner eigenen Unwissenheit herumzustochern, fange ich gleich damit an, etwas zu tun.
  • Gerd Gigerenzer kämpft gegen die ständigen Unterbrechungen durch die modernen Kommunikationsmittel. Zudem glaubt er, dass die Auslagerung von Informationen dem menschlichen Gehirn mehr Raum für kreative und assoziative Tätigkeiten lässt (nennt man das Denken?)
  • Nicholas Carr beklagt seinen eigenen Konzentrationsverlust und zieht den Schluss, dass sein Denken die Dinge nicht mehr wirklich durchdringt, sondern an der Oberfläche bleibt. Ist Konzentrieren bereits Denken?
  • Sam Harris beobachtet, wie stark er von der Information innerhalb seiner durch das Internet gewaltig gewachsenen Netzwerke abhängig geworden ist und das Gefühl hat, dass das Internet bereits mehr über ihn weiss als er selbst über sich. Ist Denken abhängig von einem Identitätsgefühl?
  • Chris DiBona hat sein Langzeitgedächtnis weitgehend verloren und bemerkt eine zunehmende Passivität beim Reisen, da man ja alles später noch mal genauer nachlesen oder schönere Fotos im Internet finden könne, glaubt aber, dass er dadurch mehr Zeit für die eigene Wahrnehmung und kreative Tätigkeiten – sprich Denken – hat.
  • John Markoff sieht das Internet als Medium, das unsere Neurosen spiegelt und verschärft, den Menschen in Daten verwandelt und seiner traditionellen Werte beraubt. Mir scheint, er hat nicht wirklich auf die Frage geantwortet.

Und nun?

Das Internet lehrt Demut

In An Mich on Oktober 15, 2009 at 10:53 pm
Foto: alles-schlumpf

Foto: alles-schlumpf

Das Internet lehrt Demut. Demut vor der Vielzahl kreativer Ideen, Demut vor der Vielzahl faszinierender Persönlichkeiten, Demut vor der Vielzahl origineller Meinungen, Demut vor der Vielzahl von Erfolgsgeschichten. Demut vor der menschlichen Leistungsfähigkeit, deren Breite und Vielfalt man früher nicht erkunden konnte.

Das Internet erlaubt einen Blick in die Weite, in die Unendlichkeit der Möglichkeiten und der unzähligen Wege durch das Leben. Es zeigt uns das, was wir verpasst haben. Es zeigt uns das, was wir hätten werden können. Und es relativiert unsere eigene überzogene Meinung von uns selbst. Alle regionalen Champions (mit einer einzigen Ausnahme) finden ihren Meister, wenn sie sich auf höherer Ebene messen. Es gibt an allen 40000 Schulen in Deutschland einen Besten. Es gibt unzählige Bezirksmeister, Vorstadt-Casanovas und Seewiesen-Maradonas. Was vorher durch eine abstrakte statistische Hochrechnung hätte herausgefunden werden können, bietet sich nun in anschaulichen Geschichten dar: ich bin nirgendwo der beste. Nicht mal der Coolste unter den Besten oder der Beste unter den Coolsten.

Die Illusion, etwas Besonderes zu sein, kann eigentlich nur bewahrt werden, wenn wir unsere Welt klein halten, wenn wir den Tellerrand mit Sichtblenden umzäunen, wenn wir unseren Freundeskreis überschaubar halten, wenn wir eine Distanz zum Fernen behalten können, wenn wir unsere Königreiche einmauern.

Und die, die das nicht tun, die daran arbeiten, die Dunbar-Nummer nach oben zu schrauben, die sich der Ferne aussetzen und der Kälte der unfassbar grossen Zahlen – wie halten die sich warm?

