Die Fragen sind es, aus denen das, was bleibt, entsteht (Erich Kästner)

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Auf der Suche nach dem Guten

In An Alle on September 30, 2008 at 8:51 am

[Foto: Gertrud K.]

Der Organisationsforscher Fritz Simon hat mir in einem Video überzeugend dargelegt, dass Lernen wie auch Wissen ambivalente Begriffe sind. Denn: auch psychische Störungen sind erlernt („Hätte er das besser mal nicht gelernt!“). Und: Wissen kann man nicht nur das falsche, sondern es kann auch dazu verführen, Neues zu ignorieren und zusammen mit seinem toten Wissen zu verkrusten.

Ich frage mich, ob es denn überhaupt eine Tätigkeit geben mag, die von sich aus und in jedem denkbaren Kontext positiv ist.

  • Forschen ist durch die Erfindung der Atombombe diskreditiert
  • Musiziert wurde auch schon im Namen der Nazis (wie auch gedichtet und gemalt)
  • Helfen ? Kommt darauf an, wem!
  • Fragen ? Kommt darauf an, was!

Wenn jemand eine solche ausschliessliche gute Tätigkeit kennt, möge er sie bitte nennen. Ich würde darauf wetten, dass es keine gibt…Und das ergäbe dann Stoff für viele neue Fragen…

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Wer nicht lesen will, muss sehen…

In An Alle on September 29, 2008 at 12:10 pm

The Universal Declaration of Human Rights from Seth Brau on Vimeo.

Offene Fragen der Woche (22)

In An Manche on September 26, 2008 at 11:47 am

Fragen aus der Vergangenheit

In An Manche on September 25, 2008 at 8:15 am

Der kleine Mats schrieb am 15.Mai 1991:

