Die Fragen sind es, aus denen das, was bleibt, entsteht (Erich Kästner)

Archiv für November 2007

Phänomen der offenen Türen

In An Manche on November 28, 2007 at 7:55

Offene Tür

[Foto: HelenaN]

Ein paar Thesen:

  • jeder hört nur dem zu, der ausspricht, was er ohnehin schon denkt
  • wir lassen in einer informationsflut daten vorfiltern von leuten, die uns nahestehen, oder von algorithmen, die wir mit unseren vorlieben füttern
  • damit bekommen wir nur das, was wir schon wissen, was wir schon mögen, was wir schon kennen
  • und wir lernen leute kennen, die immer in das gleiche raster passen. wir bilden ghettos mit gleichgesinnten und verkrusten zusammen und bestärken uns in unseren überzeugungen

Stimmt das?

Leistung lohnt sich?

In An Manche on November 27, 2007 at 6:39

Stahlarbeiter

[Foto: arimoore]

Welche Faktoren bestimmen massgeblich Gehälter?

Kandidaten: Unternehmensgrösse, Standort, Organisation von Gewerkschaften, soziale Herkunft, Verhältnis von Angebot und Nachfrage, technologische Entwicklungen, konjunkturelle Situation, Diplome und Zeugnisse, Alter des Mitarbeiters, Skrupellosigkeit, Bereitschaft zur Vetternwirtschaft, Glück. Was noch und was wieviel?

Wirtschaftswissenschaftler sind sich nicht sicher. Aber ein Faktor spielt definitiv keine Rolle: Leistung. Warum eigentlich nicht? Weil man sie nicht messen will? Oder kann?

Und ist das der Grund, warum manche Politiker immer wieder mal hysterisch rufen: „Leistung muss sich wieder lohnen!“? Gab es denn mal eine Zeit, als sich Leistung lohnte?
[Inspiration: Brandeins]


Mehr Fragen zum Thema:

In Synch?

In An Mich on November 25, 2007 at 8:15

Gleichschritt

[Foto: ChicagoEye]

Bis in die 90er-Jahre hinein empfingen 80% der Bevölkerung nur drei Fernsehprogramme. Eine Sendung wie Wetten-Dass zog bis zu 25 Millionen Fernsehzuschauer an und sorgte für Gesprächsstoff am Montag morgen. Die abendliche Tagesschau war Stichwortgeber für Millionen von simultanen politischen Diskussionen. Aktenzeichen XY liess Freitag nachts eine Generation von Kindern nicht einschlafen und verdächtige Geräusche im Keller hören.

Die Aufmerksamkeit der Menschen ist heute verteilt. Auf mehr Fernsehkanäle, aber auch auf mehr Medien – insbesondere das Internet oder Computer-Spiele haben sich ein grosses Stück vom Aufmerksamkeitskuchen abgeschnitten.

Sind unsere Empfindungen, Gedanken und Handlungen heute also weniger synchronisiert sind als noch vor 10-15 Jahren? Sind wir stärker voneinander entkoppelt? Wird unsere Gesellschaft dadurch vielfältiger und interessanter? Oder ist diese Vielfalt eine Illusion, weil die im Grunde gleichen Botschaften nur über andere Kanäle zu uns dringen?

Oder überschätze ich den Einfluss des Fernsehens und es sind ganz andere Dinge, die uns synchronisieren – z.B. Weihnachten oder die Jahreszeiten?

[Inspiration Viralmythen]

Arbeitsteilung

In An Manche on November 23, 2007 at 6:24

Schachtürke

[Bild: Wikipedia]

Wenn Maschinen irgendwann die Weltherrschaft anstreben, dann sollten sie die folgende Geschichte genau lesen, denn die könnte später mal als nützliche Anleitung dienen. Einer Spam-Software gelingt es, Menschen (genauer gesagt: Männer) dazu zu bringen, für sie Texte in Bildern zu identifizieren (sogenannte Capchas). Warum sollten Menschen einen solchen Sklavendienst leisten? Weil sie für jedes gelöste Captcha ein neues Bild einer sich langsam entblätternden Frau zu sehen bekommen. Perfektes Zusammenspiel von Mensch und Maschine. Menschliche Schwächen verbinden sich mit denen der Maschine für einen schlechten Zweck.

