Die Fragen sind es, aus denen das, was bleibt, entsteht (Erich Kästner)

Einfalt des Glücks?

In An Alle on März 4, 2008 at 10:17 pm

Tolstoi schrieb: Alle glücklichen Familien ähneln einander; jede unglückliche Familie ist auf ihre eigene Weise unglücklich.

Stimmt das?

Geht von der Vielfalt des Unglücks, der Tragik, des Scheiterns, des Schmerzes nicht eine Faszination aus, die eine geradezu unerschöpfliche Inspirationsquelle für Künstler geworden ist? Während Glück als langweilig, trivial, einfältig erlebt wird?

Kann man glücklich in dem Zusammenhang auch durch gut, unglücklich durch böse und Familien durch Menschen ersetzen?

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  1. Hallo,

    ach ja, der gute Graf Tolstoi…

    …war er gut? Wie betrachtete er Familie? Hatte Sie für ihn einen gehobenen Wert? Hat Familie überhaupt einen Wert? Was ist eigentlich Familie?

    Gruß

  2. Scheinst ihn nicht sonderlich zu mögen…;-)

  3. Wie kommst Du darauf? Weil ich ihn in die Frage die Du stelltest mit einbeziehen wollte?

  4. der gute Graf Tolstoi

    Klingt so nach senilem Bourgeois…

    …war er gut? Wie betrachtete er Familie? Hatte Sie für ihn einen gehobenen Wert?

    …der kluge Sprüche reisst, ohne weiter drüber nachzudenken.

    Sorry, wenn ich da was völlig absurdes in deine Worte hineininterpretiert habe.

  5. 🙂

    Sprache ist eine „bröckelige“ Brücke die uns durch ihr stetiges Zerfallen vom überschreiten abhält…

    Deine Frage war zu variabel, basierte auf einer der Romantik entsprungenen Grundlage. Dies selbst stellt in sich keine Wertung dar. Auch wenn ich eingestehen muss, dass ich zwar sehr romantisch denke, dies aber nicht von unserer Aussenwelt fordere. Eine unsägliche Irrung der Romantik…

  6. Ein etwas „bröckeliger“ Vergleich 😉

    Ok – also Glück existiert in der gleichen Vielfalt wie Unglück, Tolstois Worte sind also nur ein aus der Romantik entsprungener Aphorismus ohne Grundlage?
    Mir ist bei seinen Worten das „Künstler müssen leiden“-Credo (dessen Ursprung ich nicht erinnere) in den Sinn gekommen. Mir scheint, dass Leiden an der Welt eine mächtigere Inspiration für Künstler ist als Glück (kann es empirisch nicht belegen, aber wenn ich einfach mal an 10 grosse Romane der Literaturgeschichte denke, könnte das stimmen).

  7. Ich für meinen Teil habe in zu viele „Leben“ gesehen, um auch nur den Hauch einer Linie erkennen zu können, die deine Vermutung mittragen könnte.

    Was mir aufgefallen ist, ist der Umstand, dass vor allem Menschen die, warum auch immer, eine variable Zeit über ihrem vorherigen „normalen“ Leben entrissen wurden, anfangen über vielerlei Dinge nachzudenken (so wie ich z.B.).

    Viele dieser Menschen entdecken sich hier vollkommen neu. Ein Bsp.:

    Ein Netter Mensch dem ich einmal bei einer IT-Fortbildung begegnete, war vor seiner Tätigkeit in der Akademie als Kaufmann bei einer namhaften Bank im sog. Treasuring tätig. Eintypischer Erfolgsmensch wie er es bezeichnete. Als eines seiner Kinder chronisches Asthma bekam, hat ihn seine dies bezügliche Ohnmacht -mit Geld kann man halt nicht alle Probleme lösen- derart stark schockiert, dass er sein komplettes Leben neu ausrichtete. Er sagte mir, dass erst ab diesem Zeitpunkt seine Familie auch eine solche geworden ist.

    Dennoch waren sie ja auch vor seinem Wertewandel eine glückliche Familie, zumindest von aussen betrachtet (Tolstoi…).

    Alles eine Frage des Blickwinkels 😉

  8. Tolstoi – als der allwissende Erzähler – hätte diese Familie vor dem Wandel nicht als eine glückliche beschrieben, sondern in ihr eine weitere Variante des Unglücks aufgespürt, was die ursprüngliche These bestätigen würde. Sollte man vielleicht sagen, die Fassade des Glücks ist immer die gleiche?

  9. Was hältst Du von folgender Formulierung:

    „Die Fassade des Glücks ist immer die, welche die umgebende Gesellschaft erwartet.“

    🙂

  10. Wenn Tolstoi wüsste, dass wir ihm ein Jahrhundert nach seinem Tod, seine Worte so im Munde umdrehen 😉

  11. Ich vermute er hätte sich darüber gefreut, dass wir uns nicht nur mit seinen Schriften auseinander setzen, sondern auch mit seiner Person 😉

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