Die Fragen sind es, aus denen das, was bleibt, entsteht (Erich Kästner)

Bürokratie

In An Alle on Juli 11, 2008 at 12:00 pm

Draussen nur Kännchen

[Foto: germanium]

Bürokratie scheint mir etwas, auf das jeder gerne einprügelt.

Bei Wikipedia gibt es nur eine Rubrik Nachteile. Es muss doch auch Vorteile geben. Alles hat auch Vorteile, oder? Bürokratie wurde ja nicht erfunden, um Menschen zu schikanieren, oder? Millionen von Menschen würden noch nicht etwas über Jahrhunderte akzeptieren, das gegen ihre Auffassung von Gerechtigkeit und gesellschaftlicher Organisation spricht?

Was sind die Vorteile? Und wie hat alles angefangen? Und wie konnte es dazu kommen:

Bla, bla, bla

[Foto: daoman]

Lässt sich das auch anders ausdrücken oder ist der Satz gar nicht zum lesen gedacht? Eine Art geheime Botschaft?

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  1. Hierarchien produzieren entweder Willkür oder Bürokratie und oft entscheidet man sich dann doch für letzteres. Besser wäre es natürlich schon auf die hierarchische Organisation zu verzichten.

  2. Hallo,

    „Was sind die Vorteile? Und wie hat alles angefangen?“

    Primär Inzucht:
    Das wird sehr gerne Tod geschwiegen (weil wir sind ja die Krone der Schöpfung…), aber die Folgen sind extrem übel.

    Sekundär Grundbesitz und die Dokumentierung der Verteilung von sich hieraus ergebenden Pflichten:

    Wem gehört welcher Acker, welches Haus, welche Straße? Wer muss was Warten, Pflegen, Ausbauen etc. (Kaiser stellt fest eine Straße muss von Hier bis Da von König XYZ und ab Da bis Hier von König ZYX gepflegt werden. Die Könige möchten das schriftlich feststellen lassen, damit es sich nicht nach Gusto ändert…)

    „Und wie konnte es dazu kommen:“

    Offensichtlich hat da mal irgend wann, irgend wer, irgend jemanden, auf einem Parkplatz im Besitz des Landes Bayern, aus versehen einen Schaden angerichtet, den das Land regulieren musste, weil kein solcher Hinweis da war.

    Ist doch ganz einfach, gelle 🙂

    „Lässt sich das auch anders ausdrücken…“

    Z.B. so:

    – Wenn Du Pappnase auf einem Parkplatz des Landes Bayern „aus versehen“ Schaden verursachst, darfst DU das allein ausbügeln! Von uns gibbet nix-

    „…oder ist der Satz gar nicht zum lesen gedacht?“

    Hey! Wo kommen wir denn dahin, wenn die welche solche Texte verfassen müssen, auch noch Sorge dafür Tragen müssen, dass die besagten Pappnasen diese auch noch verstehen können?

    Also echt jetzt 😉

    Gruß

  3. Äh? Wie genau führt jetzt Inzucht zu Bürokratie?

  4. @Benni: Bürokratie als kleineres Übel im Vergleich zur Willkür, ja, das ist ein gewisser Trost.

    @Michael: ich schliesse mich Benni an, das mit der Inzucht musst du noch etwas genauer ausführen. Deine sekundäre Erklärung scheint zu implizieren, dass Bürokratie immer von oben ausgeht. Aber sie scheint sich ja automatisch zu vergrössern, auch nach unten hin. Es scheint ja jeder gerne drin zu sein (aber keiner draussen…)

  5. @Benni und Fragezeichner:

    OK. Also Inzucht ist rein theoretisch betrachtet nicht derart gravierend wie es gerne einmal dargestellt wird. Problematisch wird die Sache aber auf jeden Fall wenn aus der Ausnahme die Regel wird (die Biologie lässt grüßen)…

    Selbst in diesen modernen Tagen wird in vielen Gesellschaftsschichten noch immer aus politischen und/oder wirtschaftlichen Gründen via Ehe verbunden, was via Biologie eher getrennt werden sollte. Da darf es zur Not halt auch einmal die Verwandtschaft zweiten oder gar ersten Grades sein, die lediglich auf einem anderen Kontinent lebt (was soll’s? Die sind ja weit weg. Was haben die schon miteinander zu Schaffen?). Stellt euch mal vor wie ihr als Zentraleuropäer darauf reagieren würdet, wenn einer eurer Geschwister ankommt und sagt:

    „Ähh, hüstel, mein Sohn interessiert sich für deine Tochter!“

    Christen, Juden, Moslems oder Andere (z.B. div. Industriefamilien…) nehmen sich da alle nichts!

