Die Fragen sind es, aus denen das, was bleibt, entsteht (Erich Kästner)

Das Böse im Auftrag des Guten

In An Niemanden on Januar 29, 2009 at 10:20 am

[Foto: Uli Harder]

Des Menschen Tätigkeit kann allzuleicht erschlaffen,

Er liebt sich bald die unbedingte Ruh;

Drum geb‘ ich gern ihm den Gesellen zu,

Der reizt und wirkt und muss als Teufel schaffen

(Goethes Faust, Prolog im Himmel)

Nach Goethe ist das Böse – anscheinend ohne sich darüber klar zu sein – im Auftrag des Guten unterwegs. Es wurde geschaffen, um das Gute zu mobilisieren und die Menschen durch einen ewigen Kampf mit der Versuchung von Gott zu emanzipieren und voranzubringen. Was aber, wenn sich das Böse dieser Manipulation bewusst wird? Müsste es dann nicht, um den grösstmöglichen Schaden anzurichten und Gottes Strategie zu unterlaufen,  ganz einfach nichts tun, abwesend werden, die Menschen ohne sein Zutun erschlaffen zu lassen? Oder ist Gottes Strategie mit dem Risiko verbunden, dass das Böse tatsächlich die Oberhand gewinnt und die Menschheit gegen sie selbst und gegen Gott lenken wird – wurde der Gegner unterschätzt?

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  1. Antworten habe ich jetzt keine, aber wie das Leben so spielt gestern etwas gesungen was dazu passt: „Son lo spirito che nega …“ 😉

  2. Hast du dir auch ein paar passende Hörner dazu aufgesetzt?

  3. Ich bin „nur“ ein Mensch, doch wenn ich an dich glaube und ich für dich nur gutes wünsche, ich käme nie auf den Gedanken, dich in Versuchung zu führen. Ich würde es bei meinen Kindern nicht übers Herz bringen. Also, warum sollte es Gott mit seinen Kindern tuen, und ausgerechnet auch noch mit dem Bösen?
    Das könnte zu dem Gedanken führen, nicht Gott führt uns in Versuchung, wir selber sind es – und dann müssten wir die Frage „intern“ unter uns klären.
    L.G. Menachem
    P.S.:
    Und nur das du es weißt, wir haben es hier immer noch saukaaaaalt!!!

    • Menachem, mir gefällt die Idee mit der Verführung, ich finde das tröstend, dass auch das Böse das Gute schafft, wenn man es überwindet.

      P.S. Ja, ist kühler geworden, muss so um die 10-12 Grad sein… 😉

  4. Nein, das macht man heute mit den Augen *funkel-funkel*

  5. Ich glaube, dass Böse, auf das hier angespielt wird, ist ja im Menschen selbst. Faust ruft ja die Geister selbst, und er lässt sich drauf ein. Warum? Weil er unzufrieden ist, weil er schaffen, verändern, genießen will. Diese eigennützige Unzufriedenheit, das ist der Mephisto in uns – des Pudels Kern.

  6. Es unternimmt dies schon, in verdeckter Art und Weise natürlich, denn es ist listig, einfach, verführerisch und verschlagen 😉

    – Die Eltern welche die Kinder zu zart erziehen, fügen diesen Schaden zu…
    – Eine Gesellschaft die aufzeigt das Handeln keine schwerwiegenden Konsequenzen hat, fügt an allen Stellen Schaden zu…
    – Die Sehenden welche unterlassen, fügen Schaden zu…

    etc.

    – Welchen Gefallen tue ich meinen Kindern wenn ich es ihnen gestatte morgens 45 Min. länger zu Schlafen, weil die erste Stunde ausfällt?

    – Welchen Gefallen tue ich ihnen wenn ich so tue als würden sie irgend etwas wahrhaft besitzen?

    – Welchen Gefallen tue ich den Menschen wenn ich ihnen lediglich sage sie könnten Mitbestimmen? Durch hübsche Mechanismen Unterstelle sie besäßen die Macht ihre Führer zu lenken?

    Es ist schon lange so krank, so falsch. Die Automation und Technologie haben in der Abstraktion einige Perpetuum Mobile geschaffen.

