Entscheidungen Ziel Fehler, Gesellschaft
In An Niemanden on Dezember 26, 2007 at 2:02

[Foto: ReRod]
Wie ist das möglich: über 20 Jahre lang jede einzelne Entscheidung abgewogen und mit Bedacht getroffen, auch im Rückblick nicht einen einzigen gravierenden Fehler begangen, im jeweiligen Kontext das beste erreicht zu haben, von der Überzeugung durchdrungen, alles wieder genauso zu machen – und dennoch ganz woanders zu sein, als vor 20 Jahren erhofft und erwartet? Was lief falsch?
Gesellschaft, Weihnachten Lügen Geschenke Christkind
In An Mich on Dezember 25, 2007 at 1:08
[Foto: Herbstkind]
Ist die folgende Aussage eine Lüge?
Die Geschenke bringt das Christkind
Und diese hier (auf die Frage, warum das Playmobil-Haus im gleichen Geschenkpapier verpackt wurde, das in der Küche herumfliegt und auch schon für Omas Massagegerät benutzt wurde)?
Das Christkind war so überarbeitet, dass es mich gebeten hat, die Geschenke selbst einzupacken.
Gesellschaft, Technologie
In An Mich on Dezember 16, 2007 at 8:15

[Foto: Muslima2006]
So wie viele unserer Rücken heute auf den Bürostühlen verkümmern, weil ein Grossteil der Arbeit, die früher manuell heute von Maschinen erledigt wird, darf man sich fragen, ob die Maschinen – die Computer und das Internet – auch unsere Gehirne verkümmern lassen, indem sie uns einen Grossteil der Denkarbeit abnehmen. Wenn das stimmen würde, wäre es durchaus möglich, dass wir irgendwann einfach zu blöd sind, die komplexe Technik im Fall eines Fehlers noch zu beherrschen und als Folge unsere Zivilisation hilflos zusammenbrechen sehen.
Aber nehmen uns Computer wirklich Denkarbeit ab? Oder befreien sie uns nicht vielmehr von lästigen Tätigkeiten – wie Rechnungen zu addieren, Akten abzulegen, zu duplizieren, zu suchen, Informationen nachzuschlagen, langfristig nutzlose Dinge kurzfristig zu memorisieren – die viel unseres kreativen Potentials binden?
Oder ist mal wieder beides richtig?
Fragen zu ähnlichen Themen:
Effizienz, Gesellschaft, Klamotten, Pareto
In An Mich on Dezember 13, 2007 at 11:50
Ein universelles Phänomen: die 80/20-Regel (auch Pareto-Prinzip genannt)
- 20% der Menschen besitzen 80% des Volksvermögens
- 20% Aufwand bringen 80% Ergebnis
- 20% aller möglichen Ursachen sind für 80% meiner Probleme verantwortlich
- 20% aller Autofahrer verurachen 80% aller Unfälle
- Ich trage zu 80% meiner Zeit 20% meiner Klamotten
- 20% meiner CDs tragen zu 80% meiner Musik-Konsums bei
- 20% der Blogs sind für 80% des Traffics verantwortlich
Was ich mich frage: ist das jetzt ein unumstössliches Naturgesetz oder kann man daran etwas ändern? Ist das Auftreten der 80/20-Regel eine Art Krankheitssymptom oder ein natürliches Gleichgewicht?
Sollte ich mich also z.B. zwingen, jeden Tag etwas anderes anzuziehen und somit eine lineare Verteilung zu erreichen?
Oder im Gegenteil die 80% meiner Klamotten zu identifizieren, die ich nur zu 20% trage, und sie einfach wegzuschmeissen? Wenn ich das tue, kann ich dann sicher sein, dass sich meine restlichen Klamotten nicht ebenfalls nach dem Pareto-Prinzip verteilen? Und dass ich, wenn ich konsequent weiter optimiere, am Ende mit genau einem Hemd und einer Hose ende?
