Die Fragen sind es, aus denen das, was bleibt, entsteht (Erich Kästner)

Zielgruppe

In An Manche on März 28, 2008 at 10:22 am
Zielscheibe
[Foto: cgommel]

Sollte ein Blogger der Vielfalt seiner Interessen werden (sofern es diese Vielfalt überhaupt gibt) und über alles schreiben, was ihm durch den Kopf geht? Oder sollte er sich auf eine Sache konzentrieren? Ein kommerziell orientierter Blogger würde die Frage wahrscheinlich mit einem deutlichen Ja beantworten und in seiner Begründung würden die Worte „Zielgruppe“, „Effizienz“ und „Fokus“ vorkommen. Aber was ist mit allen anderen, den Gelegenheitsbloggern, Geschichtenerzählern, Tagebuchschreibern? Auch die könnten sich die Frage stellen und dabei auf weitere Fragen kommen:

Will ich meine Leser für mich interessieren oder für meine Themen?

Will ich in erster Linie publizieren oder kommunizieren?

Diskutiere ich lieber mit einer kleinen treuen Schar von Lesern, die sich für ein bestimmtes Thema interessieren und dieses gerne vertiefen?

Oder sollte jeder Post wieder andere Leser ansprechen, die möglicherweise eher zufällig auf das Blog stossen und auch schnell wieder verschwinden, durch ihre Kommentare aber eher für Überraschungen und neue Impulse sorgen können?

Ist das nicht das alte Lied von Leben, Liebe und Freundschaft?

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  1. Hallo,

    mir persönlich stellen sich Blogs wie relativ offen zugängliche private (und/oder mehr oder weniger kommerzielle) Bibliotheken dar, deren Bücher (Artikel) von deren Besuchern kommentiert und dadurch in ihrem Inhalt erweitert/ergänzt werden können. Ich werde das bei uns demnächst ein wenig präziser ausführen (sobald ich die Zeit dazu finde).

    Festzustellen ist auf jeden fall das ich mich in einer solchen virtuellen Bibliothek genau so benehme wie in einer realen. Sprich ich berücksichtige den Umstand das ich Gast bin und erwarte ebenso behandelt zu werden 🙂

    Gruß

  2. Tja, an dieser Stelle wären ja dann doch mal deine Antworten interessant, nicht wahr?

    Für mich ist mein Blog das alles zusammen. Ich will Aufmrksamkeit, viele Leser, interessante Kommentare, in den Köpfen (incl. meinem) Veränderungen anstoßen. Mal überwiegt eins, dann das andere, und so blogge ich auch.

  3. Jörg, ich bin selbst erst dabei, für mich Antworten auf diese Fragen zu finden. Die ursprüngliche Absicht mit dem Frage-Blog war, Denkanstösse zu geben, Dinge zu hinterfragen, ein wenig die Diskussionskultur weg von Gewissheiten zu lenken, hin zu Einsichten, dass es viele Blicke auf die sogenannte Wahrheit gibt, und vor allem zu zeigen, dass Fragen wertvoller sein können als Antworten.
    Schon früh habe ich die Linie aufgegeben, nur Fragen zu stellen und mich selbst und meine Meinungen aus Diskussionen herauszuhalten. Insofern ist das Frage-Blog zunehmend auch ein Persönlichkeitsblog mit dem Leitthema „Frage“ geworden und eher Kommunikationswerkzeug als Publikationsinstrument. Vielleicht wird sich das aber eines Tages ändern, wer weiss. Ich spiele z.B. mit dem Gedanken, auch Lieder von mir zu veröffentlichen.
    Auf eine Frage habe ich aber eine klare Antwort: mir ist es lieber, weniger, dafür aber treue und interessante und mitdenkende Leser zu haben als viele, die nur einmal vorbeikommen und ihre Phrasen loswerden. Ein paar mehr als die momentan 20 (wenn ich Feedburner vertrauen darf) dürfen es natürlich schon sein 😉

  4. Wie bekommst du beim Feedburner raus, wieviele Leser du hast?

    Ich denke, Blogs wie unsere habens zur Zeit noch schwer, weil unsere Leser die Blogs noch nicht in dem Umfang entdeckt haben, die stecken mit dem Kopf noch hinter der Zeitung. Man darf sich weder mit den Smal-Talk-Blogs vergleichen, noch mit den „alten“ Blogs, die allein deshalb viele Leser haben, weil sie eben von Anfang an dabei sind und einen gewissen Kult-Status haben.

    Lass uns mal 5 Jahre warten, dann sind aus den 20 etwa 20.000 geworden.

  5. Wie bekommst du beim Feedburner raus, wieviele Leser du hast?

    Subscriber wäre das bessere Wort gewesen (ein Standard-Feedburner-Account liefert diese Statistik). Die Zahl der Leser (d.h. die Zahl der ‚unique visitors‘ – hoffen wir mal, dass die tatsächlich auch lesen 😉 ) schwankt zwischen 40 und 50.

    Lass uns mal 5 Jahre warten, dann sind aus den 20 etwa 20.000 geworden.

    Abgesehen davon, dass ich nicht sicher bin, dass es in Deutschland tatsächlich 20000 Leute gibt, die sich für dieses Blog interessieren würden, darfst du auch nicht vergessen, dass Aufmerksamkeit immer teurer und schwerer zu erringen sein wird. Nicht nur andere Blogs, praktisch jede andere Web-Seite ist automatisch „Konkurrenz“. Ebenso SNs, IMs, Twitter, Mobil-Telefone, Computer-Spiele oder Dienste, die wir noch gar nicht kennen. Wenn es in 5 Jahren mal 200 werden sollten, wäre ich schon sehr zufrieden. Ich könnte mir sogar vorstellen, dass die alt-eingessenen Blogs immer weniger Leser bekommen werden und sich die Aufmerksamkeit extrem verteilt. Schau’n wer mal. So oder so ist es eine interessante Entwicklung und spannend, dabei zu sein.

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