Die Fragen sind es, aus denen das, was bleibt, entsteht (Erich Kästner)

Dahingetwagt (10)

In An Manche on Juli 4, 2009 at 11:17 pm

Die letzten 3 Wochen auf Twitter:

  • Woher kommen eigentlich neue, originäre Ideen?
  • Wäre die Wirtschaft stabiler, wenn es keinen Aktien- oder Derivatehandel geben würde – also Spekulation im grossen Massstab nicht möglich?
  • Werden wir mit dem Alter materialistischer?
  • Gleichgewicht – wer kümmert sich drum? Oder kann es nur entstehen, wenn niemand sich drum kümmert?
  • Schade, dass man aus Blogs kein Pappmaché machen kann. Wie geht das heute eigentlich, wenn man keine Tageszeitung mehr abonniert hat?
  • These: Die Entsprechung des Gottesbegriffs in der Logik ist Rekursion
  • Logischer Schluss: Menschen können nur dann für ihre Taten verantwortlich gemacht werden, wenn sie sich selbst geschaffen haben. Einwände?
  • Ihr wollt keine Mitläufer? Sollen also alle vorneweglaufen? Oder hinterher?
  • Wenn wir alle einzigartig sind, sind wir denn dann noch was besonderes?
  • Gibt es eigentlich irgendeine Tätigkeit, die nicht irgendjemand anderem das Wasser abgräbt?
  • Ist die Zeit der Genies endgültig vorbei?
  • Würden sie einem ihrer Twitter-Kontake eine Niere spenden?
  • Wie lässt sich verhindern, dass der Lebensweg sich von einem Dschungelpfad in eine Autobahn verwandelt?
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  1. Heute hab ich mal Lust dazu:

    • Von Leuten die sich Zeit zum Denken nehmen.
    • Ja.
    • Kommt auf die Erziehung an.
    • Funktioniert nur durch Erkenntnis, Erkenntnis braucht Zeit, Zeit braucht Entschleunigung.
    • Mit der Werbung die frei Haus geliefert und von den Konsumenten solidarsozial vollfinanziert wird.
    • Die Wissenschaft.
    • Natürlich. Passt aber nicht in mein Zeitkonto ein Buch darüber zu schreiben.
    • Mann könnte ja auch mal wieder bewusst mitlaufen. Immerhin können ja auch genug Leute genug Mitkoksen, Mitsaufen oder Mitkiffen.
    • Unbedingt. Mit jeder Zelle, jedem Gedanken.
    • Massenhaft. Man muss es nur verstehen wollen.
    • Nein. Dank des epischen Versagens der Hoch- bis Extremspezialisierten beginnt deren Zeit gerade erst.
    • Gehts noch?
    • Denken.

    LG von Hier…

  2. * Von Menschen, die es wagen, falsch zu liegen, und die sich selbst dafür zu gut halten, Gewußtes einfach zu wiederholen.
    * Weiß ich nicht.
    * Vielleicht fühlen wir uns nur materialistischer.
    * Wann weiß man, ob man im Gleichgewicht ist? Ist ein statisches oder ein dynamisches Gleichgewicht gemeint? Vielleicht ist der Begriff Gleichgewicht leerer als z. B. die VWL o. Psychologie meint.
    * Keine Angst! Vom papierlosen Haushalt – oder vom papierlosen Büro – sind wir noch weit entfernt. Werbung ohne Ende landet im Postkasten. Blogtexte werden z. B. ausgedruckt. & ein beachtlicher Rest von passionierten Zeitungslesern wird bleiben.
    * Rekursion ist das vergebliche Bemühen auf einen Gott zu verzichten. Dieser Versuch erscheint mir aber ehrlicher zu sein als an einen Gott zu glauben.
    * Man könnte auch – wie Dostojewski – aus vorstehendem Satz das Gegenteil (falsch) schließen: D. glaubt, wenn es keinen Gott gäbe, sei alles erlaubt, – warum dann noch Verantwortlichkeiten? – Nur Einwände gegen Ihre Behauptung!
    * Für alle Menschen gilt: x der Zeit und Rollen hinterher, 1 – x der Zeit und Rollen Avantgarde, x << 1. Das richtige x mendelt sich für jeden Menschen im Laufe seines Lebens raus.
    * "Wir sind alle Individuen!"
    * Nein! Genies waren immer selten, wird es aber immer geben.
    * Zwitschern und Nierenspende verstehe ich nicht. Wer ist so dumm?
    * In 1/5 der Zeit (und der Rollen) etwas Neues versuchen & das gilt auch für alle anderen U100 – Ü50, Ü80. Mit Ü100 ist man reif genug, um zu wissen, dass es sich auf der Autobahn sehr bequem fährt und der Dschungel auch Gefahren bergen kann. – Ich empfehle 100 % Autobahn für die meisten Ü100. 🙂