Attention Economy, Aufmerksamkeit, Aufmerksamkeitsökonomie, Geld, Technologie, Wirtschaft
In An Manche on Dezember 11, 2007 at 11:37
Die Feudalherren des späten Mittelalters verschliefen die Geldwirtschaft. Die Währung des Erfolgs und des Reichtums hiess Macht. Ihr Ziel hiess: zu Adligen werden. Der Systemwechsel von der Feudal- zur Marktwirtschaft ist ihnen schlecht bekommen. Denn nun war Geld die Währung des Erfolgs. Und Macht liess sich nicht so leicht in Geld umwandeln wie Geld in Macht. Der Adel verarmte.
Sind wir gerade in einem Übergang zu einer neuen Ökonomie von der Marktwirtschaft zur Aufmerksamkeitsökonomie? Dieser Frage und ihren Implikationen widmete sich bereits vor 10 Jahren Michael Goldhaber in einem bemerkenswerten Essay:
- Heisst die neue Währung des Erfolgs bald Aufmerksamkeit statt Geld?
- Ist Darstellen, nicht Produzieren der künftige Weg zum Erfolg?
- Ist das Preisgeben geistigen Eigentums und auch eines grossen Teils der Privatsphäre Grundbedingung für Erfolg in der Aufmerksamkeitsökonomie?
- Lässt sich Aufmerksamkeit leichter in Geld umwandeln als Geld in Aufmerksamkeit?
- Werden finanzielle Transaktionen auf Kosten von Aufmerksamkeitstransaktionen an Bedeutung verlieren?
Sind wir der Aufmerksamkeitsökonomie in den letzten 10 Jahren ein deutliches Stück näher gekommen?
Wenn man das mal weiterzudenken versucht, leben wir dann irgendwann in einer Welt, in der folgendes gilt?
- Menschen führen Aufmerksamkeitskonten, die ausweisen, wieviel Aufmerksamkeit sie besitzen?
- Es gibt standardisierte Mechanismen um Aufmerksamkeit zu transferieren, also um damit reelle Güter und Dienstleistungen zu bezahlen?
- Unternehmen werden an einer Aufmerksamkeitsbörse notiert, die angibt, wieviel Aufmerksamkeit das Unternehmen besitzt?
- Es gibt Aufmerksamkeitsräuber, die es schaffen, mit Aufmerksamkeit gesegneten Menschen, Aufmerksamkeit zu entziehen und sich selbst anzueignen?
- Wenn mehr Aufmerksamkeit erzeugt wird als echte Werte produziert werden, gibt es Aufmerksamkeitsinflation?
- Eine zentrale europäische Behörde regelt Aufmerksamkeitsparameter – wie zum Beispiel den Aufmerksamkeitszins (was immer das sein mag, da fehlt mir die Phantasie)?
- Ein Ratgeberbuch namens „Aufmerksamkeit macht nicht glücklich!“ steht seit Jahren auf der Aufmerksamkeitsliste ganz oben?
- Ein geflügeltes Wort heisst: „Aufmerksamkeit stinkt nicht!“?
Dinge, Gesellschaft, Sprichwort
In An Mich on Dezember 4, 2007 at 7:22

[Foto: ChrisP]
Ich erinnere mich vage an ein altes, wahrscheinlich chinesisches Sprichwort: Wer mehr als X Dinge besitzt, wird von den Dingen besessen. Alten Mythen folgend galt bestimmt: X=7.
Ist X heute immer noch 7? War X überhaupt jemals 7? Allein Jacke, Hemd, Hose, Strümpfe und Schuhe sind ja schon 5 nur zum Anziehen (und da ist noch nicht mal eine Unterhose dabei oder Socken zum wechseln). Mit Bett, Decke, Kissen, Tisch, Stuhl, Schrank, Herd, Topf wären wir schon bei 13. Sind Löffel, Gabel, Messer schon Luxus? Kühlschrank, Geschirrspüler, Waschmaschine?
Wieviele Dinge besitze ich? 500? Wieviele davon benutze ich nicht? 300?
Sollte man das Sprichwort nicht besser umschreiben und Geld statt Dinge sagen?
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