
[Foto: HamburgerJung]
Grauzonen. Sie haben einen schlechten Ruf. Man zeigt mit dem Finger auf sie. Man erschreckt, wenn man bemerkt, dass man sich in einer befindet. Es gibt Politiker, die möchten verbieten, dass sich überhaupt irgendein Mensch darin aufhalten darf.
Aber was ist so schlimm an einer Grauzone? Etwa Zweifel, Unsicherheiten, Unwägbarkeiten? Oder gar Menschlichkeit, Fingerspitzengefühl, Toleranz? Die Unfähigkeit, mit Widersprüchen leben zu können? Was passiert, wenn man sie abschafft? Bleiben dann nur noch die Schwarz- und die Weisszonen übrig? Gibt es Grenzbeamte, die dafür sorgen, dass die Grenze scharf bleibt, dass sich die Ränder nicht vermischen und keine neue Grauzone entsteht?
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Hallo,
ohne hier irgend jemanden in Schutz nehmen zu wollen würde ich sagen das, in einer zunehmend komplexer werdenden Welt, immer mehr Menschen der Versuchung unterliegen eben diese simpler, durchschaubarer zu gestalten.
Gruß
Aber paradoxerweise steigt auch mit zunehmender Komplexität die „Fläche“ der Grauzonen, der Überlappungen, der Grenzüberschreitungen…
Was ist daran paradox?
Könnte es sein das Du Komplexität mit Ordnungsmechanismen assoziierst?
Nein, eher mit Heterogenität. Wenn ein System komplexer wird, dann meist dadurch, dass es mehr verschiedene Komponenten gibt, die miteinander in Beziehung stehen und kommunizieren. Es gibt also viele kleine Welten mit unterschiedlichen Erwartungen und Werten, die sich überschneiden und damit Grauzonen bilden.
Und sollte es dir jemals gelingen diesen eigentlich simplen Gedanken, als fundamentalen Bestandteil in den Unterricht an staatlichen Schulen einfließen zu lassen, melde ich dich als Kandidaten für den Friedensnobelpreis an
Wusste gar nicht, dass du so gute Kontakte hast…
Du würdest staunen wenn Du wüsstest wie gut sie sind