Die Fragen sind es, aus denen das, was bleibt, entsteht (Erich Kästner)

Nachleben

In An Mich on Mai 15, 2008 at 8:00 am

Plagiate

[Foto: Ela2007]

Ein Experiment: über einen gewissen Zeitraum- einen Tag, eine Woche, ein Jahr – sein Leben bis ins kleinste Detail dokumentieren: die aufgerufenen Web-Seiten, die gehörte Musik, die gelesenen Bücher, die Mahlzeiten und die Treffen mit anderen Menschen, selbst die Gedanken und Ideen. Und dann nach einiger Zeit – einem Jahr, fünf Jahren, zehn Jahren – diese Tage, Wochen oder Monate nachleben, wiederleben, im Detail dem Protokoll der Vergangenheit folgen, die gleichen News-Seiten lesen, die gleiche Musik auf sich wirken lassen, mit den gleichen Menschen sprechen wie damals.

Was wird dann passieren, was wird man erleben, welche Erkenntnisse gewinnen? Werden Erinnerungen hochgeschwemmt, die sich schon lange im Unterbewusstsein abgesetzt hatten und von anderen Erinnerungen überwuchert waren? Wird man sich an seiner eigenen Vergangenheit langweilen? Wird man den Plan, den die Vergangenheit diktiert, als Einschränkung seiner Freiheit der Gegenwart empfinden? Wird man spüren, wie man sich oder wie die Welt sich verändert hat? Wird man den Geist einer Lebensphase wieder lebendig machen können oder nur ein Gespenst der Vergangenheit zum Spuken bringen?

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  1. Hallo,

    ich denke man wird irrsinnig…

    Unser Geist könnte dies nicht ertragen.

    Gruß

  2. Vielleicht. Aber warum? Was ist ungesund an unserer Vergangenheit? Oder ist es vielmehr der Zwang? Aber mit beidem – Vergangenheit und Zwang – sind wir täglich konfrontiert. Ich bin mir nicht sicher, ob wir bei dem Experiment wirklich in die Vergangenheit eintauchen, sondern mehr in uns und unser Bewusstsein.

  3. Ich würde mal sagen der o.g. Text beschreibt das Gefühl welches mich immer wieder beschleicht wenn ein mir bekanntes Wesen stirbt. Es ist diese „Unausweichlichkeit“. Das Gefühl der Ohnmacht. Du kannst nichts unternehmen. Bist zum erlebenden Zuschauen verdammt.

    Wie gesagt: „Wenn wir uns selbst zwingen würden dies permanent zu durchleben, müssen wir zwingend irrsinnig werden.“

    Das erträgt nicht einmal der ignoranteste Mensch 😉

  4. interessant, spannend, nachdenkenanregend – gute fragen

  5. @Paleica: danke für das Kompliment!

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