Die Fragen sind es, aus denen das, was bleibt, entsteht (Erich Kästner)

Warum sind wir wütend?

In An Alle on Januar 3, 2008 at 11:34 am

Wut

[Foto: Mr Magoo ICU]

Wenn wir wütend sind, schliessen sich die Augen zu Schlitzen, wir konzentrieren uns auf die Ursache unserer Wut und ignorieren die Welt um uns herum. Ich habe mal gelesen, dass Menschen, die wütend sind, nicht nur eine eingeschränkte Wahrnehmung haben und damit keine neue Informationen an sich heranlassen, sondern auch jegliche Zweifel verlieren, dass sie im Recht sind.

Wozu aber soll das gut sein? Welcher biologische Zweck verbirgt sich hinter Wut? Ich würde mal vermuten, dass ein Mensch in kritischen Konfliktsituationen konsequenter und entschiedener handeln kann (sprich: seinem Gegenüber ohne Skrupel den Kopf einhaut). Andererseits ist er nicht mehr in der Lage, andere Optionen zu erkennen, den Konflikt zu entschärfen oder auch lebenswichtige Informationen blitzschnell in seine Entscheidung einzubauen. Wenn die Natur durch Wut Zweifel aussschliesst, heisst das dann, sie hat kein rechtes Vertrauen in die Denkfähigkeit des Menschen? Oder ist Wut nur ein Relikt aus der Zeit, als Menschen noch nicht rational handeln konnten?

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  1. wut ist eine schutzeinrichtung und bietet jedem die möglichkeit entgegen rationeller entscheidungen auch mal konsequent falsch zu reagieren!

    wut tut gut, ohne wut und hass keine liebe und freude
    so jing jang ebend

    auch wenn das jetzt nicht zum thema passt, aber ich habe mich prompt in deine bilder verliebt
    sehhhhhrrrr schön

    gruss basti

  2. ok ich sehe gerade die sind ja garnicht von dir
    schande über mich und schande über dich

    naja wenigstens hast du sie selber rausgesucht! hoffe ich doch!!!

  3. Klar habe ich die selbst rausgesucht! Zum Fotografieren fehlt mir leider die Zeit. Aber man muss ja auch nicht alles selbermachen…

  4. Ist es vielleicht ein weitverbreiteter moderner (Irr-) Glaube an die weise, gottgleiche Designerin „Natur“, dass alles, was ist, auch einen Sinn haben muss?
    Hat es aber evtl. gar nicht – siehe Blinddarm, Hühnerauge, Mobbing …
    Vielleicht ist auch der Vorrang, dem wir dem vermeintlich Guten, Friedvollen, Ruhigen, einräumen, ebenfalls ein kollektiver Irrtum? Kommt nicht oft das „Böse“ vom „Guten“, so wie das „Gute“ vom „Bösen“ kommt?
    Ist Wut und Zorn wirklich eine, wie es heute gesehen wird, individuell-biologische und psychologische Kategorie, oder nicht auch eine gesellschaftliche, transpersonale?
    Ist die Wut, die in politischen Bewegungen entfacht wird, nur negativ zu sehen, oder bringt sie nicht auch oft die Geschichte entscheidend weiter?

  5. @Aki Arik: Wut als temporäre, negative, aber treibende Kraft zur Veränderung, das ist eine interessante Idee.

    Das Gute als Irrtum? Wenn es keine Unterscheidung mehr in Gut und Böse gibt, dann gibt es doch auch keine Orientierung mehr, keine Richtung, keine Ideale, keine Ziele, nur noch Beliebigkeit. Dass das Böse durchaus das Gute hervorkitzeln kann, ja, das glaube ich ebenso, wie dass Böses aus guten Absichten entstehen kann. Dennoch würde ich es nicht gleichsetzen.

    Apropos Blinddarm: eine Studie will festgestellt haben, dass Menschen mit Blinddarm weniger unter Erkältungskrankheiten leiden und ein robusteres Immunsystem haben. Vielleicht wird auch bald der Nutzen von Hühneraugen erforscht? 😉

  6. Das Hinterfragen des „vermeintlich Guten“ ist weniger eine Aufforderung die Unterscheidung in „Gut“ und „Böse“ fallen zu lassen, als vielmehr die zu einem Plädoyer für einen reflektierten Umgang mit dem was wir oft ganz selbstverständlich für das „Gute“ halten.
    Waren nicht die Eroberer Amerikas völlig überzeugt von dem Positiven ihrer Mission? Oder – die gut gemeinten Heilsbotschaften des Sozialismus, endeten sie nicht in Unterdrückung? Ist Entwicklungshilfe nun hilfreich oder lähmt und unterdrückt sie eher die Eigeninitiative? Im Nachhinein ist man oft schlauer, welche negativen Folgen das „Gute“ hatte. So kommt tatsächlich das „Böse“ oft vom „Guten“ und die Zusammenhänge sind verzwickter als es die Selbstgewissheit der Guten erscheinen lässt.
    Scheinbar haben wir noch lange an der Frucht Eva`s zu knabbern. Hilft aber alles nichts, wir müssen, sollen, uns ohne Zaudern entscheiden, längeres Abwägen bringt nicht mehr Gewissheit darüber, was richtig und was falsch ist, weil niemand die Zukunft sehen kann. Hilft wohl nur Mut, Vertrauen und Hoffnung.

  7. Das Leben ist eine enorme und großartige Einrichtung. Und jede Disskusion über den Sinn des Lebens oder Gut und Böse, ob philosophisch oder sachlich, hat bisher in den seltensten Fällen zu Erkenntnis geführt.
    Vielleicht ist es unmöglich, durch das erforchen ‚eines‘ Mosaiks, das gesamte Gemälde zu ergründen.

    Können wir überhaupt sagen ob etwas gut oder nicht gut ist? Ist es nicht so,dass man um die Farbe weiß auf einer Leinwand darzustellen auch etwas Schwarzes benötige? Oder zumindest etwas weniger weißes.

    mfg

  8. Ich glaube, ja wir können es, auch wenn wir nicht immer erklären können warum. Und selbst wenn wir keine allgemeingültigen Erkenntnisse dabei gewinnen, auch kleine persönliche Erkenntnisse sind sehr wertvoll und die gewinnen wir vor allem im Nachdenken und im Austausch mit anderen.

  9. Ja stimmt.
    Und ich denke aus diesem Grund sind wir hier, und stellen unsere Gedanken im Internet zur Disskusion.
    Also vielen lieben Dank dafür 😉

    mfg

  10. meine kinder haben in der schule ein thma der woche , warum werden wir rot wenn wir wütend werden . kann mir jemand eine fast passende antwort geben ? ich weiss grad keine danke im vorraus

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