Juni 19, 2008
Endlich hat ein Politiker begriffen, dass man keine Nazi-Vergleiche machen darf. Stattdessen hat er einen RAF-Vergleich gemacht. Könnte das der Beginn eines neuen Trends sein? Dürfen wir uns demnächst auf so gelungene Tiraden wie die folgenden freuen?
“Der schlimmste Hetzer seit Horst Mahler.”
“Es war nicht alles schlecht bei der RAF. Zum Beispiel die Kameradschaft.”
“Damals gab es noch Respekt innerhalb der Brigade!”
“Rot war auch die Farbe der RAF.”
“Baader verstand auch etwas von PR.”
“Das hat auch Ulrike Meinhof schon gesagt.”
“Das sind Sekundärtugenden. Damit kann man auch eine terroristische Vereinigung betreiben.”
“Die haben immerhin die Kronzeugenregelung eingeführt, die benutzen wir heute noch!”
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An Manche | Getaggt: Nazis, RAF, Vergleiche |
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Verfasst von Fragezeichner
Juni 3, 2008
Ist Werbung ein Geschäftsmodell für die Zukunft? Ein paar Überlegungen. Während der Internet-Blase im Jahr 2000 wurde viel geworben. Geld, das Investoren in Startups pumpten, wurde oft für Werbung genutzt. Die Werbeplätze wurden von anderen Startups zur Verfügung gestellt. Investoren schafften also sowohl das Angebot als auch die Nachfrage für Werbung - allerdings keine nachhaltige. Das Platzen der Blase führte dazu, dass sowohl Werbeplätze als auch Werbung zurückgingen.
Heute scheint es, dass viele Startups zwar werbefinanzierte Geschäftsmodelle haben, aber ohne grosse Werbebudgets. Teils finanzieren sie sich ganz ohne Investoren und versuchen über Mundpropaganda ihre Bekannheit zu steigern. Wenn man noch die Vielzahl von etablierten und neu entstehenden Blogs dazunimmt, darf man wohl behaupten: es werden viele neue Werbeplätze geschaffen. Allerdings wachsen nicht notwendigerweise die Werbebudgets. Wird Werbung also billiger?
Es gibt eine Tendenz zur Umschichtung hin von Print-Medien und Fernsehen ins Internet. Internet-User sind aber zunehmend werbeblind. Werbung wird ignoriert oder sogar mithilfe von technischen Hilfen weggeschaltet. Das heisst, die Benutzer zerstören in gewisser Weise die neuen Werbeplätze. Machen sie Werbung damit wieder teurer?
Die Werbeplätze, die noch existieren, das heisst, die sich Benutzer gefallen lassen, sollten viel wertvoller werden. Allerdings könnte es sein, dass es viel schwieriger wird festzustellen, wo Werbung noch funktioniert und unter welchen Voraussetzungen. Es könnte also passieren, dass immer grössere Teile von Werbebudgets erfolglos verpulvert werden und letztlich nur noch an wenige sichere Werbeplätze geht. Also wieder zurück vom Long-Tail zu den Hits?
Es könne durchaus auch passieren, dass Werbung in seiner existierenden Form verschwindet und Platz macht für eine offene Kommunikation mit Kunden. Aber das wäre ja zu schön, um wahr zu sein. Eher wird man versuchen, die Werbeblindheit der Internet-Benutzer zu kurieren, indem man Werbung in den Content einbettet. Und wenn sich das die Benutzer auch nicht gefallen lassen?
[Inspiration: SimpleEntrepreneur, ReadWriteWeb]
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An Manche | Getaggt: Internet, Werbung, Wirtschaft |
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Verfasst von Fragezeichner
Mai 22, 2008
Wie sähe die Welt aus, wenn Patente nicht nur auf Erfindungen, sondern auf musikalische Ideen vergeben werden würden - auf Ton-Intervalle, Akkordfolgen, Rhythmen, musikalische Formen, Tempi, Agogik, Vortragsanweisungen, …?
Wenn wir annehmen, dass Patente 20 Jahre gültig sind, dürfte man annehmen, dass Bach sämtliche Komponisten seiner Zeit arbeitslos gemacht hätte und den frühen Mozart blockiert. Beethoven hätte ohne Anlauf direkt die Romantik erfinden müssen und hätte seinerseits Schubert, Schumann und Co. unter enormen Druck gesetzt, früh eine unbesetzte Nische zu finden. Möglicherweise gab es auch einen uns heute unbekannten Schlaumeier, der sich den Walzer-Rhythmus unter den Nagel gerissen und den guten Johann Strauss in den 5/4-Takt gezwungen hätte. Wäre die Musikgeschichte schneller abgelaufen? Oder gar nicht? Kann man ohne anfängliches Kopieren und Variieren überhaupt etwas Neues schaffen? Kultur muss man aufsaugen, um sie neu zu schaffen. Gilt das auch für Technologie und Wissenschaft?
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An Manche | Getaggt: Kultur, Musik, Recht |
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Verfasst von Fragezeichner