Die Fragen sind es, aus denen das, was bleibt, entsteht (Erich Kästner)

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Offene Fragen der Woche (12)

In An Manche on Mai 31, 2008 at 3:17 pm
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Aus dem Weg

In An Alle on Mai 29, 2008 at 8:27 am

Achtung! Hindernis!

[Foto: Guillaume Lemoine]

Wozu braucht ein Künstler denn die Musikindustrie?

Wozu braucht ein Gläubiger denn den Papst?

Wozu braucht ein Informationssucher denn eine Zeitung?

Wozu braucht <bitte ausfüllen> denn <bitte ausfüllen>?

Grauzonen

In Uncategorized on Mai 27, 2008 at 8:01 am

schwarz & weiss

[Foto: HamburgerJung]

Grauzonen. Sie haben einen schlechten Ruf. Man zeigt mit dem Finger auf sie. Man erschreckt, wenn man bemerkt, dass man sich in einer befindet. Es gibt Politiker, die möchten verbieten, dass sich überhaupt irgendein Mensch darin aufhalten darf.

Aber was ist so schlimm an einer Grauzone? Etwa Zweifel, Unsicherheiten, Unwägbarkeiten? Oder gar Menschlichkeit, Fingerspitzengefühl, Toleranz? Die Unfähigkeit, mit Widersprüchen leben zu können? Was passiert, wenn man sie abschafft? Bleiben dann nur noch die Schwarz- und die Weisszonen übrig? Gibt es Grenzbeamte, die dafür sorgen, dass die Grenze scharf bleibt, dass sich die Ränder nicht vermischen und keine neue Grauzone entsteht?

Offene Fragen der Woche (11)

In An Manche on Mai 24, 2008 at 2:45 pm

Gedankenspiel: Patente in der Musik

In An Manche on Mai 22, 2008 at 7:50 am

Wie sähe die Welt aus, wenn Patente nicht nur auf Erfindungen, sondern auf musikalische Ideen vergeben werden würden – auf Ton-Intervalle, Akkordfolgen, Rhythmen, musikalische Formen, Tempi, Agogik, Vortragsanweisungen, …?

Wenn wir annehmen, dass Patente 20 Jahre gültig sind, dürfte man annehmen, dass Bach sämtliche Komponisten seiner Zeit arbeitslos gemacht hätte und den frühen Mozart blockiert. Beethoven hätte ohne Anlauf direkt die Romantik erfinden müssen und hätte seinerseits Schubert, Schumann und Co. unter enormen Druck gesetzt, früh eine unbesetzte Nische zu finden. Möglicherweise gab es auch einen uns heute unbekannten Schlaumeier, der sich den Walzer-Rhythmus unter den Nagel gerissen und den guten Johann Strauss in den 5/4-Takt gezwungen hätte. Wäre die Musikgeschichte schneller abgelaufen? Oder gar nicht? Kann man ohne anfängliches Kopieren und Variieren überhaupt etwas Neues schaffen? Kultur muss man aufsaugen, um sie neu zu schaffen. Gilt das auch für Technologie und Wissenschaft?

Mitterand und die Todesstrafe

In An Manche on Mai 20, 2008 at 8:01 am

Von oben

[Foto: Nagell]

François Mitterand hat 1981 in Frankreich die Todesstrafe abgeschafft. Die grosse Mehrheit der Bevölkerung war für die Todesstrafe. Mitterand hat sich über die grosse Mehrheit der Bevölkerung hinweggesetzt, weil er wusste, dass er Recht hatte.

Was lehrt uns diese Geschichte? War Mitterand ein grosser Politiker? War Mitterand ein echter Demokrat?

Fragen der Woche (10)

In An Manche on Mai 16, 2008 at 10:10 pm

Nachleben

In An Mich on Mai 15, 2008 at 8:00 am

Plagiate

[Foto: Ela2007]

Ein Experiment: über einen gewissen Zeitraum- einen Tag, eine Woche, ein Jahr – sein Leben bis ins kleinste Detail dokumentieren: die aufgerufenen Web-Seiten, die gehörte Musik, die gelesenen Bücher, die Mahlzeiten und die Treffen mit anderen Menschen, selbst die Gedanken und Ideen. Und dann nach einiger Zeit – einem Jahr, fünf Jahren, zehn Jahren – diese Tage, Wochen oder Monate nachleben, wiederleben, im Detail dem Protokoll der Vergangenheit folgen, die gleichen News-Seiten lesen, die gleiche Musik auf sich wirken lassen, mit den gleichen Menschen sprechen wie damals.

Was wird dann passieren, was wird man erleben, welche Erkenntnisse gewinnen? Werden Erinnerungen hochgeschwemmt, die sich schon lange im Unterbewusstsein abgesetzt hatten und von anderen Erinnerungen überwuchert waren? Wird man sich an seiner eigenen Vergangenheit langweilen? Wird man den Plan, den die Vergangenheit diktiert, als Einschränkung seiner Freiheit der Gegenwart empfinden? Wird man spüren, wie man sich oder wie die Welt sich verändert hat? Wird man den Geist einer Lebensphase wieder lebendig machen können oder nur ein Gespenst der Vergangenheit zum Spuken bringen?

Jung sein!

In An Niemanden on Mai 13, 2008 at 8:06 am

Da man mit zunehmendem Alter Gefahr läuft, seltsame Gewohnheiten anzunehmen (z.B. knipse ich seit ein paar Jahren Fotos, eine Eigenart, die ich früher nie hatte), lese ich alle paar Jahre die Worte von General MacArthur über das Jungsein. Ob das hilft, die schlimmsten geistigen Verkrustungen zu verhindern?

Jung sein!
Die Jugend kennzeichnet nicht einen Lebensabschnitt, sondern eine Geisteshaltung:
Sie ist Ausdruck des Willens,
der Vorstellungskraft und der Gefühlsintensität.
Sie bedeutet Sieg des Mutes über die Mutlosigkeit
Sieg der Abenteuerlust über den Hang zur Bequemlichkeit.
Man wird nicht alt,
weil man eine gewisse Anzahl Jahre gelebt hat:
Man wird alt, wenn man seine Ideale aufgibt.

Die Jahre zeichnen zwar die Haut –
Ideale aufgeben aber zeichnet die Seele.
Vorurteile, Zweifel, Befürchtungen
und Hoffnungslosigkeit sind Feinde,
die uns nach und nach zur Erde niederdrücken
und uns schon vor dem Tod zu Staub werden lassen.

Jung ist,
wer noch staunen und sich begeistern kann.
Wer noch wie ein unersättliches Kind fragt:
Und dann?
Wer die Ereignisse herausfordert
und sich freut am Spiel des Lebens.

Ihr seid so jung wie euer Glaube.

So alt wie eure Zweifel.
So jung wie euer Selbstvertrauen.
So jung wie eure Hoffnung.
So alt wie eure Niedergeschlagenheit.

Ihr werdet jung bleiben,
so lange ihr aufnahmebereit bleibt:
Empfänglich für’s Schöne. Gute und Große;
empfänglich für die Botschaften der Natur,
der Mitmenschen, des Unfasslichen.

Sollte eines Tages
euer Herz geätzt werden von Pessimismus.
zernagt von Zynismus,
dann möge Gott Erbarmen haben mit eurer Seele –
der Seele eines Greises.

(Douglas Mac Arthur, 1945)

Offene Fragen der Woche (9)

In An Manche on Mai 10, 2008 at 10:09 am