Hat jemand Ideen für weitere Anwendungen?


Weitere Fragen zum Thema:

Wiederholungstäter

In An Niemanden on November 22, 2007 at 7:50

Mehr Fehler = mehr Erfolg

In An Mich on November 21, 2007 at 7:42

Ein Versuch, die folgende These zu beweisen: mehr Fehler machen ist ein Weg zum Erfolg.

These 1: Erfolgreich kann man nur werden, wenn man Dinge unternimmt. Je mehr Dinge man unternimmt, desto grösser die Wahrscheinlichkeit, dass man erfolgreich ist. Und desto grösser auch die Wahrscheinlichkeit, dass man Fehler macht. Logischer Schluss: je mehr Erfolg man hat, desto mehr Fehler macht man auf dem Weg dorthin.

These 2: Je ungewöhnlicher die Idee, die man umsetzt, je origineller man ist, je mehr man gegen den Strich bürstet, desto erfolgreicher ist man. Die grössten Meilensteine der Menschheit in Kunst, Wissenschaft und Unternehmertum sind geprägt von Einzigartigkeit – und wurden anfänglich als Irrtümer und Fehler belächelt.

Schluss: wenn also Fehler nur ein anderes Wort für Originalität und Widerspenstigkeit ist, dann sollte man bewusst Fehler machen, um erfolgreich zu sein. Mehr Fehler machen ist ein Weg zum Erfolg. Q.E.D.

Wo liegt der Fehler?

Mühsam ernährt sich das Eichhörnchen

In An Mich on November 20, 2007 at 7:37

Jeder darf an der Geschichte mitschreiben. Aber nur ein Wort. Kann daraus Literatur werden? Warum nicht?

Siehe http://wordage.org.

Zeitgemässe Bitte?

In An Mich on November 19, 2007 at 7:58

Dark

[Foto: jrblackwell]

Ist die folgende Bitte noch zeitgemäss: Ich kann es dir jetzt nicht erklären, du musst mir vertrauen!

Macht es einen Unterschied, wenn man sie

  • Kindern
  • Freunden
  • Arbeitskollegen
  • Arbeitnehmern
  • Mitbewohnern
  • Passanten

anträgt?

Oder in welchem Kontext sie geäussert wird?

Wie kann man eine solche Bitte am geschicktesten und überzeugendsten abwehren?

Gehalt und Bedeutung

In An Manche on November 18, 2007 at 11:01

Löwe nach Verzehr eines Managers?

[Foto: Joachim S. Müller]

In Anlehnung an einen Gedanken von Spiesser Alfons [via StoiBär], der sagt, dass Eisenbahner viel weniger verdienen als die Kreativdirektoren in deutschen Werbeagenturen, ihre Arbeit aber viel wichtiger für das Funktionieren unserer Wirtschaft und Gesellschaft ist.

Könnte man das gleiche nicht auch für die Briefträger gegenüber der Vorstandsetage der Post sagen? Oder die Stahlgiesser im Vergleich zum Finanzchef von Daimler oder BMW? Oder die Microsoft-Programmierer im Vergleich zu Steve Ballmer?

Ich weiss natürlich, dass es natürlich potentiell mehr Menschen gibt, die Lokführer, Stahlgiesser oder Programmierer werden könnten. Und dieses erhöhte Angebot drückt die Gehälter. Andererseits ist schon erstaunlich, dass anscheinend diejenigen, die sich um die Details kümmern und die Sache am laufen halten, geringer bewertet sind als diejenigen, die organisieren, delegieren und für die grossen Linien verantwortlich sind. Es sind zufälligerweise auch diejenigen, deren Arbeit man schneller und unkomplizierter beurteilen kann. Gibt es da einen Zusammenhang? Kann man die Leistung der Chefs überhaupt objektiv beurteilen – oder ist der Börsenwert, der ja oft als Mass herangezogen wird, viel stärker von anderen Faktoren abhängig?

Stimmt also der alte Witz von den zwei Löwen, die aus dem Zoo ausbrechen und sich nach ein paar Monaten wiedertreffen? Der eine ist hager, der andere fett. Der Hagere sagt: ich habe gerade mal einen einzigen Menschen fressen können, danach wurde ich ständig gejagt und war ununterbrochen auf der Flucht. Der Fette sagt: ich habe mich neben den Eingang eines IBM-Büros gesetzt und habe jeden Tag einen Manager gefressen. Das ist niemandem aufgefallen.

