Die Fragen sind es, aus denen das, was bleibt, entsteht (Erich Kästner)

Der Echtheitssinn

In An Mich on Februar 6, 2010 at 10:40 pm

Was stört uns eigentlich an elektrischen Christbaumkerzen, an verkauften Fussballspielen, an Parkettboden aus Laminat, an Hunderobotern, an Imitaten Leonardos, an synthetischen Klarinetten, an Helmut Kohls Tränen an Wolfgang Schäubles Krankenbett, an Schals aus Polyester, an künstlichen Aromastoffen, an virtuellen Kontakten, an gezuckertem Wein aus Russland, an Plastikpflanzen oder an YouTube-Scheinamateuren mit Major-Plattenvertrag? Warum zum Teufel muss denn alles echt sein? Haben wir etwa einen Echtheitssinn? Und wann endlich ist dieser Sinn weg-evolutioniert?

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  1. Es gibt nicht genug Echtes: echte Materie, echte Erkenntnis, echte Kunst. Gäbe es davon genug, würden wir nicht so danach gieren.

    • Aber warum wollen wir echtes? Und warum sollten wir irgendwann nicht mehr in der Lage sein, das Echte vom Unechten zu trennen (ich sehe da eine Entwicklung)?

  2. Ab und zu spricht ja schon was für Unechtes. Ich schmunzele heute über das da: America’s Boob Police http://tinyurl.com/yj4c45h

  3. Hab ich in einem Forum von Fachleuten gelesen die sich über die Möglichkeiten und Güte gewisser Geräte austauschten:

    „Ich bin zu arm um mir billig leisten zu können!“

    Richtig. Wer exakt danach lebt, wird eben automatisch auf Originale treffen.

    LG

  4. Wenn er dann das Original noch von der Fälschung unterscheiden kann…

  5. Ich meine schon. Wer lernt sich mit dem Produkt das er erwerben möchte auseinander zu setzen, dem fällt auch schnell die sich doch häufig recht schnell selbst entlarvende Kopie auf.

    Wenn ich z.B. ein Fahrrad erwerben möchte, dann achte ich darauf das es sich um ein Original handelt. Nichts das schnell schnell via lediglich Punkte zusammengeschweißt wurde. Ich muss ja nicht viel von Schweißtechnik verstehen um die Differenz von Punkt und Linie zu erfassen…

  6. Ich für meinen Teil lege großen Wert auf Authentizität!

  7. Ach, Echtheit ist auch nicht mehr das, was es einmal war. Gerade der Erfolg des Filmes Avatar zeigt doch, wie sehr sich die Leute nach synthetischen Welten sehnen. Da ist einfach mehr los, als hier.

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