Die Fragen sind es, aus denen das, was bleibt, entsteht (Erich Kästner)

Frage an meine bloggende Leserschaft

In An Manche on Januar 11, 2008 at 10:15 pm

Was mich beschäftigt und was ich gerne von euch wissen möchte: habt ihr, bevor ihr einen Artikel postet, ein Gefühl dafür, ob der Artikel viel gelesen, referenziert oder kommentiert wird? Oder seid ihr (wie ich) jedesmal aufs neue überrascht, welche Reaktionen ein Artikel hervorruft?

Advertisements
  1. Ich schreibe eigentlich gar nicht für Leser und bin immer wieder überrascht, dass ich trotzdem Leser habe.

    Und diese ganzen Wege, die Kommentarthreads gehen, sind manchmal absonderlich. Vor allem, wenn man wie ich bemüht ist, nur in absoluten Ausnahmefällen etwas zu löschen und sich bei jedem Offtopic-Schlenker aufs Neue darüber wundert, wie seltsam doch das Geflecht der Assoziationen wird, wenn ihm nur ein wenig Raum gelassen wird.

    Aber was mir immer wieder unangenehm aufgefallen ist, das ist die Tatsache, dass ein Blogeintrag nur durch die Erwähnung prominenter Namen erhöhte Aufmerksamheit erhält. Ein großer Anteil der Internet-Nutzer scheint im Wesentlichen nach einer erweiterten und roheren Form der Regenbogenpresse zu suchen. Wenn ich versuchen würde, in irgendeiner Weise „Geld aus dem Bloggen zu machen“, würde ich mich wohl daran orientieren, aber da ich das nicht versuche, habe ich einen Hang entwickelt, bestimmte Erscheinungen des medial gesteuerten Interesses völlig zu vermeiden.

  2. Also ich habe bisher nur wenig Gefühl für das Potential eines Artikels. Gut bei den einem oder anderen Artikel kann man sich das schon denken, aber generell …. weiss ich es nicht.

  3. das ist so unterschiedlich und schwer vorrauszusagen!
    einmal wird ein beitrag mit nur einen bild und einem satz von 20 lesern mit kommentaren gewürdigt und einen anderen mal steht man ganz alleine im regen

    die beiträge bei dennen ich mit vielen kommentaren „rechne“ kommen meistens keine und bei dennen die ich „nur so“ poste ensteht eine wahre schlange

  4. Eines Wusste ich jedenfalls am Jahresende: Wenn man über dieses selbstreferenzielle Zeug „Blogger gegen Journalisten“ schreibt, bekommt man viele Kommentare. Das war ja das Kreuz, dieser Versuchung zu wiederstehen: Weil es ja eigentlich kein wichtiges Thema ist.

    Trotzdem, wenn ich mir allein mal die letzte Woche ansehe, da war das schon vorhersehbar. Allgemein ist es so, wenn ich viel Kraft und Intelligenz in einen Artikel stecke, wirds mir auch gelohnt, wenn ich mal was kurz notiere ohne lange zu überlegen, gibt es auch kaum Kommentare.

  5. Kann ich nicht sagen, bei mir steht noch nichts drin, und es erscheint wohl auch nirgendwo, denn Tags und Verlinken und so Zeug sind nicht gerade mein Hobby, will sagen keine Ahnung, was das ist. Ist mir aber auch völlig egal, sonst hätte ich ja nachgesehen.

    Jedenfalls stieß ich nach langem sinnlosen Herumgestocher heute auf ein nagelneues Blog, in dem nichts steht außer: „Neuer Blog. So nen Scheiß. Postet euren geistigen Dünnschiß.“ Ich weiß nicht, ob der Autor das erwartet hat, aber er hat mir damit den Tag gerettet. Ich fühlte mich urplötzlich erholt und fand ein paar dankbare Worte für ihn.

    basti wird recht haben. Es gibt Blogbeiträge, da denkt man sich, die müßten vor Kommentaren platzen – und dann steht nichts da, kein Wort. Vielleicht ist es wichtig, daß wenigstens ein Kommentar schon mal da steht. Vielleicht gibt es sonst eine Hemmschwelle.

    Außerdem habe ich oft das Gefühl, daß sich viele Kommentatoren nicht auf den eigentlichen Artikel beziehen, sondern nur auf Vorkommentare. Ein Blogger ist ein Chef. Ein Kommentator ist jemand wie du und ich, mit dem hat man weniger Berührungsängste. Denke ich mal jetzt so.

  6. Ein Kommentar ist für mich nur eine Möglichkeit zu sehen, auf welche Resonanz ein Artikel trifft.
    Manche Artikel schreibe ich ja nur so für mich, um das, was mich grad beschäftigt, für mich mal zu sortieren, oder auch festzuhalten für `nen späteren Beitrag.
    Bei anderen interessiert mich aktuell, was denn die Blogger zu diesem Thema denken, weil ich z.B. mir selber noch unklar bin. Da freue ich mich dann natürlich sehr über die Kommentare.
    Ich vergleiche die Kommentare immer auch mit der Leserzahl der einzelnen Artikel in Google Analytics. Mir ist dabei aufgefallen, dass die Anzahl der Leser mit der Menge der Kommentare nicht unbedingt korrespondiert. Viel gelesene Artikel können wenige Kommentare bekommen und umgekehrt. Also zumindest bei mir ist das so.
    Besonders interessant war dann aber für mich, dass die Artikel, die mir persönlich viel bedeuten, die mich beschäftigen, wie z.B. der über die innere Freiheit, momentan auch die meisten Leser haben. Das hat mich sehr gefreut.

  7. Tja, ich sollte vielleicht keine Kommentare neben der Arbeit absetzen
    oder wenigstens vor dem Absenden nochmal durchlesen 😉
    Der 1. Satz sollte natürlich heißen:
    Ein Kommentar ist für mich nur eine der Möglichkeiten, neben anderen
    (Google Analytics etc. ), um zu sehen, auf welche Resonanz ein Artikel trifft …

  8. Es dauert sicher eine ganze Weile, bis bei einem neuen Blog wie z.B. meinem sich die LeserInnen auch überwinden, einen Kommentar zu hinterlassen.
    Die Sache mit der Hemmschwelle wurde ja schon genannt. Einige Leser bloggen vielleicht auch nicht selbst und möchten darum nicht, dass etwas, was sie einmal zu einem Thema gedacht haben, auf ewig in die Jagdgründe des www eingeht und zu ihnen zurück zu verfolgen ist.
    Allgemein lässt sich auch sagen:
    1) sex sells…in jeglicher Form, leider
    2) Showbiz sells ebenso
    3) 1 und 2 allein bringt einen Haufen Leser, aber noch nicht zwingend Kommentare
    4) auch bei mir kann ich nur feststellen: je mehr Herzblut in einem Artikel steckt, desto mehr LeserInnen hat er auch und deswegen schniefe ich auch nicht laut wegen mangelnder Kommentarbereitschaft.

  9. Hmmm, für Kommentare schreibe ich nicht – daher kommen auch keine 😉 Könnte aber auch dran liegen, dass ich (fast) keine Stammleser habe.

    Was die Einschätzung von Posts betrifft, also es gibt neben den Sex sells und anderen üblichen Verdächtigen schon öfters mal kuriose Dinge, die über Suchen – speziell auch nach Bildern – hereinkommen. Mein Wort des letzten Jahres war ich und seine Artgenossen (Ich, Iich, ICH etc. 😀 )

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s

%d Bloggern gefällt das: