Die Fragen sind es, aus denen das, was bleibt, entsteht (Erich Kästner)

Mit Software die Welt verbessern

In An Alle on Mai 8, 2008 at 9:06 am

Farbpunkte

[Foto: Creativity+ Timothy K Hamilton]

Wenn ich Zeit hätte, eine Software zu schreiben, um die Welt zu verbessern, die allen nützt, mich nicht reich macht, sondern ein gravierendes Problem unserer Gesellschaft löst oder zumindest vielen Menschen hilft – dann würde ich, dann könnte ich, dann weiss ich nichts, mir fällt nichts ein. Kann man überhaupt mit Software die Welt verbessern?

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  1. Endlich mal ne Frage auf die man ne klare Antwort geben kann 😉

    Klar kann man. Linux hat die Welt ein Stück besser gemacht. Miro auch. Ich fände sowas wichtig:

    http://bedeutungswirbel.wordpress.com/2008/04/05/der-ultimative-feedreader/

  2. Benni, ich empfinde es als Kompliment, wenn meine Fragen nicht beantwortet werden können 😉

    Ich würde aber auch gerne von Dir wissen, inwiefern Linux oder Miro (oder auch deine Idee mit dem Feedreader, die mir übrigens sehr gut gefällt) die Welt besser gemacht haben.
    Ich könnte auch noch fieser fragen: war die Welt ohne Computer, ohne das Internet schlechter?

  3. Nein, Computer lösen bekanntlich nur Probleme, die man ohne sie nicht hätte.

    Linux hat die Welt besser gemacht, weil es den Menschen Kontrolle über die Technik gibt, weil es Monopole verhindert, weil es gezeigt hat, dass die Menschen ihre Angelgenheiten selber in die Hand nehmen können – auch im globalen Maßstab, weil es funktioniert, weil es cool ist, weil… usw. da fallen mir noch viele Sachen ein, wenns sein muß.

    Miro kenne ich selbst gar nicht, muß ich gestehen, ich habs nur erwähnt, weil deren Macher – anders als bei Linux – auch selbst den Anspruch haben die Welt zu verbessern – durch Schaffung einer demokratischen Öffentlichkeit.

    Der ultimative Feedreader würde die Welt besser machen, weil er Aufmerksamkeitsströme kanalisieren könnte und das auf dezentrale, herrschaftsfreie Weise. Damit könnte man einige der Vorteile, die die Massenmedien haben behalten ohne auf die Vorteile der Netzöffentlichkeit verzichten zu müssen… Hm, ich muß mir Miro wohl doch mal angucken 😉

    … sorry, wieder ohne Kompliment.

  4. Ein Punkt für dich!

  5. Antwort, ganz untechnisch un-IT-mässig: Mit Software kann man die Welt eher verbessern denn mit Hardware: Auf jeden Fall komme ich dem Problem näher, denn – dem Sinn nach ist ja schon die Software etwas, das geschaffen wird, um eine Hardware sinnvoll einzusetzen. So gesehen ist es jetzt nur noch die Frage, ob wir die Software für Projekte konfigurieren, gestalten können, die damit besser. leichter, menschlicher werden.
    Bei allem bleibt das Schöne:
    Die Menschen entscheiden selbst, ob Technik, irgendwelche -ware, sich zu ihrem Sinn und Nutzen einsetzt. Wir haben es igendwie immer in der Hand… Dass uns so viele Dinge entgleiten, ist kein Gegenbeweis. Höchstens ein Indiz für die gewaltige Herausforderung. Mit dem Internet werden die Möglichkeiten unendlich – und genau so bodenlos können wir uns auch verlieren. Aber so lange wir selbst mit dem Finger, ganz physisch, den Off- oder On-Knopf drücken können, so lange können wir auch selbst entscheiden und mitgestalten, wie uns alle technischen Dinge dienen können. Und Linux ist wirklich ein Beispiel für altruistische Wissensteilung im Netz.
    Menschen wollen und können sich helfen und unterstützen.
    Das ist doch einfach toll!

  6. @Thinkabout: schön gesagt. In der Tat sind es wohl die Menschen, die sich bessern müssen. Aber kann Software die Menschen besser machen? Ist Software nicht nur ein Einfluss des menschlichen Geistes? Sind Blogs ein Beispiel, das zeigt, dass Software die Menschen verbessern kann? Ich habe starke Zweifel.

  7. Also die Frage, ob die Menschen besser werden müssen, finde ich einen eigenen fragenden Artikel wert und keine vorschnelle Antwort. Ich hab zumindestens allerlei negative Assoziationen bei der Menschenverbessererei – Von Umerziehungslager bis Gentechnich optimierte Menschen – um nur die krassesten Auswirkungen einer solchen Denkweise zu nennen.

  8. Hallo,

    ich würde sagen JA!

    Nur Linux, MS, OS X, oder sagen wir doch einfach mal ganz pragmatisch „Die UNIX Stiefkinder“ können es halt nicht sein. Dies nicht einmal Software bedingt, sondern viel eher (in allen Fällen) Entwickler bedingt. Im Prinzip ist auch die derzeit entstehende Software nur ein Ergebnis der tätigen Entwickler. Dem Handwerksbereich nicht ganz unähnlich, gibt es auch hier so ziemlich alles zwischen HUI und PFUI. Nur was es definitiv z.B. derzeit nicht gibt, sind echte Standards. Kaum eine Bibliothek gleicht der Zweiten. Ordentliche Dokumentationen sind derart selten, dass man sich kaum mehr traut dieses hochtrabende Wort in den Mund zu nehmen. Und das was sich heutzutage alles so IT-Spezialist nennt, davon fange ich als Dinosaurier aus der 8-Bit Zeit besser gar nicht erst an. Als Kaufmann bleibt mir bei der großen Masse dieser Menschen nur festzustellen:

    Technisch oft lediglich begabt (was nicht zwingend negativ sein muss, es aber leider meistens ist), bis hochgradig spezialisierte Profis (wofür selbiges gilt…), deren Ausmaß an sozialen Kompetenzen konträr zu ihren IT-Fähigkeiten stehen.

