Die Fragen sind es, aus denen das, was bleibt, entsteht (Erich Kästner)

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Nestor über Schüchternheit

In An Mich on April 30, 2008 at 8:42 am

Schüchtern

[Foto: _boris]

Mein Freund Nestor sagte: stehe zu deiner Schüchternheit. Wenn du deine Schüchternheit zu bekämpfen versuchst, beraubst du dich deiner Stärke. Schlimmer, du entfernst dich von dir selbst. Und du wirst nicht die Freunde und Frauen finden, die zu dir passen, die sich durch deine Schüchternheit angezogen fühlen.

Das ist zwölf Jahre her. Und ich weiss immer noch nicht, was ich davon halten soll.

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Gegenfragen zur Aufmerksamkeitsökonomie

In An Manche on April 28, 2008 at 8:19 am

Aufmerksamkeit

[Foto: frischmilch]

Ist Aufmerksamkeit dabei, Geld als Währung der Wirtschaft abzulösen? Vor ein paar Monaten hatte ich dazu schon einige Fragen gestellt. Hier ein paar Gegenfragen:

  • Ist Aufmerksamkeit heute denn wirklich wichtiger und auch leichter zu monetarisieren als vor 30 Jahren?
  • Ist Aufmerksamkeit denn nicht viel zu kurzlebig und flüchtig, um Grundlage einer Ökonomie sein zu können?
  • Aufmerksamkeit wurde seither durch Filter und Aggregatoren gelenkt. Bei begrenzter Aufmerksamkeit und mehr Informationen mag diese Funktion noch wichtiger werden. Aber was ändert sich substantiell, ausser dass die Filter verteilter und dynamischer werden könnten?
  • Auch wenn es unübersehbar wird, dass das Ringen um Aufmerksamkeit wichtiger geworden ist: ist es wirklich mehr als nur eine Nischenstrategie für diejenigen, die die Marktwirtschaft zurücklässt?
  • Ist Aufmerksamkeit nicht einfach nur Mittel zum Zweck – nämlich Produziertes zu verkaufen – also nicht mehr als ein Instrument der klassischen Marktwirtschaft? Oder bestenfalls eine Unterdisziplin?
  • Ist Geld nicht immer noch das stärkste Instrument, um Aufmerksamkeit zu erlangen? Gibt es irgendwelche Anzeichen, dass sich das geändert hätte?
  • Ignoriert das Konstrukt einer Aufmerksamkeitsökonomie nicht die elementaren Bedürfnisse von 80% der Erdbevölkerung? Kann eine Aufmerksamkeitsökonomie überhaupt global sein?

Siehe auch Aufmerksamkeit statt Geld

Zitat (J. Thurber)

In An Alle on April 27, 2008 at 4:06 pm

„Es ist besser, ein paar Fragen zu stellen als alle Antworten zu kennen.“ (James Thurber)

Offene Fragen der Woche (8)

In An Manche on April 26, 2008 at 12:12 pm

Wetteranalysten und Börseologen

In An Manche on April 25, 2008 at 7:46 am

Blick in die Zukunft

[Foto: Isobel T]

Jemand, der sich öffentlich hinstellt und mit pseudo-logischen Argumenten zu begründen versucht, warum er glaubt, dass im nächsten Jahr die Niederschlagsmenge bei soundsoviel Milliliter liegen wird oder die Durchschnittstemperatur im nächsten Januar bei 1.3 Grad, wird zurecht als unseriöser Kaffeeleser diskreditiert (über die Zuverlässigkeit von Wettervorhersagen gibt es übrigens einen Artikel bei Freakonomics).

Aber jemand, der das gleiche mit Börsen- und Wechselkursen oder konjunkturellen Daten und Branchenentwicklungen tut, der sich dabei sogar von Dart-werfenden Affen in seinen Vorhersagen besiegen lassen muss, der kann damit viel Geld verdienen.

Warum also hört man den Börsenanalysten so genau zu? Ist das hier ein Schritt zur Normalisierung?

Wer schrieb diese Melodie?

In An Jemanden on April 24, 2008 at 7:38 am

Ätsch

[Foto: herrner]

Wer schrieb diese Melodie?

Der Text geht so: Dädädädädäädäa

Die französische Version übrigens so: Tralalalalère

Wird bei jedem Trällern auf dem Schulhof ein Obulus fällig?