„Die Wahrheit ist das beste Bild“

In An Mich on September 16, 2009 at 9:34 am

…sagte Robert Capa. Sein Bild vom fallenden Soldaten aus dem spanischen Bürgerkriegs wurde zur Ikone der Kriegsfotografie und begründete Capas Karriere als Fotograf. Nun hat ein spanischer Wissenschaftler herausgefunden, dass das berühmte Bild höchstwahrscheinlich inszeniert wurde – weit weg vom Kriegsgeschehen mit einem auch nach dem Schuss (mit der Kamera) quicklebendigen Soldatendarsteller. Zu Francos Zeiten wäre die Entlarvung ein Sprengsatz gewesen – und kontraproduktiv für die republikanische Sache. Und heute? Was soll man damit jetzt anfangen? Ändert sich was an unserem Blick auf den Krieg – oder auf den Fotografen? Wenn die Wahrheit zu spät kommt, wird sie mit Irrelevanz bestraft (wie auch der Mord an Benno Ohnesorg durch einen Stasi-Mann). Vielleicht sollte man sich durch solche Beispiele auch einfach nur bewusst werden, dass die Geschichtsschreibung ein dynamischer, niemals endender Prozess ist, der sich der Wahrheit bestenfalls kreisend nähern kann und oft genug auf Umwege gerät?

Erwiderung an den freundlichen Herrn (mit und ohne Messer)

In An Mich on August 7, 2009 at 5:37 pm

Wenn dir dieser freundliche, leicht verwirrt wirkende Herr aus dem Video gegenübersitzt, der ein paar seiner Freundinnen mit Messern und Pistolen in eine Villa geschickt hat, um dort alle Anwesenden zu töten und zu schänden (darunter eine Schwangere), und er dir auf die Frage, ob er Schuldgefühle oder Gewissensbisse habe, antwortet „Ich? Nach allem, was mir diese Gesellschaft angetan hat, soll ich Gewissensbisse haben? Habe ich nicht das gleiche Recht, euch anzutun, was ich für richtig halte? Was erwartet ihr wohl, was ich machen werde, wenn ich hier rauskomme, nachdem man mir mein ganzes Leben lang ins Gesicht gespuckt habt? Wenn ich überhaupt etwas bedaure, dann nicht das, was ich getan habe, sondern was ich nicht getan habe. Ja, wenn ich 300 Menschen getötet hätte, dann würde ich mich besser fühlen! Dann hätte ich das Gefühl, dieser Gesellschaft, etwas gegeben zu haben. Weisst du, wenn ich dich jetzt hier totschlagen könnte, ich würde mich nicht anders fühlen als beim Einkaufen.“, gibt es dann irgendeine Form der Erwiderung, die ihn überraschen könnte oder nachdenklich stimmen? 

Übrigens: würde die Erwiderung anders ausfallen, wenn der freundliche Herr ein Messer in der Hand hätte und keine sonstigen Personen, insbesondere Polizisten in dem Raum anwesend wären? Und woher kommt dieser Eindruck, dass er aus seiner Sicht vielleicht tatsächlich Recht hat mit seiner Auge-um-Auge-Theorie?

Und: wenn selbst ein Massenmörder glaubt, Gutes getan zu haben, wie kann man davon ausgehen, dass ein beliebiger, harmloser Mensch sich im Unrecht glauben könnte und Kritik an sich herankommen lässt?

Wir singen uns die Welt schön

In An Mich on Juni 25, 2009 at 9:08 am
Foto: wortmeer

Foto: wortmeer

Erich Kästner bezeichnete Kurt Tucholsky als „kleinen dicken Berliner, der mit der Schreibmaschine eine Katastrophe aufhalten wollte„. Kann die Musik das, was Tucholsky nicht geschafft hat – kann Musik die Welt verändern? Ich meine dabei nicht die Welt der Musik, sondern Veränderungen, die auf auf Politik und Gesellschaft wirken. Oder kann sie im besten Fall lediglich die Veränderungen begleiten, beschreiben, musikalisch verewigen? Oder Veränderungen eine Stimme verleihen?