Ich finde, es ist eine wahrhaft frustrierende Aussicht, sich zu verlieben, weil es nur eine Sache von kurzer Dauer sein wird, wobei „kurz“ durchaus 20 Jahre sein können, aber halt nicht ewig. Selbst wenn ich für eine Frau meine Geilheit, mein Verlangen, meine Faszination über Jahrzehnte aufrechterhalten könnte, was wäre mit ihr? Es ist frustrierender, nicht geliebt zu werden, als nicht zu lieben. Wie sieht es mit Sex aus, welche Rolle spielt er für einen 60jährigen? Wen interessieren eigentlich überhaupt noch 60jährige? Ausser als Oma oder Opa, die für 50 DM Taschengeld gerade gut genug sind, deren scheinbar antiquierte Denkweise man nur belächeln kann, anstatt aus ihr zu lernen?
Man müsste eine Frau haben, die die Kinder grosszieht und eine Geliebte, eine Frau, die man liebt, zu der man einen heisse Liebe verbindet, die man einmal die Woche sieht und liebt, total intensiv. Der Alltag tötet nämlich jede Liebe, irgendwann sieht man seine Frau nur noch als Neutrum, als geschlechtsloses Inventar, das nun mal da ist, an das man sich halt gewöhnen musste, die eigentlich nicht weiter stört, die aber fehlen würde, wäre sie nicht da. Vielleicht braucht man sie ja tatsächlich, ungefähr so wie „Dallas“ am Dienstag Abend oder wie ein Glas Wasser nach einem Besäufnis. Aber ist das Liebe? Mitnichten, vernichtet durch all die gemeinsamen Erlebnisse, durch Details, durch Gewohnheit, ihre Lockenwickler, ihre Zahnpasta, ihre Nase, ihre Brüste, ihre Scheide, alles schon dagewesen, nichts neues, nichts erregendes, sie steht nackt neben dir im Bad, dich bewegt es ungefähr so wie das Zahnputzglas, mit dem sie sich mit Wasser gefüllt den Mund ausspült. Sie zieht an deinem Schwanz, es ist das gleiche Gefühl, als hättest du dich hinterm Ohr gekratzt oder dir die Füsse massiert. Alles schon mal dagewesen, nichts neues, nichts erregendes, ihre Brüste so aufregend wie die deiner Mutter, als sie 55 war. Was bleibt? Respekt, Freundschaft, zweimal Sex im Jahr, gemeinsame Erfahrungen, die verbinden, Höhen und Tiefen, die man gemeinsam durchgemacht hat, gemeinsame Kinder, gemeinsame Wohnung – alles Gemeinsamkeiten. Soviele Gemeinsamkeiten, wie du sie auch mit deiner Schwester hattest. Du suchst nach einer anderen Frau? Keine wird dir je so vertraut, keine wirst du so lieben wie deine eigene! Liebst du sie denn? Anscheinend! Erst wenn sie nicht in deiner Nähe ist, brauchst du sie. Sie fehlt dir, du weisst nicht wie, sie weiss nicht warum. Jede andere erregt dich mehr, doch nie mehr als dich deine eigene damals erregt hat. Was kann denn noch kommen? Was kann nach deiner Frau noch kommen? Nichts! Nichts, was du nicht schon kennst! Leidenschaft, Liebe, Sex! Aber alles eine Nummer kleiner als damals, du verschlechterst dich nur. Ausserdem fehlt der Respekt, die Freundschaft, das Vertrauen, die verbindenden Erfahrungen, die Höhen, die Tiefen, der Sex, bei dem du weisst, dass du dich nicht blamierst, wo du nie versagst, wo du dir sicher bist, das richtige zu tun, auch wenn es nur zweimal im Jahr ist.
Kann ich eine Frau heiraten, von der ich weiss, dass sie das perfekte Gegenstück zu mir ist, obwohl ich eine andere kenne, die ich demütig liebe, obwohl sie mich belächelt?
Es gibt nichts dümmeres als aus Liebe zu heiraten, aber nichts menschenverachtenderes als aus Verstand zu heiraten! Vielleicht sollte ich niemals heiraten, obwohl ich weiss, dass es irgendwann geschehen wird, vielleicht nur aus einer Laune, aber es wird ewig halten. Was ist das Ideal? Viele Frauen verkehren mit vielen Männern, keiner ist eifersüchtig, ich bumse mit vielen, die wiederum von vielen gebumst werden, doch ist das Liebe? Ist das eines Menschen würdig? Begebe ich mich nicht vielmehr auf die Ebene eines Tieres? Ist es überhaupt dem Menschen typisch? Ist es nicht vielmehr entgegen der menschlichen Mentalität, widerspricht es nicht jedem reinen Gefühl? Vielleicht ist Monogamie ein Produkt jahrtausenderlanger Erziehung! Aber egal ob Natur oder Umwelt, egal ob genuin oder anerzogen, ist alles das gleiche. Für die Konsequenzen spielt es keine Rolle, ob ein Mensch ein Produkt seiner Gene oder seiner Erziehung ist! Interessant ist vielmehr die Frage, könnte ich mit einem Mädchen befreundet sein, es lieben, wenn ich wüsste, dass sie zwar auch mich, aber noch einen oder mehrere andere liebt, mit ihnen schläft, das gleiche empfindet wie für mich. Käme ich mir nicht vor wie ein Massenprodukt? Wäre ich eifersüchtig oder würde es mir reichen, zu wissen, dass sie mich liebt, egal, wen sie sonst noch so liebt? Wie wäre es umgekehrt? Hätte ich Verlangen nach anderen Frauen, wenn ich eine bestimmte lieben würde? Viele Fragen, keine Antworten. Ich sollte die Fragen auch mal anderen stellen, respektive weiblichen Mitmenschen, vielleicht sind Antworten dabei, vielleicht ist auch die ein oder andere Antwort für mich dabei?

Was würde ich mir heute wohl antworten?