Wissen bergen

In An Mich on November 15, 2007 at 11:14

Safe

Wo befindet sich das meiste Wissen? In Büchern und auf Web-Seiten? Oder in den Köpfen der Menschen? Oder in den Tiefen der Datenbanken von privaten Organisationen? Oder wo sonst noch?

Wie bekomme ich es von dort am besten in meinen Kopf?

Hm,

  • wenn es vor allem in Büchern und auf Web-Seiten ist, dann muss ich danach suchen, richtig?
  • wenn es vor allem in den Köpfen ist, dann muss ich danach fragen, richtig?
  • wenn es in privatem Besitz ist, dann muss ich es kaufen, richtig?

Welches der folgenden Unternehmen ist demnach am besten für die Bergung des Wissens gerüstet: Google (suchen) oder Facebook (fragen)? Und wie kommt man an das restliche Wissen heran?

Die transparente Gesellschaft

In An Alle on November 13, 2007 at 7:53

Water in a Glass

[Foto: AUS-GANG-EIN]

Die Jugendlichen und Studenten, die so sorglos ihr Profil, ihre Vorlieben, ihre Fotos, ihre Geschichten, ihren Freundeskreis im Internet publik machen, die weder Datenmissbrauch noch Diffamierung zu fürchten scheinen, die nicht um ihren Ruf, noch um ihre Zukunft bangen – sind sie die Vorboten einer Zeit des Endes der Privatsphäre, die Totengräber von Intimität und Geheimnissen, die Avantgarde einer nie gekannten Offenheit und Transparenz? Oder durch Gruppenzwang oder Eitelkeit vernebelte Ignoranten?

Was bedeutet das für eine Gesellschaft, von jedem Menschen nicht nur die Telefonnummern, sondern auch seine Lieblingslieder, sexuellen Präferenzen, kriminelle Handlungen, ja, alle jemals gemachten politischen Äusserungen nachschlagen zu können? Werden dann die, die das nicht wollen, zu Aussenseitern, denen man Leichen im Keller unterstellen muss? Muss man in Zukunft für seine öffentlichen Missetaten auch öffentlich Busse tun oder stellt sich eine unermessliche Toleranz ein?

Oder eine unermessliche Gleichgültigkeit? Verliert das Private so an Wert, dass sich niemand mehr dafür interessiert? Oder entwickeln die Menschen Mechanismen, ihre wahren Absichten im Müll widersprüchlicher Informationen zu verschleiern?

Wird es nach Jahren des offenen Experimentierens eine massive Gegenbewegung hin zu Privatheit und Recht auf die Verwertung persönlicher Informationen geben?

Werden Menschen nur noch unter verschiedenen Identitäten ins Netz gehen oder im Gegenteil all ihre Aktionen, Informationen und Spuren, die sie hinterlassen, gebündelt, zentral, öffentlich zugänglich speichern, um Glaubwürdigkeit und „Karma“ anzuhäufen?

Nicht nur der Schein, auch der Klang kann trügen…

In An Mich on November 12, 2007 at 8:41

Eine Tonfolge, die mit jedem Hören weiter oben beginnt? Erklärungen? Was soll man von einem Gehirn halten, dass sich so leicht veräppeln lässt?

[Via]

Warum lachen wir?

In An Alle on November 9, 2007 at 8:25
Mort de rire
[Foto: nziem]

Die Süddeutsche versucht der Frage auf den Grund zu gehen und nennt vier mögliche Gründe: 1) Lachen dient in der Tierwelt als „Nur Spass“-Signal, um Kämpfe spielerisch und unblutig zu erlernen 2) Lachen hilft, Konfliktsituationen zu entschärfen 3) Lachen hilft bei der Gruppenbildung 4) Lachen signalisiert Abgrenzung zu Dummheit und bestätigt den eigenen Status in einer Gruppe.

