[Foto: DASKAjA]
Archiv für Februar 2008
Völlige Transparenz als politisches Programm
In An Manche on Februar 29, 2008 at 8:31[Foto: David Plotzki]
Ist das denkbar: eine Partei, die mit der Forderung nach vollständiger Transparenz des Staates (nicht die der Bürger, da arbeiten ja schon ein paar übereifrige Politiker dran) als politisches Programm in den Wahlkampf zieht? Zum Beispiel:
- Einsicht des Bürgers in alle Entscheidungsfindungsprozesse der Bundes- und Landesregierungen und Ministerien
- Einsicht des Bürgers in alle Behörden und Ämter
- Abschaffung aller Geheimdienste
Was noch?
Etwas ähnliches gibt’s bereits: http://partei20.mixxt.de
Rote oder blaue Pille?
In An Alle on Februar 28, 2008 at 9:58Warum nimmt Neo in Matrix die rote Pille? Warum will Truman in Truman Show nicht in seiner perfekten Scheinwelt bleiben? Warum tauscht David in Vanilla Sky seinen möglichen Glückszustand gegen die grausame Realität?
Warum sind Wahrheit und Freiheit wichtiger als subjektives Wohlbefinden?
Die 68er
In An Manche on Februar 27, 2008 at 9:06[Foto: jonandsamfreecycle]
Die sogenannte 68er-Generation wird immer mal wieder für den Niedergang familiärer Werte verantwortlich gemacht. Ist es nicht vielmehr so, dass die 68er als erste diesen Niedergang erkannt haben und die Bigotterie von innerlich kaputten und nur fassadenhaft aufrechterhaltenen Ehen nicht ertragen konnten?
Wird also nicht der Überbringer der schlechten Botschaft bestraft?
Eine Frage, die Kinder nie stellen
In An Alle on Februar 26, 2008 at 9:18Eine Frage, die Kinder nie stellen: was ist der Sinn des Lebens?
Braucht es eine gewisse Reife, bevor uns diese Frage beschäftigt? Oder ist es im Gegenteil so, dass Kinder unbewusst die Antwort in sich tragen und ihr Wissen erst im Laufe ihrer Sozialisierung und Erdung durch die Anforderungen des Alltagslebens verlieren?
[Foto: 1340017. gl. kongevej 95 1]
Wozu ist Religion gut?
In An Manche on Februar 24, 2008 at 11:02Jeder, der etwas auf seine Religion hält, sollte sich diese Frage weder stellen, noch sie versuchen zu beantworten. Egal, wie die Antwort lautet, würde sie auch mit grosser Wahrscheinlichkeit passen, wenn man das Wort Religion durch irgendetwas anderes, zum Beispiel durch Drogen oder Freunde ersetzt.
Sollte Religion nicht den Anspruch haben, Wahrhaftigkeit zu vermitteln, anstatt eine wie auch immer geartete Funktion zu erfüllen? Spielt sie nicht mit ihrer Existenz, wenn sie sich auf einen Nutzen beruft?
Wie lange kann eigentlich die Überschrift eines Blogeintrags werden? Endet das wie bei Software üblich irgendwo bei 255 Wörtern oder bei 65535? Oder hat WordPress das mal willkürlich auf eine runde Zahl festgelegt? Oder auf ein Vielfaches seines ersten selbstverdienten Geldes? Oder gibt es gar überhaupt keine Grenze? Da unsere Welt endlich ist, wird es also auch eine Grenze geben. Aber ist diese Grenze eine menschlich sauber gezogene oder so etwas wie der Beginn eines Minenfelds, d.h. wenn die Grenze überschritten wird, knallt es irgendwo? Wo würde es dann knallen – in WordPress, im Browser, im Betriebssystem? Verprelle ich mit einem solchen Eintrag meine wenigen treuen Leser? Oder provoziere ich sie gar dazu, die Grenzen der Kommentarlänge auszutesten? Einige Fragen werden sich vielleicht beantworten, wenn ich jetzt einfach mal auf den Button „Veröffentlichen“ klicke? 10,9,8,7,6,5,4,3,2,1,?
In An Mich on Februar 21, 2008 at 11:33Nur eine Hupe
In An Niemanden on Februar 21, 2008 at 12:27[Foto: kosare]
Es ist erstaunlich, zu welchen Höhen sich die menschliche Sprache mitunter aufschwingt.
Bei manchen Menschen hat man leider den Eindruck, dass statt eines Sprachzentrums in ihrem Gehirn lediglich eine Hupe sitzt. Verbringen die zuviel Zeit im Auto?
