Die Fragen sind es, aus denen das, was bleibt, entsteht (Erich Kästner)

Keine Ideen mehr?

In An Manche on Februar 8, 2008 at 8:49 am

Leer

[Foto: geoffroy demarquet]

Heinz Ehrhard war stets von dem Alptraum geplagt, dass ihm eines Tages die Ideen ausgehen könnten. Kann das auch einem Blogger passieren? Eines Tages aufwachen und schlicht und einfach keinen Einfall mehr, keine Spur von Inspiration, kein noch so ausgetretenes Thema mehr, über das er schreiben könnte?

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  1. … solange mich deine hervorragend ausgewählten Bilder zum Schmunzeln bringen, solange meine/unsere Neugier auf eine neue Frage deinerseits, dich motiviert und solange dir ein Thema wie „Ideenlosigkeit?“ einfällt, kann es um deinen Ideenschatz nicht so schlecht bestellt sein, oder 😉

  2. Aki Arik ist auch überall. Was macht der eigentlich, außer Blogs zu kommentieren? Ohne den habe ich hier eigentlich nichts zu tun. Er sagt ja immer schon alles…

  3. Ich frage mich, ob man weiter Ideen hätte, wenn man so gut wie keinen Input mehr hätte. Solange ich Kontakt zu Menschen habe, mich in der Außenwelt aufhalte, kommuniziere, Medien konsumiere, ein soziales Leben habe und Dinge erlebe, werde ich immer was zum Bloggen finden. Aber was wäre, wenn ich mich einsperre, zu niemandem mehr Kontakt habe und auch keinerlei Medien konsumiere? Wahrscheinlich geht’s sogar dann irgendwie weiter. Wie sagte Watzlawick? „Man kann nicht nicht kommunizieren.“ 😀

  4. @Aki Arik: um den Ideenschatz von Heinz Ehrhard war es bestimmt noch viel besser als um meinen bestellt. Trotzdem litt er zeitlebens unter der Vorstelllung, dass er keine gute Idee mehr hat. Allerdings hing an seinen Ideen auch seine Existenz.

    @Triomento: das muss das Klein-Welt-Phänomen sein http://de.wikipedia.org/wiki/Kleine-Welt-Ph%C3%A4nomen
    Wir scheinen uns alle im gleichen Meinungsghetto aufzuhalten 😉

    @Muschelschubserin: manchmal kommt man auf die besten Ideen erst, wenn man sich ein wenig isoliert und in sich selbst zurückzieht. Aber ich glaube, es braucht beides: Phasen des Austauschs und des Inputs als auch Phasen des Reflektierens.

  5. an Fragezeichner (@ Aki Arik): Ja, das war gut. Wir müssen von unseren Ergüssen nicht leben. Obwohl ich da bei Aki Arik so meine Zweifel habe: Der scheint dann doch so etwas wie ein aufgehender Stern am kommerziellen Meinungshimmel zu sein. Du, Fragezeichner, fragst immer höflich. Aki Arik weiß immer alles. Aber das darf er nicht. Denn wenn einer was weiß, dann bin ich das. Haben wir uns da verstanden? 🙂 😉

  6. Nun ist es nicht gerade so, dass halb Deutschland auf meinen neuesten Blogbeitrag wartet. Ein kleiner, feiner Unterschied zu Heinz Ehrhard, der immer im Rampenlicht stand.

    Angst vor Ideenlosigkeit hat, denke ich, viel mit der Beziehung zum Publikum zu tun. Schreibt man um zu gefallen, um möglichst viel gelesen und kommentiert zu werden? Dann braucht man nicht nur beliebige Ideen, sondern möglichst publikumswirksame. Ein Kreativtief fürchtet man, weil einem dann die Leser weglaufen könnten.

    Schreibt man unter bürgerlichem Namen, und alle Bekannte wissen davon? Dann erstickt man wahrscheinlich solche Ideen im Keim, von denen man annimmt, sie könnten dem Bild schaden, das andere von uns haben.

    Wenn man anonym bloggt und sich um die Lesermeinung nicht schert – dann müsste man doch eigentlich seinen Ideen und Gedanken im Blog freien Lauf lassen können? Macht man das wirklich? Ist nicht trotzdem noch eine Selbstzensur da? Woher kommt die?

  7. @S.T.Tick: berechtigte Fragen. Ich führe auch ein persönliches Tagebuch, das niemand zu lesen bekommt. Selbst da schreibe ich nicht alles rein. Weil vielleicht doch irgendjemand die Sache zu Gesicht bekommen könnte? Weil ich manchmal Angst vor meinen eigenen Gedanken habe? Oder dass ein aufgeschriebener Gedanke Beine bekommen könnte? Keine Ahnung.

  8. Fragezeichner! So recht hast Du mit Deinem letzten Eigenkommentar!
    Vor ein paar Monaten habe ich alles ins Altpapier gegeben, was ich jemals geschrieben habe. Ausnahmslos alles. Von klein auf. Dann auch alle Briefe, beginnend mit meiner Kommunion, alle Briefe von Schul- und Studienfreunden. Alle Fotos, auf denen lebende Personen waren, einschließlich meiner eigenen (ich habe nur ein paar aufgehoben, als ich 5 oder 6 Jahre alt war), alle Telefon- und Adressverzeichnisse, über 200 Visitenkarten. Alles weg. Brauche ich das? Nein.
    Und das, was ich hier schreibe, sollte eigentlich morgen auch nicht mehr da sein.
    Angst, daß es einer lesen könnte? Ja. Weil ich morgen mehr weiß und anders denke.

  9. @Triomento: ich bewundere deine Konsequenz!
    Ich war schon stolz auf mich, als ich es über’s Herz brachte, mich im September jeden Tag von einem nutzlosen Objekt in unserer Wohnung zu trennen. Aber bei Büchern, Aufzeichnungen, Briefen und Fotos leide ich am Vermüllungssymptom.

  10. Was gibt’s da bei mir zu bewundern?

    Du hast Familie, einen kleinen Sohn. Warum solltest Du etwas von Deinen Erinnerungen aufgeben?

    Erinnerungen schmeißt man weg, wenn sie weh tun. So einfach ist das.

    Du hast eine Familie und einen kleinen Sohn?

    Es hat mir gerade noch gefehlt, daß ich das weiß. Allein das wäre ein Grund,
    mein ganzes Leben wegzuwerfen.

    Ich habe diese Chancen wie Du nie bekommen. Nur dedhalb bin ich konsequent.
    Konsequenz ist, Ordung in ein Leben zu bringen zu veruchen, das keines ist.
    Konsequenz ist ein Ersatz für Religion.

    Du hast einen kleinen Sohn?
    Du mußt der glücklichste Mensch der Welt sein.

  11. @Triomento:

    Die Kunst der konsequenten Inkonsequenz (Erziehung) erlernt man nicht durch die fördernde Beaufsichtigung von Nachwuchs, sondern durch das Verstehen des Ursprunges der eigenen Stärken und Schwächen. Hierbei sollte man sich nicht mit der Frage auseinandersetzen, wie viel Inkonsequenz möglich ist. Man sollte lernen wie konsequent man handeln darf, ohne anderen oder sich selbst Schaden zuzufügen.

    Gruß

  12. @Triomento: Erinnerungen kann man wegschmeissen, wenn sie weh tun, da gebe ich dir recht. Aber man kann sie auch wegschmeissen, wenn sie einen bremsen. Das schaffen nur wenige. Mir fällt in dem Zusammenhang der Dirigent Karajan ein, der sich nach Fertigstellung niemals mehr eine Aufnahme anhörte, an der er mitgewirkt hat. Er wollte nie zurückblicken. Das finde ich in gewisser Weise bewundernswert.

  13. @Muschelschubserin: Ich glaube, bei mir ist es genau umgekehrt: Je weniger Input, desto mehr nachdenken, desto mehr gute, durchdachte Blogbeiträge. Ganz ohne Input gäb es dann halt nur Philosophie. Der Input, den ich bis heute habe, würde da für den Rest des Lebens reichen, allerdings würde das niemanden interessieren.

  14. geht mir leider ständig so.. Nur selten mich die Muse küsst, viel öfter mich mein Weibe disst..

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