    Vor ein paar Jahrhunderten ergab sich aus alledem eines der primären Probleme des gesellschaftlichen zusammenleben. Führt euch mal vor Augen was es für eine eingeschränkte Lebensgemeinschaft wirklich bedeutet, wenn sehr viele Familien mit Besitz in der selben Region nur noch geistig und/oder körperlich kranken Nachwuchs hinterlassen.

    Der einzige Weg dies zu verhindern besteht halt darin die Menschen die in einem Verwaltungsabschnitt leben zu katalogisieren. Nun weiss man wenigstens wer wann wohin gegangen und/oder wen ohne dieses Risikos ehelichen und Nachwuchs zeugen darf. Warum müssen wir wohl selbst in Deutschland noch immer, in offensichtlichen Zweifelsfällen, eine sog. „Ehebefähigungsbescheinigung“ vorweisen, um heiraten zu können? Da geht es nur darum festzustellen ob diejenigen welche heiraten wollen, auch wirklich nicht in erster Linie miteinander verwandt oder anderweitig verheiratet sind. Sicher ist sicher!!!

    Schaut euch mal in so manchen Ecken dieser Welt um, in denen noch Heute die Menschen nicht akkurat verwaltet werden. In China z.B. leben angeblich die meisten Menschen die über 100 Jahre alt sind, aber eben nur weil keiner so genau sagen kann wann diese Leute wo genau geboren sind. Das wird halt auf dem Land gerne mal geschätzt oder gar geraten (auch die Namen übrigens…). Das Problem wird zwar in Europa gern unter den Tisch geschoben, aber nichts desto trotz ist es nach wie vor existent…

    Z.B. in Deutschland:
    >http://www.bundesverfassungsgericht.de/pressemitteilungen/bvg08-029.html<

    Gruß

  6. @Fragezeichner:

    Bei Bürokratie darf man vor allem eines nicht aus den Augen verlieren:

    Sie funktioniert primär (mit Ausnahme von teils beachtlichen Fehlleistungen) rein bedarfsorientiert.

    Wie sagte schon der gute Albert E. so schön: „Da wo es juckt, da kratzen wir!“

    Im Verlauf meines sehr bewegten Lebens durfte ich feststellen, dass er es nicht hätte präziser auf den Punkt bringen können. Wir können ja mal bei Gelegenheit eine Liste aller Regeln resp. bürokratischer Vorschriften erstellen und welchen Sinn bzw. Zweck diese haben (Ein Projekt größer als das CIEZ wohlgemerkt). Oder wir trinken ein Glas guten Wein und schreiben auf einen Untersetzer die Regeln auf die gänzlich Sinn und Zwecklos sind 🙂

    Mal ganz ernsthaft. Wenn nicht in der Vergangenheit irgendwer auf dem o.g. (oder einem anderen Landeseigenen) Parkplatz Auffand und/oder Kosten für das Land verursacht hätte, bräuchte es diese Art der Bürokratie nicht, gelle?

    Hier in Berlin habe ich vor vielen Jahren maßgeblich zum Erfolg einer Initiative beigetragen die (zumindest temporär) dazu führte, dass die Berliner Schulhöfe auch nach der Schulöffnungszeit für Kinder geöffnet blieben. Ursächlich hatten Eltern dieses Projekt angestoßen deren zwei Kinder von einem PKW erfasst wurden, weil sie anstatt auf dem Schulhof auf der Straße Fußball gespielt hatten. Vorher hatte dies kaum jemanden interessiert.

    Kurze Zeit später haben sich übrigens wiederum Eltern darüber erregt, dass Kinder auf den nun bis 19:00 Uhr geöffneten Schulhöfen zu viel Lärm verursachen würden. Und Peng! Da waren die Schulhöfe eben wieder dicht. Man kann es eben nicht Allen recht machen. Die Mehrheit siegt, so ist das eben in der Demokratie 😉

    Gruß

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