Die Fragen sind es, aus denen das, was bleibt, entsteht (Erich Kästner)

Das Leben ein Roman

In An Mich on Februar 3, 2009 at 9:29 am

Komponiere ich mein Leben dadurch, dass ich alle Zusammenhänge, die mir kunstvoll genug erscheinen, dankbar aufgreife und in mir leben lasse? Bin ich gierig auf der Suche nach Zufällen, die nicht als solche erscheinen, sondern mein Leben vermeintlich nach Gesetzen des Schicksals lenken? Sauge ich Situationen auf, die sich mir kompositorisch angeordnet darbieten, die sich eignen, Parallelen zu bilden, Zusammenhänge aufzuzeigen, Motive zu verknüpfen? Versuche ich nicht ständig, mein Leben in einen Film oder in einen Roman zu verwandeln, indem ich die Protagonisten, meine Mitmenschen, unter den Gesichtspunkten der ästhetischen und dramaturgischen Eignung für mein Stück betrachte? Ziehe ich vielleicht ständig falsche Schlüsse, überbiete mich in Fehlinterpretationen und Überbewertung? Strahle ich immer nur das an, was mir wichtig erscheint und lasse den Rest damit völlig in der Dunkelheit verschwinden? Verblasst dadurch die Wahrheit, verstelle ich mir selbst den Blick auf Dinge, die mir viel mehr verraten könnten, als die, die meinen sonderbaren artifiziellen Kriterien standgehalten und für würdig befunden wurden, in meinen Roman als tragendes Element aufgenommen zu werden? Oder ist nur das, was in meinen Roman hineinpasst, was mein Leithema unterstützt die Wahrheit, meine einzige Wahrheit?

[Foto: Logotip]

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