[Foto: pittigliani2005]
Ein Weltuntergang ist ein einzigartiges Ereignis. Zwar gehen täglich Millionen Welten unter, aber es gehen ja auch immer wieder Millionen Welten auf. Und es geht nicht die Welt aller gleichzeitig unter. Man sagt den Menschen immer mal wieder eine gewisse Lust am Untergang nach, gerade jetzt in der Finanzkrise scheint es in Mode gekommen zu sein, sich gegenseitig mit negativen Prognosen und Untergangsszenarien übertreffen zu wollen. Aber was sind diese kastrierten Phantasien von gescheiterten Wirtschaftsforschern und unbeirrten Apologeten des Niedergangs des Kapitalismus, was ist selbst der Untergang Roms gegen einen echten, endgültigen Weltuntergang, der alles, alles ohne Ausnahme, unsere Vergangenheit, unsere Gegenwart und unsere Zukunft vernichtet, jedes kleinste Indiz unserer Existenz auslöscht, vielleicht sogar die Zeit an sich verschluckt?
Und bei solch einzigartigen Ereignissen, nun ja, da sollte man doch eigentlich nicht fehlen. Selbst wenn man es in diesem Fall dann niemandem mehr erzählen kann. Wann sieht man schon mal die Erde auseinanderbrechen oder Wassermassen Millionenstädte verschlingen oder Feuerbälle in Sekundenschnelle den gesamten Regenwald in Asche legen, während einem der Geruch von Pech und Schwefel in der Nase liegt und ein paar Engel die Posaune anstimmen? Also: wer wäre gern dabei bei diesem einzigartigen Ereignis? Wer würde es vorziehen, wenn es noch in den nächsten 10-20 Jahren eintreffen würde – und wer hätte es lieber nach seinem Tod? Irgendwann geschieht es doch auf jeden Fall! Warum Millionen Jahre warten? Warum das Ganze nicht gleich hinter sich bringen und ein letztes Mal ein bisschen Spass dabei haben?






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