Fragen an den Vater
In An Alle on Februar 13, 2008 at 10:25[Foto: pizzodisevio]
Irgendwann ist der Vater weg und manchmal früher, als man das erwartete. Alle Fragen, die zu spät kommen, werden dann für immer offen bleiben. Oder man muss sie sich selbst beantworten. Seit einiger Zeit nehme ich mir vor, Fragen zu sammeln, die ich meinem Vater unbedingt stellen will. Da mein Vater gerne ausholt und sich auch gerne mal wiederholt, selbst wenn man ihm das signalisiert, laufen die wenigen Gespräche manchmal etwas aus dem Ruder und in die falsche Richtung. Konkrete Fragen sind ein Weg, Dialoge konstruktiv zu lenken. Ich möchte, dass ihr mir bei meiner Sammlung helft und habe deshalb oben eine Rubrik „Fragen an den Vater“ eingerichtet. Also: meine Frage an alle, die es interessiert:
Welche Fragen sollte man seinem Vater stellen?
Flat = platt?
In An Jemanden on Februar 13, 2008 at 11:09[Photo: Malingering]
Bedeuten Flat-Rates nicht Ineffizienz, Ressourcenverschwendung, falsche Anreize, Aushebeln des Marktes, Preisspiralen nach unten, Verdrängungskämpfe? Müsste nicht jeder Betriebswirtschaftler und sogar Volkswirtschaftler von Flat-Rates dringend abraten?
Wie konnte es dazu kommen, dass die Idee einer Flat-Rate sich auf breiter Basis durchsetzen konnte? Dass mittlerweile sogar Kneipen („Flat-Rate-Saufen“) das Konzept aufgreifen?
Wird das denn so bleiben oder ist es denkbar, dass Flat-Rates eines Tages wieder durch nutzungsabhängige Preissysteme ersetzt werden?
Und: wieviele Internet-Nutzer gäbe es heute ohne Flat-Rates?
Zeitformel
In An Alle on Februar 12, 2008 at 8:43[Foto: PrASamGaM]
Zeit verläuft nicht linear. Die Kindheit dauerte eine Ewigkeit. Das Studium ging relativ schnell herum. Aber die letzten 10 Jahre vergingen wie im Fluge. Und meine Omi sagte mir mal: „Die letzten 40 Jahre kommen wir vor wie ein Jahrzehnt!“
Kann es sein, dass die gefühlte Zeit sich beschleunigt? Ähnlich wie ein Stein, den man von einem Turm herunterwirft? Kann man das berechnen – also zum Beispiel: Gefühlte Zeit = gelebte Jahre hoch Zeitabnutzungskonstante? Ist das ein Naturgesetz oder gibt es eine Möglichkeit, die Zeit zu bremsen?
Wenn es einen geheimen Trick geben sollte, dann müssten die Kinder ihn kennen. Da wir alle mal Kinder waren, müssten wir ihn also auch mal gekannt haben, bevor wir ihn vergessen haben, oder? Kennt ihn jemand?
Das Alter entscheidet?
In An Mich on Februar 11, 2008 at 9:39Kann es sein, dass Entscheidungen mit dem Alter schwieriger werden? Woran könnte das liegen? Schleppt man mit zunehmendem Alter mehr Informationen mit sich herum, hat also mehr Parameter und Entscheidungskriterien, die man berücksichtigen muss? Oder wird man durch das Wissen um mehr Alternativen gelähmt? Oder hat man einfach mehr zu verlieren und will deshalb das Risiko einer Fehlentscheidung minimieren?
Ist nicht die Ignoranz die Mutter aller Abenteuer?
Keine Ideen mehr?
In An Manche on Februar 8, 2008 at 8:49
[Foto: geoffroy demarquet]
Heinz Ehrhard war stets von dem Alptraum geplagt, dass ihm eines Tages die Ideen ausgehen könnten. Kann das auch einem Blogger passieren? Eines Tages aufwachen und schlicht und einfach keinen Einfall mehr, keine Spur von Inspiration, kein noch so ausgetretenes Thema mehr, über das er schreiben könnte?
Bücher wieder lesen
In An Alle on Februar 7, 2008 at 9:52[Foto: zephyrbunny]
Sollte man nicht regelmässig – zum Beispiel alle zehn Jahre – die liebsten Bücher seiner Bibliothek (oder die, die den stärksten Eindruck hinterliessen) neu lesen, um zu überprüfen, ob sie immer noch die liebsten sind (oder immer noch einen starken Eindruck hinterlassen)? Welch bessere Möglichkeit gibt es, festzustellen, ob man sich verändert hat?
