Juni 10, 2008

[Foto: Nokapixel]
Gibt es einen Zusammenhang zwischen dem Zunehmen von Atheismus und einer Anwendung namens Lifecasting (oder sollte man sagen: eines Lebensmodells?), die es erlaubt, sein ganzes Leben in Echtzeit über das Internet zu zeigen? Ist das Bedürfnis das gleiche: beobachtet und beurteilt zu werden, Kraft aus äusserlicher Ermutigung zu ziehen, sein Gewissen von einer Gruppe moralischer Grenzwächter überprüfen zu lassen, die unsere Welt in richtig und falsch unterteilen? Wenn man keinen Gott findet, der sich diesen Aufgaben stellt, delegiert man dann diese dann an eine Community, eine Art Gott-Community? Ist Lifecasting also ein Konkurrent der Religion oder ein Symptom des Bedeutungsverlustes von Religion?
Eine Diskussion darüber habe ich in diesem Forum gefunden.
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Verfasst von Fragezeichner
Mai 27, 2008

[Foto: HamburgerJung]
Grauzonen. Sie haben einen schlechten Ruf. Man zeigt mit dem Finger auf sie. Man erschreckt, wenn man bemerkt, dass man sich in einer befindet. Es gibt Politiker, die möchten verbieten, dass sich überhaupt irgendein Mensch darin aufhalten darf.
Aber was ist so schlimm an einer Grauzone? Etwa Zweifel, Unsicherheiten, Unwägbarkeiten? Oder gar Menschlichkeit, Fingerspitzengefühl, Toleranz? Die Unfähigkeit, mit Widersprüchen leben zu können? Was passiert, wenn man sie abschafft? Bleiben dann nur noch die Schwarz- und die Weisszonen übrig? Gibt es Grenzbeamte, die dafür sorgen, dass die Grenze scharf bleibt, dass sich die Ränder nicht vermischen und keine neue Grauzone entsteht?
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Verfasst von Fragezeichner
Mai 9, 2008
Warum werden Entscheidungen um Urheberrechts-, Persönlichkeitsrechts- und Markenrechtsverletzungen so oft vom Landgericht Hamburg getroffen? Auch im Presserecht (aktueller Fall) fallen die Urteile oft in Hamburg.
Wie ist es möglich, dass ein abmahnender Rechtsanwalt den Gerichtsstandort wählen darf? Ist das nicht eine massive Aushöhlung des Rechtsstaats, wenn ein Kläger seinen Richter wählen darf, dessen grundsätzliche Einstellung er bereits kennt?
Warum wird - wenn sich beide Parteien nicht auf einen Standort einigen können - nicht einfach gelost?
Ein paar Links:
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Verfasst von Fragezeichner
April 28, 2008

[Foto: frischmilch]
Ist Aufmerksamkeit dabei, Geld als Währung der Wirtschaft abzulösen? Vor ein paar Monaten hatte ich dazu schon einige Fragen gestellt. Hier ein paar Gegenfragen:
- Ist Aufmerksamkeit heute denn wirklich wichtiger und auch leichter zu monetarisieren als vor 30 Jahren?
- Ist Aufmerksamkeit denn nicht viel zu kurzlebig und flüchtig, um Grundlage einer Ökonomie sein zu können?
- Aufmerksamkeit wurde seither durch Filter und Aggregatoren gelenkt. Bei begrenzter Aufmerksamkeit und mehr Informationen mag diese Funktion noch wichtiger werden. Aber was ändert sich substantiell, ausser dass die Filter verteilter und dynamischer werden könnten?
- Auch wenn es unübersehbar wird, dass das Ringen um Aufmerksamkeit wichtiger geworden ist: ist es wirklich mehr als nur eine Nischenstrategie für diejenigen, die die Marktwirtschaft zurücklässt?
- Ist Aufmerksamkeit nicht einfach nur Mittel zum Zweck - nämlich Produziertes zu verkaufen - also nicht mehr als ein Instrument der klassischen Marktwirtschaft? Oder bestenfalls eine Unterdisziplin?
- Ist Geld nicht immer noch das stärkste Instrument, um Aufmerksamkeit zu erlangen? Gibt es irgendwelche Anzeichen, dass sich das geändert hätte?
- Ignoriert das Konstrukt einer Aufmerksamkeitsökonomie nicht die elementaren Bedürfnisse von 80% der Erdbevölkerung? Kann eine Aufmerksamkeitsökonomie überhaupt global sein?
Siehe auch
Aufmerksamkeit statt Geld
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An Manche | Getaggt: Aufmerksamkeit, Ökonomie, Medien, Uncategorized |
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Verfasst von Fragezeichner
April 22, 2008

[Foto: qny 2.0]
Ich habe mir mein Gehirn früher immer als eine Art Eimer vorgestellt. Es hat nur eine begrenzte Aufnahmekapazität. Wenn man mehr WasserWissen reintut als reinpasst, dann läuft es über.
Oft wird es auch mit einem Computer verglichen, der rechnet, speichert, Informationen verarbeitet, verschiebt und ständig vor sich hinrattert.
Beliebt ist es auch, das Gehrin als einen Muskel zu sehen, den man trainieren kann, um ihn leistungsfähiger zu machen.
Mit etwas Phantasie kann man sich auch neue Modelle ausdenken: ein Regal mit Schubladen, ein verschneites Feld, in das die Erfahrungen ihre Wege trampeln, ein dezentrales Netz aus unabhängigen Lebewesen oder auch der Fahrer eines LKWs (genannt Körper).
Jedes der Modelle mag in bestimmten Kontexten sinnvoll sein. Aber: täuschen sie nicht alle über die Tatsache hinweg, dass wir weit davon entfernt sind, ein Modell zu finden, dass dem Gehirn gerecht wird?
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An Mich | Getaggt: Eimer, Gehirn, Modelle, Uncategorized, Vergleiche |
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Verfasst von Fragezeichner
April 21, 2008
Eine Un-Frage: war wirklich alles Schlecht unter den Nazis? Gab es nicht Autobahnen, Familienwerte, wenig Kriminalität, wenig Arbeitslosigkeit, … ?
Ich würde eher fragen: muss man sich wirklich die Mühe machen, jeden Punkt einzeln zu widerlegen? Und wenn man es nicht schafft, hat das dann irgendeine Bedeutung?
Reicht es nicht aus, diese Zeit einfach aus der Perspektive eines jüdischen Mitbürgers zu betrachten?
- Wem nützen Autobahnen, dessen Auto konfisziert wurde?
- Wer kann von Familienwerten sprechen, wenn ganze Familien im Konzentrationslager vergast wurden?
- Wem nützt eine niedrige Kriminalitätsrate, der wegen seiner Herkunft einfach weggesperrt wurde?
- Welcher Zwangsarbeiter profitiert von niedriger Arbeitslosigkeit?
Wie kann eine Ideologie, deren Ziele die Ausrottung ganzer Menschengeschlechter und die Unterjochung der Nachbarn waren, sich irgendwelche temporär für manche Menschen angenehmen Seiteneffekte anrechnen?
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An Manche | Getaggt: Autobahnen, Nazis, Un-Fragen, Uncategorized |
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Verfasst von Fragezeichner