Die Fragen sind es, aus denen das, was bleibt, entsteht (Erich Kästner)

Warum weinen wir?

In An Alle on Februar 26, 2009 at 7:07 am

[Foto: rickydavid]

Ich gebe zu, diese Woche ist etwas düster geraten. Dann kommt es jetzt ja auch nicht mehr darauf an und wir können uns mit dem Weinen beschäftigen. Während ich Wut und Lachen einen evolutionsbedingten Sinn zusprechen kann, gelingt mir das mit dem Weinen überhaupt nicht. Klar, man weint, um die Augen zu reinigen, wenn das Staub oder Zwiebeldämpfe hineingeraten sind. Aber wo ist der Bezug zum Traurigsein? Traurigsein könnte man als Nebenprodukt unserer Geselligkeit und Empathie bewerten. Aber könnte das nicht auch ohne Tränen geschehen? Trauer braucht Tränen – warum? Und auch die Rührung treibt uns das Wasser in die Augen. Nein, mir fällt nicht mal eine kühne Hausmacher-Theorie dazu ein.

Und wer lange genug nachgedacht hat, der darf dann hier lesen und sieht vielleicht ein bisschen klarer. Mich überzeugt es nicht.

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  1. Sehr spannende Frage und der verlinkte Artikel hat ja auch nicht wirklich eine zufriedenstellende Lösung.

    Ich glaube, dass das Weinen eine Vielzahl von Funktionen hat. Weinen ist sehr reinigend in zweierlei Richtungen. Zum Einen schütten wir jede Menge Endorphine aus, daher wirkt die Entspannung danach umso erleichternder und zum anderen reinigen wir unsere Augen damit.

    Weinen ist Kommunikation. Weinen lädt uns ein zu helfen, zu trösten und Weinende in den Arm zu nehmen. Weinen kann somit der Beginn eines wunderschönen geborgenen Gefühls sein. Weinen ist Leid und Befreiung. Weinen ist Hilferuf und Manipulation. Weinen ist Kunst und Realität. Weinen ist spontan ud ritualisiert. Weinen ist schick und tabu. Weinen gehört einfach zu uns dazu.

  2. Ja, das ist das faszinierende, dass Weinen so vieles gleichzeitig ist oder sein kann. Und dass es in uns drin steckt, vom ersten Augenblick, ohne dass wir es irgendwie lernen müssten.

  3. Warum weinen wir? Welche Reaktionen gehen im Körper vor? was
    ist, aus medizinischer sicht, der Grund dafür?
    Es hängt bestimmt irgendwie mit der Evolution zusammen!?

    war eine Frage bei wer-weiss-was: http://www.wer-weiss-was.de/theme49/article3765035.html

    Eine Antwort:
    Wieso wir Tränendrüsen haben ist ja klar, damit das Auge nicht austrocknet und trübe wird.

    Um z.B. auf Fremdkörper im Auge zu reagieren, braucht es noch eine gewisse zusätzliche Verschaltung im Gehirn.

    Um Gehirnkapazität einzusparen, sind aber viele rezeptorische Nerven doppelt im Gehirn aufgeschalten. Aus diesem Grund erzeugen Störungen an inneren Organen Schmerzen, welche dann eigentlich an bestimmten Stellen auf dem Körper wahrgenommen werden.

    Vermutlich kam es aus diesem Grund zu dieser „Verschaltung“ zwischen Tränendrüsen und Gefühlen. …

    (disclosure: w-w-w ist für mich auch Arbeit 😉

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