Die Fragen sind es, aus denen das, was bleibt, entsteht (Erich Kästner)

Kleine Fragen an die Grossen

In An Alle on März 17, 2009 at 9:10 am

[Foto: svenwerk]

Es gibt ein paar Leute auf der Welt, auch in Deutschland, mit denen ich mich gerne unterhalten möchte, denen ich unzählig viele Fragen stellen möchte; Leute, von denen ich mir sicher bin, dass sie mir neue Einsichten geben könnten; die etwas zu sagen haben, das sie bisher noch nicht gesagt haben, weil noch niemand die richtigen Fragen gestellt hat. Anstatt darauf zu warten, dass irgendein Journalist irgendwann mal die (für mich) richtigen Fragen stellt und ich das Interview irgendwo zu lesen bekomme, könnte ich doch einfach mal selbst versuchen, an die entsprechende Person heranzukommen, sie anzurufen, ein Interview zu vereinbaren und meine ganz persönlichen Fragen stellen.

Ist so etwas denkbar? Würde sich ein in der Öffentlichkeit stehender prominenter Kulturschaffender, Wissenschaftler, Politiker, Unternehmer mit einem Privat-Blogger unterhalten wollen, der im Schnitt nur 50 Leser erreicht? Wie finde ich überhaupt seine Telefonnummer? Unter welchen Umständen würde er sich darauf einlassen? Wieviel Vertrauensarbeit wäre im Vorfeld nötig? Würde er es ohnehin nicht ohne Bezahlung tun? Würde er sich vielleicht darüber freuen, mal andere Fragen als üblich gestellt bekommen (aber wie soll er wissen, welche Fragen gestellt werden)?

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  1. Da gibts nur eines: probier es aus. Aber denk dir was aus, damit es auch für den betreffenden interessant ist.

  2. Die Klein/ Groß Perspektive sagt mir nichts. Klein/ Groß relativ wozu? Einfluss? Reichweite? Wie groß ist die Reichweite von Elisabeth Windsor, wenn sie nicht Elisabeth II ist? Vermutlich geringer als die einer durchschnittlichen Bloggerin.
    „Groß“ ist meistens nicht der Mensch, sondern das Produkt, die Marke, die daraus geschaffen wird. Das eine hat mit dem anderen nur peripher etwas zu tun.

    • Jörg, ich würde gerne mal Wolf Biermann interviewen. Aber wo ansetzen? Wie findet man den? Die Fragen sind dabei das kleinste Problem…

      Detlef, ich gebe dir 100% Recht. Ich bin selbst nicht glücklich über die Überschrift dieses Posts. Wenn jemand einen besseren Vorschlag macht, benenne ich das Ding sofort um!

  3. Titel fällt mir im Moment nicht ein: „Fragt doch mal das Richtige! Lasst mich mal!“

    Biermann ist mir hier in Hamburg schon 2X zufällig begegnet: beim Einkaufen von Musikelektronik und beim Koreaner. Ich fand es total irritierend, die STIMME zu hören. Du kontaktest ihn am besten über seinen Verlag.

    • Detlef, das nächste mal gibst du ihm einfach meine E-Mail 😉

      Ich habe ihn selbst Mitte der Neunziger auf einer Lesung mit Guitarre erlebt (er hat mir sogar in Spiegelschrift eine Widmung in mein Büchlein gekritzelt), eine Naturerscheinung! Aber damals hatte ich ja noch kein Blog (und keinen Mumm zu fragen).

  4. Soll ich ihn duzen oder siezen? Daran scheitert’s schon mal. Und dass ich nie wieder bei Just Music einkaufen darf, wenn ich da einen Prominenten anspreche.

    Nee, im Ernst: schreib ihm über seinen Verlag, stell Dein Blog vor und ein Outline Deiner Fragen: dann macht der das.

  5. Ich erlebe gerade, dass die passenden Schritte zur Erfüllung unserer Wünsche in der Praxis viel leichter sind als in der Vorstellung.

    Ich hatte mir im letzten Jahr gewünscht, konkrete und leibhaftige Erfahrungen mit verschiedenen Führungsstilen zu machen. Da ich vor allem Führungskräfte coache, wollte ich mehr über ihre beruflichen Alltag erfahren und ein Gefühl für ihre Führungsweise bekommen. So habe ich Menschen mit Führungsverantwortung gefragt, ob ich sie einen Tag lang an ihrem Arbeitsplatz begleiten darf, um ihren spezifischen Führungsstil zu erforschen.

    Die meisten waren erst einmal sehr verwundert darüber, dass ihr Alltag für einen Anderen interesant ist – wann kommt schon mal jemand vorbei und bestaunt, was für uns selbstverständlich ist. Bisher hat jeder mit Freuden Ja gesagt…

    Auf diese Weise erlebe ich nun sehr bemerkenswerte Tage in deutschen Unternehmen. Ich bestaune die Vielfalt und die Indvidualität von Führung, aber auch den Unterschied der Generationen. Jemand der Anfang 30 ist führt einfach anders als jemand, der über 50 ist. Frauen führen anders als Männer – und mit 50 anders als mit 30.

    Für mich war es dabei wichtig, ein konkretes Thema und ein persönliches Anliegen zu haben, um dass herum Begegnung, Austausch und Inspiration stattfinden konnte.

    • Christiane, das muss eine faszinierende Sache sein, solchen Leuten mal über die Schulter schauen zu können. Ich habe mich schon immer gefragt, wie so ein Tag im Leben eines Chefs aussieht, worin ihr Alltag besteht und in welchen Situationen sie wirklich gefordert werden. Und möglicherweise sind die Hindernisse, bekannte oder in besonderer Stellung tätige Menschen zu treffen, viel geringer als man sie sich in seinem Kopf vorstellt.

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