Die Fragen sind es, aus denen das, was bleibt, entsteht (Erich Kästner)

Facebook und der gute Name

In An Manche on April 22, 2008 at 10:14 pm

Facebook wirbt auf Google mit den Namen seiner registrierten Benutzer für sich selbst. Nicht gut!

Aber mal ne ganz andere Frage: wie stellt man so etwas eigentlich fest, dass auf Google mit dem eigenen Namen geworben wird? Kann es sein, dass manche Blogger jeden Morgen vor dem Frühstück auf Google erst mal nach ihrem Namen suchen? Und hat Facebook vielleicht darauf spekuliert, dass niemand sich traut, dies zuzugeben?

Johnny Haeusler vom Spreeblick kündigt jetzt rechtliche Schritte gegen diese Werbeaktion an. Ich kann mir zwar durchaus ein paar hehre Ziele bei dieser Aktion vorstellen, aber fraglich ist doch, ob diese Geschichte überhaupt ausserhalb der Blogosphäre bekannt werden wird. Irgendwie fühle ich mich dabei etwas an Dissidenten der katholischen Kirche erinnert, bei denen ich mich immer gefragt habe, warum sie überhaupt der katholischen Kirche beigetreten sind, wenn sie denn gegen Zölibat, Patriarchismus und tradierte Heilslehren sind? Hätten sie das nicht auch schon vorher wissen können? Und warum wird jemand Mitglied eines sozialen Netzwerks, wenn er nicht will, dass mit seinen persönlichen Daten Geld verdient wird? Es wurde doch niemand gezwungen, seinen Namen da einzugeben, oder?

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  1. ui.
    soviele Fragen.

    1. ja, blogger sind eitle fatzkes
    2. das gibt trotzdem niemandem das recht, mit deren Namen zu werben
    3. das Handelsblatt und die netzeitung siedle ich schon außerhalb der blogosphäre an.
    4. der „Skandal“ machte seine initiale Runde nicht über Blogs, sondern …

    … bitte Antwort hier eintragen …

  2. … wurde von Mario Sixtus getwittert, einem Blogger, der auch für das Handelsblatt schreibt. Ich bin gespannt, wie sich die Geschichte entwickelt, fürchte aber, dass es – ähnlich wie damals mit StudiVZ – völlig folgenlos bleiben wird. Damals sind die Sicherheitslücken sogar von den grossen Medien thematisiert worden, ohne dass irgendein Student oder Jugendlicher für Datenschutz sensibilisiert wurde und ohne dass es einen Einfluss auf die Nutzerzahlen gehabt hätte.

  3. Naja, das StudiVZ ist natürlich nicht ohne Folgen geblieben – selbst, wenn sich nicht übermäßig viele User abgemeldet haben, so ist doch zu erkennen, dass ein großer Teil der verbliebenen VZ-Nutzer nun zu anonymisierten Namen greifen. Folge daraus wird sein, dass StudiVZ mehr und mehr seinen Reiz verliert – schließlich schätzen StudiVZ-Fans an der Plattform besonders, dass man so viele Menschen wiederfindet bzw mit ihnen Kontakt halten kann. Das wird sich schwierig gestalten, wenn man diese Menschen einfach nicht mehr finden kann.
    Was die Facebook-Geschichte angeht, möchte ich mich dem ersten Kommentar anschliessen: Ich sehe auch einen Unterschied, ob ich mich in einem Social Network anmelde mit meinem richtigen Namen und mir dessen bewußt bin, dass ich mit meinen Statements, Fotos, Freunden usw nun ein Teil der Internet-Öffentlichkeit bin, ODER ob mit meinem Namen für etwas geworben wird, für was ich zumindest nicht wissentlich mein Einverständnis gegeben hab. Klar ist Facebook rechtlich auf der sicheren Seite, aber moralisch siehts durchaus anders aus…

    Wie Du selbst in Deinem StudiVZ-Beispiel anführst, fanden selbst die „großen Medien“ das Thema berichtenswert und wieso sollte Facebook das hier nicht auch gelungen sein? Ob die Folgen für Facebook allerdings negativer oder eher positiver Natur sein werden, wird sich erst noch zeigen müssen.
    Im übrigen google ich nicht tagtäglich nach meinem Namen – maximal alle drei Tage – und auch dann nur, wenn mir die Blogosphäre einen Anreiz liefert, dieses zu tun 😉

  4. Nein, ich google nicht meinen (vollen) Namen. Was ich da finde kenne ich eh schon (fast) alles. Bei mir war es schlicht so, dass ich in die FaceBook-Gruppe eingeladen worden bin. Dadurch ist mir das erst aufgefallen.

    Was ich ab und an mal in Google suche, ist mein Vorname. Das hilft ganz gut die Wertigkeit der eigenen Seite bei Google zu prüfen und so potentielle Abstrafungen von Google für Duplicate Content (wenn mal wieder jemand meine Texte klaut…) oder Ähnliches (technische Fehler im eigenen Weblog) zu entdecken

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