[Foto: Chris Moncus]
Warum sind wir auf dieser Welt? Wie verwirklichen wir unsere Träume? Was macht uns Hoffnung? Was wollen wir im Leben erreichen? Was erwarten wir von uns? Wenn wir auf keine dieser Fragen mehr eine Antwort zu finden glauben, dann bleibt uns nur noch ein Ausweg: wir delegieren die Lösungsfindung an die nächste Generation und beschweren ihr Leben mit unseren Idealen, Träumen, Hoffnungen, Zielen und Erwartungen. Wir schreien ihnen zu: Du sollst es sein! Und vielleicht finden wir ja in unseren Kindern das, was wir nicht in uns und unseren Zeitgenossen gefunden haben. Vielleicht…
Das Lied steht unter Creativ-Commons-Lizenz. Bearbeitung und Verbreitung ausdrücklich erwünscht!
Aus dem gleichen Zyklus: Kurt Tucholsky – Liebespaar am Fenster
Auf ein Kind
Du lebst noch nicht.
Ich seh dich so lebendig:
ein kleiner gelber Schopf, die Augen blau;
ich seh dich an und such beständig
die Züge einer lieben Frau.
Du kreischst und jauchzst schon laut in deinen Kissen;
du bist so frisch und klar und erdenhaft.
Du brauchst es nicht wie ich zu wissen,
was Zwiespalt ist, der Leiden schafft.
Der ist dahin. Schrei du aus voller Lunge
und schüttle deine runde, kleine Faust!
Sei froh! Sieh auf die Mutter, Junge –
sie ist so hell, auch wenn ein Sturmwind braust.
Hör ihre Stimme nur: gleich wehts gelinder.
Setz du sie fort. Was bin denn ich allein?
Wir Menschen sind doch stets die alten Kinder:
ich war es nicht – mein Sohn, der soll es sein.
Du sollst es sein!
Und kommst du einst zum Leben:
Du sollst es sein! Ich hab es nicht gekonnt.
Gib du, was deiner Mutter Arme geben:
Leucht uns voran!
Du bist so blond.
(Kurt Tucholsky, 1920)

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Wow – technisch deutlich verbessert – schön
Sauber! Das macht echt Spass! Danke und…,
mehr bitte
Coole Interpretation