Facebook und der gute Name

In An Manche on April 22, 2008 at 10:14 pm

Facebook wirbt auf Google mit den Namen seiner registrierten Benutzer für sich selbst. Nicht gut!

Aber mal ne ganz andere Frage: wie stellt man so etwas eigentlich fest, dass auf Google mit dem eigenen Namen geworben wird? Kann es sein, dass manche Blogger jeden Morgen vor dem Frühstück auf Google erst mal nach ihrem Namen suchen? Und hat Facebook vielleicht darauf spekuliert, dass niemand sich traut, dies zuzugeben?

Johnny Haeusler vom Spreeblick kündigt jetzt rechtliche Schritte gegen diese Werbeaktion an. Ich kann mir zwar durchaus ein paar hehre Ziele bei dieser Aktion vorstellen, aber fraglich ist doch, ob diese Geschichte überhaupt ausserhalb der Blogosphäre bekannt werden wird. Irgendwie fühle ich mich dabei etwas an Dissidenten der katholischen Kirche erinnert, bei denen ich mich immer gefragt habe, warum sie überhaupt der katholischen Kirche beigetreten sind, wenn sie denn gegen Zölibat, Patriarchismus und tradierte Heilslehren sind? Hätten sie das nicht auch schon vorher wissen können? Und warum wird jemand Mitglied eines sozialen Netzwerks, wenn er nicht will, dass mit seinen persönlichen Daten Geld verdient wird? Es wurde doch niemand gezwungen, seinen Namen da einzugeben, oder?

Hirnige Vergleiche

In An Mich on April 22, 2008 at 7:52 am

http://www.flickr.com/photos/qny/179121065/

[Foto: qny 2.0]

Ich habe mir mein Gehirn früher immer als eine Art Eimer vorgestellt. Es hat nur eine begrenzte Aufnahmekapazität. Wenn man mehr WasserWissen reintut als reinpasst, dann läuft es über.

Oft wird es auch mit einem Computer verglichen, der rechnet, speichert, Informationen verarbeitet, verschiebt und ständig vor sich hinrattert.

Beliebt ist es auch, das Gehrin als einen Muskel zu sehen, den man trainieren kann, um ihn leistungsfähiger zu machen.

Mit etwas Phantasie kann man sich auch neue Modelle ausdenken: ein Regal mit Schubladen, ein verschneites Feld, in das die Erfahrungen ihre Wege trampeln, ein dezentrales Netz aus unabhängigen Lebewesen oder auch der Fahrer eines LKWs (genannt Körper).

Jedes der Modelle mag in bestimmten Kontexten sinnvoll sein. Aber: täuschen sie nicht alle über die Tatsache hinweg, dass wir weit davon entfernt sind, ein Modell zu finden, dass dem Gehirn gerecht wird?

Un-Fragen: War wirklich alles schlecht unter den Nazis?

In An Manche on April 21, 2008 at 7:38 am

Eine Un-Frage: war wirklich alles Schlecht unter den Nazis? Gab es nicht Autobahnen, Familienwerte, wenig Kriminalität, wenig Arbeitslosigkeit, … ?

Ich würde eher fragen: muss man sich wirklich die Mühe machen, jeden Punkt einzeln zu widerlegen? Und wenn man es nicht schafft, hat das dann irgendeine Bedeutung?

Reicht es nicht aus, diese Zeit einfach aus der Perspektive eines jüdischen Mitbürgers zu betrachten?

  • Wem nützen Autobahnen, dessen Auto konfisziert wurde?
  • Wer kann von Familienwerten sprechen, wenn ganze Familien im Konzentrationslager vergast wurden?
  • Wem nützt eine niedrige Kriminalitätsrate, der wegen seiner Herkunft einfach weggesperrt wurde?
  • Welcher Zwangsarbeiter profitiert von niedriger Arbeitslosigkeit?

Wie kann eine Ideologie, deren Ziele die Ausrottung ganzer Menschengeschlechter und die Unterjochung der Nachbarn waren, sich irgendwelche temporär für manche Menschen angenehmen Seiteneffekte anrechnen?

Offene Fragen der Woche (7)

In An Manche on April 17, 2008 at 5:57 pm