„Wenn ich nur ein einziges Mal…“

In An Mich on September 23, 2008 at 8:05 am

… fangen viele Wünsche und Träume an. Aber was ist denn einmal, ein Mal, überhaupt wert?

„Einmal ist keinmal“, sagt der Volksmund. Also am Ende vielleicht gar nichts? Ein Mal berühmt sein. Ein Mal am Erfolg schnuppern. Ein Mal nach Australien. Was bleibt von diesem einen Mal übrig? Ein Mal „Ich liebe dich“ sagen. Ein Mal einem Mitmenschen helfen. Einmal über sein Leben nachdenken. Einmal ist Zufall, eine Laune, eine Illusion. Nur was man immer wieder hat, tut, ist, hat eine Bedeutung, gehört zu mir, ist wirklich existent.

Ein Fotograf hat das wundervoll dargestellt (leider weiss ich den Namen nicht mehr): er hat eine Fotokamera mit einjähriger Belichtungszeit aufgestellt und den Alexanderplatz in Berlin fotografiert. Auf dem Foto sieht man natürlich die Gebäude, aber auch die täglichen Laufwege der Menschen. Man sieht das umso klarer und schärfer, was oft geschah. Das Einmalige hat keine Form, es verschwindet im Wiederkehrenden.

[Foto: jackdornothing]

Offene Fragen der Woche (21)

In An Manche on September 19, 2008 at 2:50 pm

Vom Fussball lernen?

In An Manche on September 17, 2008 at 11:24 pm

Der frühere Bundestrainer und jetztige Bayern-Trainer Jürgen Klinsmann hat versprochen, dass jeder seiner Spieler am Ende der Saison besser sein wird. Wäre das nicht mal ein schöner Vorsatz für alle Manager dieser Welt: „ich verspreche, dass jeder meiner Mitarbeiter am Ende des Jahres … etwas neues gelernt hat, Fähigkeiten entwickelt, die es ihm erlauben, neue Aufgaben und Verantwortlichkeiten zu übernehmen, Schulungen seiner Wahl besuchen durfte, bessere Chancen bei einem Wechsel hat, seinen Lebenslauf aufgewertet hat, neue Kontakte knüpfen konnte … “ Warum ist das so schwierig? Sollte es denn nicht eigentlich selbstverständlich sein? Und ist es nicht bemerkenswert, dass die Idee aus dem Fussball kommt?

Nur nicht zucken

In An Jemanden on September 16, 2008 at 8:25 am

[Foto: thopex]

Sarah Palin wurde in einem Fernseh-Interview nach ihrer Reaktion gefragt, als ihr von John McCain das Amt der Vize-Präsidentin angetragen wurde. Sie sagte sinngemäss: „Ich habe nicht einen Moment gezögert. Ich habe sofort Ja gesagt. Bei einer solchen Entscheidung darf man nicht einen Augenblick mit der Wimper zucken!“

Bei solch einer wichtigen Entscheidung mit all ihren Implikationen und Konsequenzen nicht eine Sekunde nachgedacht? Selbst wenn das vielleicht nicht stimmen und die Antwort lediglich Entschlossenheit und Stärke demonstrieren sollte: wie kann man mit einer solchen Antwort in der Öffentlichkeit durchkommen? Schlimmer noch: warum scheint die Öffentlichkeit eine solche Antwort zu erwarten? Warum ist eine solche Antwort stimmenbringender als „ich habe mich ein paar Tage mit meiner Familie beraten und John McCain nach sorgfältigem Abwägen und im Bewusstsein der Verantwortung, die das Amt mir auferlegt, zugesagt.“ Wollen die Bürger tatsächlich Politiker, die nicht zucken?

Offene Fragen der Woche (20)

In An Manche on September 12, 2008 at 11:06 pm

Idéauxtisch

In An Niemanden on September 11, 2008 at 9:53 am

Im Französischen klingen Ideale (Idéaux) wie Idioten (Idiots). Zufall?