  3. * Von Menschen, die es wagen, falsch zu liegen, und die sich selbst dafür zu gut halten, Gewußtes einfach zu wiederholen (sehr gut, Michael Kostic).
    * Die Frage stellt sich nicht, weil ohne Finanzspekulationen der Kapitalismus schon in den 80ern am Ende gewesen wäre.
    * Weiß ich noch nicht. Eher nein. Ich gebe heute zwar deutlich mehr Geld aus als früher, lebe aber trotzdem nicht über meinen Verhältnissen (wie als Student), sondern deutlich darunter.
    * „Gleichgewicht“ in der Gesellschaft? Gibt es nicht, und hat es nie gegeben.
    * Keine Ahnung 🙂
    * Hübscher differenztheoretischer Versuch – das sehe ich mir demnächst mal genauer an.
    * Viele – hierher paßt nicht einmal die Liste der Überschriften.
    * Nebeneinander her. Und sich dabei die Hände reichend.
    * Die Idee, daß wir alle Individuen sind, ist historisch entstanden, und nicht etwa schon ewig und für immer in der Welt.
    * Heute sieht das so aus. Es sieht aber auch nur so aus.
    * Nachdem ich mich mit Richard Wagner lange herumgeschlagen habe, komme ich zum Schluß: Genies hat es nie gegeben.
    * Ich twittere nicht…
    * Das Leben ist ein Weg? Nicht daß ich wüßte…

    • @michael & natürlich alle anderen:

      * Von Menschen, …. A.: Lieber Michael, die Bemerkung kam von pacioli!
      * Die Frage stellt … A: Weil keine wirklich überzeugenden Alternativen vorhanden sind, geht’s trotzdem mit dem weiter. 🙂
      * Weiß ich noch nicht. Eher nein. Ich … A. –
      * “Gleichgewicht” in der … A.: „Gleichgewicht“ ist ein Begriff, der von Menschen gemacht wurde. Er wird in der Physik, der Ökonomie, der Biologie und der Psychologie benutzt. Es fragt sich nur, was dieser Begriff im konkreten Einzelfall zur Wahrheitsfindung beiträgt und was er deswegen ausblendet und verschleiert.
      * Keine Ahnung :-)A.: Ich auch nicht. War nur eine Vermutung.
      * Hübscher differenztheoretischer Versuch … A.: „Differenztheoretisch“ hört sich gut an, aber Diff’theorie ist neu für mich. Was will die Differenztheorie? Was läßt die Differenztheorie sichtbar werden? Was verschleiert die Differenztheorie?
      * Viele – hierher paßt … A.: D’accord: Einwandsliste an FZ unendlich lang. 🙂
      * Nebeneinander … A.: Irgendwie schon.
      * Die Idee, daß wir alle Individuen …. A.: „Wir sind alle Individuen“ Das mit den Individuen hat nicht nur eine Geschichte, sondern auch den Beigeschmack von Dialektik: http://www.youtube.com/watch?v=LQqq3e03EBQ – Der Versuch, im vorstehenden pacioli-Beitrag dies zu verlinken, mißlang. 😦
      * Heute sieht das so aus. Es sieht aber auch nur so aus. A.: Sieht’s tatsächlich so aus?
      * Nachdem ich mich mit Richard W … A.: Bitte erläutern. Gerade der, war zwar ein schrecklicher Mensch, aber war doch eins; Genies sind keine Supermänner. Meine gefeierten Genies z. B. in der Musik: Bach, Coltrane, Davis, Händel, Brahms, C. Parker, Bruckner, R. Wagner, …
      * Ich twittere nicht… A.: Nicht zwitschern rocks.
      * Das Leben ist ein Weg? A.: Ich auch, bin Ü50.

