Die Fragen sind es, aus denen das, was bleibt, entsteht (Erich Kästner)

Hirnige Vergleiche

In An Mich on April 22, 2008 at 7:52 am

http://www.flickr.com/photos/qny/179121065/

[Foto: qny 2.0]

Ich habe mir mein Gehirn früher immer als eine Art Eimer vorgestellt. Es hat nur eine begrenzte Aufnahmekapazität. Wenn man mehr WasserWissen reintut als reinpasst, dann läuft es über.

Oft wird es auch mit einem Computer verglichen, der rechnet, speichert, Informationen verarbeitet, verschiebt und ständig vor sich hinrattert.

Beliebt ist es auch, das Gehrin als einen Muskel zu sehen, den man trainieren kann, um ihn leistungsfähiger zu machen.

Mit etwas Phantasie kann man sich auch neue Modelle ausdenken: ein Regal mit Schubladen, ein verschneites Feld, in das die Erfahrungen ihre Wege trampeln, ein dezentrales Netz aus unabhängigen Lebewesen oder auch der Fahrer eines LKWs (genannt Körper).

Jedes der Modelle mag in bestimmten Kontexten sinnvoll sein. Aber: täuschen sie nicht alle über die Tatsache hinweg, dass wir weit davon entfernt sind, ein Modell zu finden, dass dem Gehirn gerecht wird?

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  1. Hallo,

    ich hab mal irgendwo gelesen das unser Gehirn im Vergleich mit der Computertechnik lediglich 256 MB Speicherkapazität besitzt. Nur eben viel effizienter genutzt 🙂

    Bezüglich deiner Frageaussage:

    „Jedes der Modelle mag in bestimmten Kontexten sinnvoll sein. Aber: täuschen sie nicht alle über die Tatsache hinweg, dass wir weit davon entfernt sind, ein Modell zu finden, dass dem Gehirn gerecht wird?“

    Dem stimme ich zu…

    Wir halt alle von uns selbst derart eingenommen, dass wir das Simple in uns einfach nicht akzeptieren wollen. Wir betrachten uns selbst viel zu sehr als den Gipfel der Entwicklung. Das ist so eine Art geistige Inzucht, oder meinetwegen Monotheismus. Auf diesem Gebiet ist noch sehr viel Aufklärung nötig, gerade für die dort tätigen Akademiker 😉

    Gruß

  2. Ich bestreite jetzt einfach mal, dass die Speicherkapazität des Gehirns in Bytes ausgedrückt werden kann. Damit begibt man sich bereits in die Fänge eines der Modelle.

    Ist natürlich auch keine einfache Sache, wenn das zu untersuchende Objekt von sich selbst untersucht werden muss 😉

  3. „Ich bestreite jetzt einfach mal, dass die Speicherkapazität des Gehirns in Bytes ausgedrückt werden kann.“

    Na fein, dann sind wir ja schon Zwei…

    Ich fand die Vorstellung in Bytes einfach witzig 🙂

  4. „Ist natürlich auch keine einfache Sache, wenn das zu untersuchende Objekt von sich selbst untersucht werden muss „

    Genau diese Ursache verleitet warscheinlich dazu, das Gehirn mit Erfindungen oder Errungenschaften, die allesamt von menschlichen Gehirnen erdacht worden sind. Aber die Struktur des Gehirnes ist warscheinlich mit keiner dieser Erfindungen tatsächlich vergleichbar, sondern eher von allem etwas.

    Mich beschäftigt am meisten die Frage: wie hoch ist die Speicherkapazität des Gehirnes? Und wie werden Informationen abgelegt, die ich teilweise zehn Jahre nicht gebraucht habe und die mir dann plötzlich wieder einfallen? Wie entsteht das zwischenzeitliche Gefühl, die Information bereits vergessen zu haben, bevor sie einem dann doch wieder einfällt? Irgendwie scheint das Gehirn die Informationen doch nach Relevanz zu sortieren…

  5. @Roman: in der Tat faszinierende Phänomene. Wenn ich mich mit meiner Frau über irgendwelche gemeinsamen Erinnerungen unterhalte, entstehen immer zwei völlig verschiedene Versionen einer Geschichte. Die Informationen werden also nicht einfach nur gespeichert, sondern auch noch gleich verändert 😉 Aber auch dafür müsste es eigentlich eine Erklärung geben.

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