Das Bild hing schief
In An Alle on Februar 6, 2008 at 10:14[Foto: Herrner]
Was ist eigentlich so störend an schiefen Bildern? Ist in der Natur nicht auch vieles schief? Würden wir ein schiefes Bild eher akzeptieren, wenn alle anderen Linien auch schief sind? Hat das was mit dem Horizont zu tun – Urängste vor dem Weltuntergang angekündigt durch einen schiefen Horizont? Oder eher mit antrainiertem Ästhetik-Bewusstsein? Oder beginnen wir in unserem Kopf sofort ein Vexierspiel und eine Fehleranalyse, wenn wir ein Element sehen, das sich von seinem Kontext unterscheidet? Stören sich auch Tiere an schiefen Bildern – oder Ebenen?
Videospiele und ihr kultureller Einfluss
In An Alle on Februar 4, 2008 at 11:27[Foto: Rakka]
Ich habe als Kind oft mit Playmobil gespielt. Ich spielte damit Alltagserfahrungen nach, das Erwachsenenleben (oder das, was ich mir darunter vorstellte) oder erfahrene und erfundene Geschichten. Auch heute ist Playmobil bei Kindern noch sehr beliebt. Vor ein paar Wochen spielte ein etwas älteres Kind den ganzen Tag mit meinem Söhnchen Playmobil. Abends rief mich mein Söhnchen, er wolle mir ein Spiel zeigen. Da waren fünf verschiedene Playmobil-Landschaften: ein Nordpol mit Pinguinen und Eisbären, ein Bauernhof mit Kühen und Schweinen, die Arche Noah, eine afrikanische Steppe voller Löwen und ein Urwald mit Schlangen, Papageien und Affen. Interessant, sagte ich, und wie geht das Spiel? Ein Hund muss einen Knochen finden und dabei die gefährlichen Tiere ablenken. Wenn er gewinnt, springt er drei Mal in die Höhe, bellt und darf es in der nächsten Landschaft versuchen. Wenn er verliert, macht er „möop“ und ist tot. Dann ist der andere dran.
Kann es sein, fragte ich meine Frau, dass der grosse Junge – nennen wir ihn einfach mal Nicolas – zufällig eine Videospielkonsole hat? Woher weisst du das, fragte sie zurück?
Frage: werden in der Generation 2000 Geschichten von Spielen abgelöst? Lernt man durch Spiele mehr als durch Geschichten? Machen Spiele mehr Spass als Geschichten? Malen Kinder heute Spielfiguren statt Märchenfiguren? Träumt man von Spielen wie man von Geschichten träumt? Sollte man als Elternteil seinem Kind vor dem Schlafengehen ein Gute-Nacht-Spiel kredenzen? Sammeln gerade irgendwo in unserem Land die Brüder Jacob und Wilhelm Flimm die schönsten deutschen Videospiele unserer Zeit?
Oder ist mein Ausflug als Trendforscher nichts als ein bemühtes Einfangen von Mitternachtssonnenstrahlen?
Unnatürlich
In An Manche on Februar 4, 2008 at 10:08Akzeptieren, was der Chef sagt, nur weil er der Chef ist. Obwohl er eigentlich nicht mehr weiss, keine besseren Ideen hat, keine besseren Entscheidungen trifft. Einfach nur weil er Chef ist. Druck auszuhalten, weil irgendein Mensch irgendetwas Sinnloses von dir will, das er nicht mal richtig begründen kann – und muss. Nur weil er zufällig der Chef ist. Weil ihr euch im Jahr X zufällig in diesen künstlichen Rollen wiedergefunden habt. Er der Chef, weil er irgendwie früher da war oder sich mit irgendjemanden, der irgendwie früher da war, gut verstanden hat. Disziplinieren lassen von einem undisziplinierten Menschen, nur weil er dein Chef ist. Weil auf irgendeinem Zettel steht, dass er das darf. Freundlich sein zu einem Menschen, der dir zutiefst zuwider ist, dem du im richtigen Leben nicht mal die Hand geben würdest, geschweige denn ein Bier trinken. Er der Chef, er darf dich kritisieren, erziehen, Ziele festlegen, dich kontrollieren, dich loben. Er der strenge Vater, du das Kind, das nicht frech sein darf, das gehorchen muss, das um Aufmerksamkeit betteln muss.
Kann das auf Dauer gesund sein?











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