Gibt es wenigstens ein einziges Lied oder Stück, das die Welt mal verändert hat? Hat Biermanns „Lass dich nicht verhärten“ zum Zusammenbruch der DDR beigetragen? Hat Bob Dylans Version von „Blowing in the Wind“ den Vietnam-Krieg zu verkürzen geholfen? Haben Bachs Kantaten, Mozarts Opern oder Beethovens Symphonien die Menschen in einer Weise sensibilisiert, inspiriert, befriedet, dass die Gesellschaft davon besser wurde? Haben Hanns Eislers Protestlieder die Arbeiterbewegung gestärkt? Lässt sich das überhaupt irgendwie beurteilen? Haben die Zuschauer des Westernhagen-Konzerts, die aus vollen Kehlen „Freiheit“ sangen, auf dem Rückweg zum Parkplatz noch den Schimmer der Bedeutung des Freiheitsbegriffes?

Aber warum nicht mal bei mir anfangen: gibt es ein Lied, das mich verändert hat? Gibt es eine Akkordfolge oder musikalische Struktur, die mich zum umdenken gebracht hat? Gibt es eine Melodie, die mir die Augen geöffnet hat? Hat sich ein Text dadurch bei mir eingebrannt, dass er gesungen wurde? Hat ein Musikstück jemals eine neue Lebensphase eingeläutet? Die Musik, die die stärksten Erinnerungen hinterlassen hat, war Tröster, Aufputscher, Spiegel oder auch zufälliger Zeuge von emotionalen Ausnahmezuständen – aber nie Mitwirkende im harmlosen Drama meines Lebens. Die Musik, die mir ans Herz gewachsen ist in den Jahren, ist dies aus den verschiedensten meist unergründeten Gründen, aber zu einem anderen Menschen hat sie mich sicher nicht gemacht. Bin ich da eine Ausnahme?

Oder gehört Selbstüberschätzung nunmal zum Rüstzeug der Liedermacher, Grössenwahn zu jeder Rockband, träumerische Illusion zu jedem Poeten und die Legende, dass die Welt durch einfach und schöne Dinge verändert werden kann, zum Mythenschatz der Menschheit? Und zur Beruhigung kann man sich immer noch diese CD kaufen…

Wie sag ich’s meinem Kinde?

In An Mich on Juni 11, 2009 at 5:55 am
Foto: Photos8.com

Foto: Photos8.com

Ok. Schau deinem Kind in die Augen und sag ihm ins Gesicht, dass du nicht stolz auf es bist, nicht sein kannst, weil du Stolz negativ assoziierst, weil Stolz eine unangenehme Eigenschaft ist, die abgrenzt und überhöht, die dem Egoismus des Menschen huldigt und sogar zu den sogenannten sieben Todsünden gehört, und zudem noch vollkommen unsinnig ist, weil ja es, das Kind, selbst für seine Leistungen verantwortlich ist (wenn in dieser deterministischen Welt überhaupt jemand für irgendetwas verantwortlich ist) und du, das Elternteil, ja nur in geringem Masse, im Rahmen deiner beschränkten Möglichkeiten, als ein Faktor unter vielen zu seiner Entwicklung beigetragen hast. Oder sagst du dann doch lieber: „Ja, natürlich bin ich stolz auf dich!“?

Und wenn es dich fragt, warum der Grossvater tot ist, warum Menschen sterben können, und was mit ihnen passiert, wenn sie sterben, und ob du auch bald sterben könntest oder es selbst, und wie traurig es ist, dass der Grossvater jetzt in der Erde von den Würmern zerfressen wird, dann nimmst du deinen Mut zusammen und erinnerst dich daran, dass du der Wahrheit verpflichtet bist, und erzählst von der Evolution und von egoistischen Genen und dem Nichts, in dem alles verschwinden wird. Und du sagst NICHT im Brustton der Überzeugung (wo soll die auch herkommen?), dass wir uns alle im Himmel wiedersehen werden, dass Grossvater jetzt ein Engel ist, der seine schützende Hand über uns hält, und dass unsere Seelen weiterleben. Oder etwa doch?

Inspiriert durch das Gedicht „Wie sag ich’s meinem Kinde?“ der wunderbaren und doch leider immer mehr in Vergessenheit geratenden Mascha Kaléko.

Es war nicht pädagogisch,
Vom Fortbestand der Seelen,
Und viel zu theologisch,
Vom Himmel zu erzählen.

Doch mangels akkuraten
Berichts aus jenen Sphären,
Erschien es mir geraten,
Zu trösten statt zu lehren.



