[Foto: ztephen]
Strawinsky wurde von Kritikern vorgeworfen, dass seine Musik keine Emotionen transportiert.
Aber ist das denn überhaupt ein Vorwurf? In welchem Regelbuch steht, dass Musik Emotionen transportieren muss? Muss denn auch Literatur Emotionen transportieren oder die Malerei?
Ist mit Musik Emotionen zu wecken nicht überhaupt das Allereinfachste und gelingt täglich hunderten von Songs? Ist es nicht viel schwieriger und deshalb bewundernswerter, wenn Musik Erkenntnis beschert? Wenn sie uns eine Ahnung vermittelt, von der Grösse unserer eigenen Fähigkeiten, von der Schönheit der Natur, von einer unvergänglichen Wahrheit, von einem Zusammenhang zwischen unserem Leben und dem der anderen Menschen? Wenn sie neue Formen zu erprobt und neue Ideen umzusetzt wie es den Werken Strawinskys und anderen moderne Komponisten gelang? Oder auch nur längst vergangene, polyphone Musik aus den Vorzeiten Bachs wieder ans Tageslicht bringt?
Was ist dagegen das bisschen Hass, Schadenfreude und wohlige Gemütlichkeit, die uns Radio/Fernsehen/Internet täglich einführt?

Twitter?
Strawinsky und keine Emotionen? Blödsinn!
Das Seichte in den gleichgeschalteten Medien, das schläfert uns ein – im doppelten Wortsinn.
Guter Kommentar bei Spiegelfechter.