    – Wir könnten aktuell mehr Lebensmittel produzieren als es Menschen gibt, welche diese verzehren können.

    – Wir (hier in Deutschland) leben den Luxus eine Meinung vertreten zu können, ohne dafür misshandelt u./o. erschossen zu werden.

    – Haben Rechte von denen Milliarden Menschen seit Anbeginn der Zeit nur zu träumen wagten.

    Und was machen wir aus alledem?

    Manchmal, aber nur manchmal wünschte ich mir Böses in dieser Welt…

    • Michael, ich gebe dir recht, es entsteht vielleicht viel mehr Negatives durch Nichtstun, Nachlässigkeit, Ignoranz als durch böse Absicht. Interessant, dass du findest, dass die Technik dieses Phänomen irgendwie befördert. Ich weiss nicht, ob das wirklich stimmt, da muss ich noch ein wenig drüber grübeln…

  7. 😉

    Am 27. nahm ich an einer Sitzung des Bezirkselternausschuss (BEA) teil. Dort wollten uns zwei Herren aus dem Senat von Berlin von der Richtig- und Wichtigkeit der sog. Berliner Schülerdatei überzeugen.

    Siehe hierzu auch: http://www.parlament-berlin.de:8080/starweb/adis/citat/VT/16/DruckSachen/d16-1931.pdf

    Bzw. bei heise: http://www.heise.de/newsticker/Berliner-Landesregierung-plant-zentrale-Schuelerdatei–/meldung/119456

    Nun weiss ich nicht was mich mehr erschreckt. Die Naivität der angeblich IT kundigen Protagonisten hinsichtlich ihrer tollen Sicherheitskonzepte, oder die offensichtlich mangelnde soziale Kompetenz welche hier offenbart wird.

    Allein 10 Min. vor einer katastrophalen Präsentation über ein 22 Mio. Spielzeug, wurde klar und deutlich darauf hingewiesen das allein der Bezirk Spandau rund 90 Mio. an notwendigen Renovierungsarbeiten (haushaltsbedingt) vor sich herschiebt. Das ist nicht einmal eine geheime Information…

    Fern ab von jeder Manipulations- bzw. Auswertungsneurose wurde nicht einmal die ökonomischen Fragen befriedigend beantwortet. Denn die o.g. Zahl gilt lediglich von 2009 bis 2012 und beinhaltet wohl nicht die Entwicklungskosten für die Software (rund 5 Mio.), bzw, die jährlichen Wartungskosten hinsichtlich der Soft- u. Hardware bzw. Personalentwicklung! Auch die Frage danach wer die Datensätze von rund 300 Tsd. Schülerinnen und Schülern in dieses System einpflegen soll blieb unbeantwortet („Das hänge von der Situation -vor Ort- ab“ lasse ich nicht als Antwort gelten.)

    Aber selbst davon einmal ganz abgesehen. Der ehrwürdige J. Weizenbaum hat es doch einmal vollkommen richtig formuliert: „Eine unserer größten Dummheiten der Neuzeit besteht darin zu glauben Maschinen müssten keine Steuern bezahlen!“

    Was meint das die Produzenten, auf das Gesamtsystem „Markt“ bezogen, die Effekte der Automation tatsächlich nicht finanziell kompensieren.

    Durch den massiven Einsatz von Technologie müssen nunmehr allein in Deutschland rund 10 Mio. Menschen weniger Arbeiten als noch vor 30 Jahren, doch verstanden wird das nicht. Also müssen wir noch einmal rund 90 Tsd. Leute durchfüttern welche die rund 10 Mio. penetrieren und schikanieren (wenn man den Presseberichten über die Agentur bzw. die JobCentren glauben schenken kann). Hatte nicht erst vor ein paar Wochen Menachem sich über diese Institution hinsichtlich einem seiner Mitarbeiter ordentlich ausgelassen?

  8. Ja… So erscheint mit George W. Bush zum Beispiel als optimale Vorbereitung für das Zeitalter von Barack Obama. Wenn das Böse in uns seinen Schrecken verliert, beginnt die Dankbarkeit für die unkonventionellen Bewegungen, die wir jetzt brauchen…

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