Unternehmerträume

In An Mich on Mai 19, 2009 at 12:11 am

[Foto: CmdrFire]

Ich fuhr zur Arbeit, komischerweise nachts, extrem schlechte Sicht, Nebel, ich wurde müde, schlief ein, sagte mir, ich dürfe nicht am Steuer einschlafen, aber ich war ja gar nicht am Steuer, ich sass jetzt auf dem Beifahrersitz, das Auto fuhr weiter durch den Nebel, niemand sass hinter dem Steuer, ich wurde wieder müde, ich hätte abbiegen müssen, stattdessen fuhr ich viel zu weit, wurde gefahren, landete in einer Villa auf dem Land, ein verlassenes Hotel.

Das habe ich diese Tage geträumt. Sieht so ein Gleichnis für den Weg in die Selbständigkeit aus? Haben andere angehende Unternehmer ähnliche Träume? Oder träumen die lieber davon, was sie mit der ganzen Kohle anfangen werden, die sie verdienen, wenn Google sie in 2 Jahren kauft?

Die Mutter aller Fragen

In An Mich on April 2, 2009 at 7:52 am

[Foto: loop_oh]

Kinder fragen gern Warum und auf die Antwort wieder Warum und dann noch mal Warum. Irgendwann durchbricht dann der Papa die Kette mit einem unwirschen Darum. Kommt das Darum eigentlich immer an derselben Stelle? Ist es immer die gleiche Frage, die ich mich zu beantworten verweigere? Führen die Beobachtung „Das Chamäleon kann sein Farbe verändern“, die Behauptung „In Süd-Frankreich fällt im Winter kein Schnee“ und die Ausrede „Papa kann jetzt nicht Fussball spielen, der muss ins Büro“ alle zu der gleichen ewig lebenden und sich jeder Antwort entziehenden Ur-Frage, der Mutter aller Fragen? Oder gibt es mehrere Ur-Fragen – wieviele substantiell verschiedene mögen es sein? Gab es vor 100 Jahren noch ein paar mehr davon – oder gar weniger?

Dabeisein ist alles

In An Mich on März 31, 2009 at 8:57 am

[Foto: pittigliani2005]

Ein Weltuntergang ist ein einzigartiges Ereignis. Zwar gehen täglich Millionen Welten unter, aber es gehen ja auch immer wieder Millionen Welten auf. Und es geht nicht die Welt aller gleichzeitig unter. Man sagt den Menschen immer mal wieder eine gewisse Lust am Untergang nach, gerade jetzt in der Finanzkrise scheint es in Mode gekommen zu sein, sich gegenseitig mit negativen Prognosen und Untergangsszenarien übertreffen zu wollen. Aber was sind diese kastrierten Phantasien von gescheiterten Wirtschaftsforschern und unbeirrten Apologeten des Niedergangs des Kapitalismus, was ist selbst der Untergang Roms gegen einen echten, endgültigen Weltuntergang, der alles, alles ohne Ausnahme, unsere Vergangenheit, unsere Gegenwart und unsere Zukunft vernichtet, jedes kleinste Indiz unserer Existenz auslöscht, vielleicht sogar die Zeit an sich verschluckt?

Und bei solch einzigartigen Ereignissen, nun ja, da sollte man doch eigentlich nicht fehlen. Selbst wenn man es in diesem Fall dann niemandem mehr erzählen kann. Wann sieht man schon mal die Erde auseinanderbrechen oder Wassermassen Millionenstädte verschlingen oder Feuerbälle in Sekundenschnelle den gesamten Regenwald in Asche legen, während einem der Geruch von Pech und Schwefel in der Nase liegt und ein paar Engel die Posaune anstimmen? Also: wer wäre gern dabei bei diesem einzigartigen Ereignis? Wer würde es vorziehen, wenn es noch in den nächsten 10-20 Jahren eintreffen würde – und wer hätte es lieber nach seinem Tod? Irgendwann geschieht es doch auf jeden Fall! Warum Millionen Jahre warten? Warum das Ganze nicht gleich hinter sich bringen und ein letztes Mal ein bisschen Spass dabei haben?