    Das ist der Stoff, aus dem die heutige Software gestrickt ist 😦

    Die Geschichte unserer Spezies zeigt uns, dass wir uns nicht ewig alles gefallen lassen. Daher bin ich mir sehr sicher das der Tag kommen wird, an dem ein paar wenige aufstehen und all dies nicht mehr mitmachen. Sie werden verlässliche industriesichere wie ebenso verwertbare Standards definieren. Sie werden signierte Bibliotheken schaffen deren Inhalt und Funktion tatsächlich gleich sind, wenn sie es sein sollen. Die den Nutzern wie Anwendern nicht nur arrogant zurufen „RTFM“ (selbige vom englischen über das koreanische zum französischen ins deutsche übersetzt wurde), sondern diese auch tatsächlich für Kunden konzipieren die keine Zeit für ein Studium der Informatik haben…

    Gruß

  9. @Benni: ich habe ja nicht gesagt, dass einige Menschen andere Menschen verbessern müssen, sondern dass sich die Menschen selbst bessern müssen. Ist aber in der Tat eine komplexe Frage: denn wo soll dieses „Verbesserungspotential“ herkommen – ist es bereits im Menschen drin und muss nur freigelegt werden? Muss es in die Köpfe der Menschen erst noch hineingezaubert werden? Oder müssen sich die Menschen am eigenen Schopf aus dem Sumpf zu ziehen?

    @Michael: ich gebe dir zu 102% recht. Mir ging es aber zunächst einmal nicht um qualitativ hochwertige oder bedienungsfreundliche Software (obwohl eine solche auch ein ehrenwertes Ziel ist), sondern um eine Software, deren Funktionalität die Welt besser macht, die ein Problem wie Hunger, Krieg, Unterdrückung, Rücksichtslosigkeit, etc. bekämpfen kann. Ich sehe aber gerade, dass dies aus meinem ursprünglichen Artikel gar nicht hervorgeht. Bin gedanklich inzwischen schon weitergehüpft 😉

  10. @Fragezeichner:

    So abwegig ist der Gedanke doch nun auch wieder nicht.

    Was hält die Menschen z.B. davon ab auf Blog‘s oder Foren ernsthafte Diskussionen zu führen? Diskussionen die z.B. unser Denken erweitern könnten, uns Jahre der Forschung ersparten etc.?

    Dies z.B.?:

    http://www.wissenswerkstatt.net/2008/04/16/mehr-technische-mehr-wissenschaftliche-demokratie-wagen-technikfolgenabschaetzung-20-werkstattnotiz-lxxix/#comment-1712

    Nimm einmal an, Du hättest eine plattformunabhängige Kommunikationssoftware die es ermöglicht, das Du und ich unsere tatsächlichen Gedanken austauschen können, ohne die Neurose im Hinterkopf, das genau diese Informationen (von Aussenstehenden) auf dich und mich zurück zu führen sind. Wie würden Wissenschaftler untereinander/miteinander kommunizieren, wenn sie hierfür z.B. eine Forensoftware zur Verfügung hätten, die es ihnen ermöglicht ihre rein fachbezogene Diskussion nur für bestimmte Diskutanten, innerhalb definierter Arbeitsgruppen frei zu schalten. Ohne die derzeit berechtigte Angst im Hinterkopf, das ihnen ihr geistiges Eigentum/ihre Erkenntnisse von Anderen entrissen würden.

    Und vor allem anderen. Was ergäbe sich daraus das solcherlei Personenkreise über tausende Km hinweg miteinander „Visionieren“ könnten, ohne um ihre Reputation fürchten zu müssen?

    Würde dies unsere Welt nicht auch ein wenig verbessern? Und hätte nicht genau das, diese spezielle Software erst ermöglicht?

    🙂

    Gruß

  11. Michael, ja, ein interessanter Gedanke. Eine solche Software würde also schlechte Rahmenbedingungen unterdrücken, die Menschen in ihrer Entfaltung bremsen.

  12. Michael, du hast doch zwei dieser schlechten Rahmenbedingungen (=Bremsen) genannt: Angst um Reputation, Angst um geistiges Eigentum.

  13. Sorry, war gerade wo anders…

    Ich sollte meine Aufmersamkeit nicht zu sehr streuen 😉

    LG

  14. Mit Software kann man die Welt nicht verbessern. Software und Welt sind Teil desselben Systems und wechselwirken deshalb sehr stark miteinander. Außerdem ist auch eine Verbesserung der Enthropie unterworfen – wirds an einem Platz besser, wirds an einem anderen Platz schlechter. Die Aussage, daß man mit Software die Welt verbessern kann ist also ein Ausdruck der Hoffnung, daß der „andere“ Platz irgendwo außerhalb der Wahrnehmungsschwelle liegt oder zumindest nicht zu stark mit den relevanten Bereichen wechselwirkt. Da sein tut er aber trotzdem.

  15. @MicWin:

    Google versieht seinen Dienst 🙂

    Gruß

  16. @MicWin: nach deiner Logik hiesse sich die Welt überhaupt gar nicht verbessern, weder mit Software, noch mit anderen Werkzeugen, oder?

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