[Foto: frozenminds]
Wieviel Zeit ihres Lebens hat unsere Mutter für uns gegeben? Und wieviel Zeit wir für sie?
Wieviel Angst hat unsere Mutter um uns gehabt? Und wieviel Angst wir um sie?
Wieviel Liebe hat unsere Mutter uns geschenkt? Und wieviel wir ihr?
Ist die Bilanz ausgeglichen? Oder wird die Ungerechtigkeit in der nächsten Generation gerächt?
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Das Lied steht unter Creativ-Commons-Lizenz. Bearbeitung und Verbreitung ausdrücklich erwünscht!
Mehr Tucholsky-Vertonungen hier.
Mutterns Hände
Hast uns Stulln jeschnitten
un Kaffe jekocht
un de Töppe rübajeschohm –
un jewischt und jenäht
un jemacht und jedreht …
alles mit deine Hände.
Hast de Milch zujedeckt,
uns Bobongs zujesteckt
un Zeitungen ausjetragen –
hast die Hemden jezählt
und Kartoffeln jeschält …
alles mit deine Hände.
Hast uns manches Mal
bei jroßen Schkandal
auch ‘n Katzenkopp jejeben.
Hast uns hochjebracht.
Wir wahn Sticker acht,
sechse sind noch am Leben …
Alles mit deine Hände.
Heiß warn se un kalt.
Nu sind se alt.
Nu bist du bald am Ende.
Da stehn wa nu hier,
und denn komm wir bei dir
und streicheln deine Hände.
(Kurt Tucholsky, 1929)

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Gefällt mir von deinen bisherigen 3 Vertonungen am besten, Fragezeichner. Das etwas balladenhaft, melancholische paßt gut zur Mutter, wie auch das Tempo und eine schöne, abwechslungsreiche Harmonienfolge, die eng beieinanderbleit und mit Singpausen Zeit zum Hinein und- Nachfühlen gibt.
Menachem, du bist ja ein rhethorisch und analytisch bewanderter Musikkritiker
Vielen Dank, freut mich sehr, wenn es dir gefällt!
Mir gefällt es ebenso. Und auch die Stücke davor. Und die Idee dahinter.
Weiter so!
Danke, liebe Muschelschubserin! Ein paar hab ich noch auf Lager…;-)