Die Fragen sind es, aus denen das, was bleibt, entsteht (Erich Kästner)

Auf der Suche nach dem Guten

In An Alle on September 30, 2008 at 8:51 am

[Foto: Gertrud K.]

Der Organisationsforscher Fritz Simon hat mir in einem Video überzeugend dargelegt, dass Lernen wie auch Wissen ambivalente Begriffe sind. Denn: auch psychische Störungen sind erlernt („Hätte er das besser mal nicht gelernt!“). Und: Wissen kann man nicht nur das falsche, sondern es kann auch dazu verführen, Neues zu ignorieren und zusammen mit seinem toten Wissen zu verkrusten.

Ich frage mich, ob es denn überhaupt eine Tätigkeit geben mag, die von sich aus und in jedem denkbaren Kontext positiv ist.

  • Forschen ist durch die Erfindung der Atombombe diskreditiert
  • Musiziert wurde auch schon im Namen der Nazis (wie auch gedichtet und gemalt)
  • Helfen ? Kommt darauf an, wem!
  • Fragen ? Kommt darauf an, was!

Wenn jemand eine solche ausschliessliche gute Tätigkeit kennt, möge er sie bitte nennen. Ich würde darauf wetten, dass es keine gibt…Und das ergäbe dann Stoff für viele neue Fragen…

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  1. Heißt das jetzt, dass ich ein Atombomben bauender Nazi bin, der dann und wann hilft und (sich) bisweilen Fragen stellt? 😉

  2. rufus, du bist Musiker, oder? Kann Musik im moralischen Sinne „gut“ sein?

  3. Einen anderen lieben. Ist schön und positiv. In jedem „Kontext“. 😉

  4. Aki T. Arik, Kommt darauf an, wen. Es soll auch heute noch Menschen geben, die Adolf Hitler lieben…

  5. Übrigens würde ich es auch nicht als positiv betrachten, wenn meine Frau einen anderen lieben würde 😉

  6. Das Leben an und für sich achtend, es also nicht als Heiligtum ehebend, einfach nur Sein?

    Das ist kein Wissen sondern eine Vermutung;-)

    Und: Der Mann (Herr Fritz B. Simon) ist doch mal echt nach meinem Maß. Danke allein dafür. Der Postheroische Manager! Einfach Klasse…

  7. Michael, Sein ist die Summe all unseres Handelns, des Guten wie des Bösen. Aber das Leben achten klingt in der Tat ausschliesslich positiv.

  8. … aber es braucht einer Zusammensetzung. Das Verb achten ist schon wieder ambivalent.

  9. Arthur Schopenhauer

    Alles Leben ist Leiden.

    Das Leben gleicht einem Kinderhemd: Es ist kurz und beschissen.

    Das Leben schwingt wie ein Pendel hin und her, zwischen Leid und Langeweile.

  10. Eugen, ich könnte die Frage auch genausogut anders herum stellen: Gibt es eine Tätigkeit, die von sich aus und in jedem denkbaren Kontext negativ ist. Bereits dem Leiden und langweilen kann ich gutes abgewinnen – und da bin ich mir fast sicher – auch Schopenhauer.

  11. Wenn alle nur einfach da sind, dabei auf sich und ihre Umwelt achten und Leben grundsätzlich respektieren, dann ist alles was Du, oder irgendwer im Hier und Jetzt als „böse“ erachten nicht mehr existent.

    Trete ich, diese Einstellung mit allen anderen schlicht existent zu sein auf eine Ameise ist dies nicht böse es „ist“ geschen.

    Logik: Gut und Böse wird von Wesen definiert die es sich anmaßen dies aus sich selbst heraus zu unternehmen. Eine Wildsau die ihre Rotte beschützt, weil wir in ihr Revier spazieren, handelt im Kontext mit ihrer reinen Existenz. Sie käme nicht dazu derart zu Handeln aus einer Überlegung heraus. Sie extrahiert ihr Verhalten aus dem puren Mechanismus „Bioform“ heraus.

    Du hast die Frage schlicht falsch gestellt, wenn Du Tätigkeit als Zielstrebigkeit in unserem Sinn der Sache unterstellst. Tätigkeit kann auch sein, einfach nur zu sein.

    Die Wildsau säugt ihre Brut, sie verjagt potenzielle Feinde, sucht Futter ect. pp., im Sinne des beobachtbaren ist sie Tätig. Dies sogar zielgerichtet.

    Ergo sind die Ureinwohner des Planeten die noch immer mit unserer Form der Zivilisation nichts zu Tun haben, genau das wonach Du gefragt hast. Sie sind weder gut noch böse. Sie sind aus sich selbst heraus einfach da.

    Quizfrage: Seit wann haben die indianischen Einwohner Nordamerikas ein Wort für Menschheit?

  12. Michael, Wildschweine sind weder gut noch böse, da gebe ich dir recht. Und vielleicht ist ein Mensch, der einfach nur „ist“ das auch. Aber in irgendeinem Sinne gut ist er damit auch noch nicht (wenn auch nicht schlecht). Sein reicht nicht! Aber letztlich kommen wir doch auf den gleichen Schluss: das Gute lässt sich vom Bösen nicht trennen, oder?

    Die Antwort auf die Quizfrage kenne ich spontan nicht, du hättest aber wie bei „Wer wird Millionär?“ ein paar Antworten vorgeben können 😉 Ich vermute mal, sie haben das Wort von den Kolonialisten aufs Auge gedrückt bekommen.

  13. Eher als ein Musikant auf jeden Fall. Musik ist immer gut … in jeder Beziehung 😉

  14. Gut/Böse: Da es sich um eine erdachte Konstruktion handelt die eine Tendenz beschreiben soll, vollkommen korrekt…

    Quizfrage: Wozu Tipps? Du kannst doch Denken, wie man sieht 😉

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