Die Fragen sind es, aus denen das, was bleibt, entsteht (Erich Kästner)

Analoge Freundschaften

In An Mich on Januar 8, 2008 at 8:52 am

Freundschaft

[Foto: dvux]

Lesen meine besten Freunde die gleichen Bücher wie ich?

Nein.

Hören meine besten Freunde die gleiche Musik wie ich?

Nein.

Haben meine besten Freunde die gleichen Hobbies wie ich?

Nein.

Haben meine besten Freunde den gleichen Beruf wie ich?

Nein.

Kann ich bitte erklären, was mich mit meinen besten Freunden verbindet?

Schwierig. In jedem Fall anders. Hat was mit Vertrauen, gleicher Wellenlänge, gemeinsamen Erlebnissen zu tun.

Habe ich vielleicht die falschen Freunde? Bin ich eine Ausnahme? Bin ich ein Überbleibsel des analogen Zeitalters? Oder wird digitale Vernetzung (ausserhalb des beruflichen Bereichs) einfach völlig überschätzt?

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  1. Für jeden einzelnen meiner besten Freunde wäre eine deiner Fragen doch mit „Ja“ zu beantworten. Und so viele „beste Freunde“ hat man ja nicht. Der eine hat das gleiche Hobby, der andere liest die gleichen Bücher, der nächste „kompatible“ Ansichten.

  2. Hallo Jörg, willkommen zurück aus Norwegen!
    Trifft für mich nicht zu (Ausnahme ist der Beruf: Freunde, die ich während des Studiums kennengelernt habe). Gemeinsame Erlebnisse spielen bei meinen Freundschaften eine weit grössere Rolle als alle anderen Verbindungspunkte. Diese Verbindungspunkte (Musik, Literatur, Hobbies, politische Ansichten, bestimmte Gruppenzugehörigkeit), die ja oft in sozialen Netzwerken und Communities als Aufhänger dienen, spielen – zumindest in meinem Freundeskreis – fast keine Rolle.

  3. Welche Eigenschaften der vielen Eigenschaften von mir und der eines anderen müssen identisch sein, um etwas als Freundschaft bezeichnen zu können? Ich weiß es nicht. Aber es müssen wohl Eigenschaften sein, die so bedeutend sind, dass ihre Umsetzung sinnvoll und vor allem bereichernd ist. Warum die beliebige Aufzählung ganz beliebiger Eigenschaften, die wesentlich sein können, aber nicht müssen. Weil ich gerne im Gras liege und den Stimmen lausche, die es verursacht, so werde ich bestimmt nicht viele Freunde haben. Und, wenn auf die genannten Fragen viele mit Ja zu beantworten sind, dann kann doch bezweifelt werden, ob der Begriff „Freunde“ nicht einfach so leer bleibt, wie er vor seiner Frage war. Es sind sicher nicht die aufzählbaren Eigenschaften, die jemand hat – es ist das gemeinsame Tun und die gemeinsame Begründung, die Freundschaften ausmachen.

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