Die Fragen sind es, aus denen das, was bleibt, entsteht (Erich Kästner)

Börsencrash: das Schweigen der Blogger

In An Manche on Januar 24, 2008 at 11:51 am

Bärenmarkt

 [Foto: janten]

Die Börsenturbulenzen bestimmen seit drei Tagen Print-Medien und Fernsehen. Die Blogosphäre hingegen nimmt das Thema so gut wie nicht wahr (Ausnahme: Spiegelfechter). Warum ist das so? Ich glaube nicht, dass es an Inkompetenz oder Selbstüberschätzung liegt. Es scheint nur keine Blogger zu geben, die sich dafür interessieren. Ich erwarte von Blogs wie Spreeblick oder Nerdcore auch nicht, dass sie ihren Senf zu wirtschaftlichen Entwicklungen abgeben. Das würde mich sogar irritieren.

Allerdings ist es doch seltsam, dass sehr viel über Startups gebloggt wird, aber keines der Technologie-Blogs, Gründer-Blogs, Startup-Blogs, VC-Blogs, Web2.0-Blogs – auch kein Techcrunch oder Basicthinking– mal darüber nachdenkt, welchen Einfluss diese Turbulenzen auf ihre Themen oder gar ihre Existenz haben. Hat nicht der letzte Börsencrash im Jahr 2000 die Träume einer ganzen Generation von Gründern ausgelöscht und eine mehrjährige Risikokapital-Eiszeit ausgelöst? Hält man das für eine wirtschaftsgeschichtliche Ausnahme?

Werden solche Gedanken verdrängt? Oder schätzt man die Turbulenzen als nicht relevant ein? Oder ist der Tunnelblick eine Qualität von Gründern? Ich wundere mich.

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  1. Ich habe darüber nicht geschrieben, weil ich glaube, dass es gar keinen Crash gibt. Kurse schwanken, das ist normal. Montag sieht alles wieder anders aus.

  2. das eben ist der unsinn, den ich meinte. ich bitte um verzeihung, wenn das verletzend klingt.

  3. Allerdings ist es doch seltsam, dass sehr viel über Startups gebloggt wird, aber keines der Technologie-Blogs, Gründer-Blogs, Startup-Blogs, VC-Blogs, Web2.0-Blogs – auch kein Techcrunch oder Basicthinking- mal darüber nachdenkt, welchen Einfluss diese Turbulenzen auf ihre Themen oder gar ihre Existenz habe

    Dies ist ein sehr wichtiger Punkt. Unabhängig davon, ob die Börse jetzt 20% runter oder 20% rauf geht, die Kreditkrise wird die Fremd- und Eigenkapitalbeschaffung massiv beeinflussen, da mit der Volatilität auch die (gesunde) Angst vor dem Risiko wieder kam und der „Groschen“ daher nicht mehr so locker sitzen wird. Dies sollte ein Thema für Technologie-Blogs sein.

  4. Also ich habe schon darüber geschrieben. Aber weil ich nur in der zweiten oder dritten Reihe stehe, hat das außer den Stammlesern keiner bemerkt. Rivva übrigens auch nicht, obwohl mich deren Leitmedien-Liste auf Platz ~ 60 führt.

    Die Kritik hier ist absolut berechtigt. Denn wenn die Startup-Szene sich jetzt damit herausreden wollte, dass ihr Geld ja gar nicht von der Börse kommt, denkt sie viel zu kurzsichtig. Woher nehmen denn die Venture Capitalists ihr Geld? Von Investoren, die diese Woche ein Stückchen ärmer und um Vieles nervöser geworden sind.

    Und sollten die Finanzmärkte jetzt für längere Zeit mit Volatilitäten zu kämpfen haben, ist es schnell vorbei mit dem Risikokapital.

  5. Die Startup/Tech-Blogs scheinen nicht nur stumm, sondern auch taub zu sein… Oder gibt es jetzt mittlerweile irgendeinen Beitrag?
    Aber jetzt, wo der DAX wieder auf dem Weg nach oben ist, ist das Thema ja erfolgreich ausgesessen worden 😉

  6. ich habs auch kurz erwähnt…….

    aber gegenfragen:; ist das was die meiden zeigen immer das wichtigste ?? das denken alle..und somit regt ihr darüber auf…über den dax habt in den standrd medien doch genug gelesne..

  7. @Georg, nein, das ist nicht notwendigerweise das wichtigste. Ich will in Blogs auch nicht das lesen, was schon im SPON steht. Mich hätte es halt interessiert, was die Startup-Szene zu den Börsenturbulenzen sagt und welchen Einfluss auf ihre Strategien dies haben könnte. Ein völliges Ignorieren dieses Themas scheint mir hier geradezu absurd. Als wenn Auto-Blogs eine Verdopplung des Benzin-Preises nicht zur Kenntnis nehmen 😉

  8. Bloggen ist anders

    Hier und da wird seit kurzem über das Verhalten mancher Blogger hergezogen. Blogger überschätzen sich selbst , Blogger bloggen mit Scheuklappen, Blogger schweigen zu wichtigen Themen (Börsencrash).
    Ich kann diese Diskussion bzw. den D

  9. Warum habe ich nicht über das Thema gebloggt? Ganz sicher nicht, weil es mich nicht interessieren würde, im Gegenteil. Es widerstrebt mir aber, den Unheilsboten zu geben, der das Ende der Welt voraussagt. Warum? Weil es von denen schon so viele gibt.

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