      Schönen Montag noch und ein herzliches
      Ciao
      aus Leipzig

      pacioli

  4. @Michael:

    Zum Thema Kapitalismus empfehle ich den Konsum von z.B. Heiner Flassbeck. Nicht der Kapitalismus ist das Problem, sondern Menschen die glauben durch Wetten aus dem „Nichts“ Ertrag generieren zu können…

    Gruß

  5. Bei all den interessanten Kommentaren will ich doch auch mal mit gutem Beispiel hinterherlaufen:
    – wo die Ideen herkommen weiss ich wirklich nicht, bin immer wieder verblüfft, wie sie gleichzeitig in die Köpfe verschiedenster Menschen an unterschiedlichsten Orten geraten. Aber ich vermute, dass es mit genauer Beobachtung und intensivem Nachdenken zu tun hat…
    – auch hier bin ich wirklich überfragt. Möglicherweise hätte ein Verbot ähnliche Folgen wie die Prohibition in den USA der 30er
    – mir scheint zumindest, dass Ideen und Ideale für junge Menschen eine grössere Bedeutung haben und dass wirtschaftlicher Wohlstand in dieser Hinsicht betäubt
    – biologische Gleichgewichte entstehen in der Natur durch die Vielfalt Evolution, ohne dass sich jemand drum kümmern muss. Vielleicht braucht es auch in einer Gesellschaft nur genügend Vielfalt…
    – alte Zeitungen gibt’s immer noch bei genügend (meist älteren) Mitbürgern. Das Pappmaché-Problem wird erst in 10-20 Jahren akut
    – Rekursion ist der Punkt, wo jede vernünftige Diskussion endet. Bei Gott gilt das ebenfalls
    – Wenn all unsere Handlungen durch unsere körperlichen und geistigen Voraussetzungen bedingt sind oder unsere Handlungen sogar deterministisch sind, dann gilt wohl dieser Schluss
    – Es dürfen gerne ein paar vorneweglaufen, ein paar hinterher und viele, viele einfach mitlaufen
    – lasst euch nicht von einem Paradox ins Boxhorn jagen…
    – letztlich ja, aber die Alternative heisst völlige Lähmung
    – egal, ob es wirklich Genies wie Mozart und Einstein gab, oder ob sie nur von den Menschen überhöht wurden, ihre Zeit scheint vorerst vorbei, weil das Internet zeigt, dass die Masse mehr hervorbringen kann als das Individuum
    – nicht lieber als jedem anderen Menschen auf der Welt
    – indem man stets ein bisschen vom Weg abkommt. Aber ja, pacioli, auch die Autobahn hat ihre Vorzüge. Und vielleicht hat Michael ja recht und der Lebensweg ist eine abgehalfterte Metapher, die auf den Schrottplatz gehört. Ich werde eine Suche nach einer besseren Metapher beginnen…

  6. @pacioli:
    „* Von Menschen, …. A.: Lieber Michael, die Bemerkung kam von pacioli!“
    O weh. Wie kann ich das wieder gut machen?

    @Michael Kostic
    Den Heiner Flassbeck kenne und schätze ich sehr. Allein: Kapitalismus wird von Menschen gemacht? Das wäre mir neu. Ist das nicht vielmehr die Veranstaltung, wo der Tisch tanzt?

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