Keiner dieser Gründe kann mir wirklich erklären, warum mein Söhnchen wahre Lachkrämpfe bekommt, wenn ich ihm die Geschichte von Nulli und Priesemuth vorlese („Übung macht den Meister“), in der Nulli seinem Freund beim Möhrenziehen aus Versehen ins Gesicht pupst. Ich vermute mal, man würde versuchen, mich mit Grund 4) abzuspeisen.

Aber mir scheint, Lachen ist nicht notwendigerweise etwas kommunikatives, sondern oft etwas ausschliesslich persönliches – ein sinnloses Überdrehen des Intellekts, ein aufflackerndes Erkennen der Absurdität des Daseins, eine illusionäre und kurzfristige Befreiung von Sorgen und Zwängen.

Ist Lachen deshalb nur den Menschen vorbehalten? Oder kennt jemand einen Hund, der sich schon mal totgelacht hat? Ist Lachen also ein evolutionärer Luxus?

Lawrence Lessig über Urheberrecht und Kreativität

In An Jemanden on November 7, 2007 at 8:04

Ist das nicht einer dieser Vorträge, der einem so das Hirn einnebelt, das man sich wohlig in seine Überzeugungen kuschelt und gar nicht anders kann als vor dem Bildschirm aufzustehen und zu applaudieren? Sollte man sich nicht wenigstens die Mühe machen und der Form halber ein paar kritische Fragen stellen?

Zunächst zum Inhalt dieses Lehrstücks in Kommunikation von Lawrence Lessig über das geltendende Urheberrecht. Es beginnt mit 3 Geschichten:

1. Beim Aufkommen der Grammaphone fürchtete ein gewisser Herr Sousa, seines Zeichens Komponist von Marschmusik, dass die Kultur des Singens und Musizierens unter Kindern verloren gehen könnte.

2. In den USA existierte ein Gesetz, das Landbesitz auch die Lufthoheit über dieses Landes garantiert. Farmer klagten gegen Fluggesellschaften und verloren, weil das Gesetz nicht gesundem Menschenverstand entspricht.

3. In den 20er-Jahren begann das Radio die Einnahmen der amerikanischen Musikindustrie zu bedrohen, die daraufhin eine Verwertungsgesellschaft namens ASCAP gründete, die in kürzester Zeit den amerikanischen Musikmarkt kontrollierte und nicht nur die Preise, sondern auch die Musikgenres diktierte. Eine massive Preiserhöhung 1939 liess die Radiosender reagieren und Musik von der konkurrenziellen BMI lizensieren. Die ASCAP musste sich öffnen.

Wie bringt man also diese 3 Geschichten zusammen und baut dabei eine emotionelle Botschaft ein?

  • Die heutigen Technologien bringen uns das kindliche Singen und Musizieren von damals in der Form des Remixes zurück. (Kinder erwecken Emotionen! Die eingespielten Mashups sind Prachtexemplare ihrer Art!)
  • Aus den heutigen Gesetzen zum Urheberrecht spricht genauso viel Menschenverstand wie aus denen, die damals in den USA den Landbesitz regelte.
  • Die Kriminalisierung unserer Kinder korrumpiert und unterhöhlt die Gesellschaft.
  • Konkurrenz bricht Monopole.

Schlussfolgerung: wir brauchen eine Konkurrenz zum Monopol der Urheber. Wir brauchen Creative Commons!

Aber:

  • Ist denn die Kultur des Singens und Musizierens wirklich verloren gegangen?
  • Was hat Remixen überhaupt mit Singen und Musizieren zu tun – sind das nicht zwei völlig unterschiedliche Tätigkeiten, die schon immer parallel existiert haben?
  • Was, wenn es unseren Kindern nicht um das kreative Remixen, sondern nur um das kostenlose Hören geht?
  • Kann man die Interessen von ein paar amerikanischen Farmern, deren Hühner angeblich beim Vorbeifliegen eines Jets aufflattern, mit den Interessen einer millionenschweren Industrie vergleichen, die ihre Felle davonschwimmen sieht? War die Entscheidung gegen die Landbesitzer wirklich durch gesunden Menschenverstand motiviert – oder vielleicht doch eine Entscheidung zugunsten der Stärkeren?
  • Wie geht man mit Leuten um, die Creative-Commons-Lizenzen brechen, um wirtschaftliche Vorteile zu erzielen? Darf man die auch Piraten nennen? Oder schlägt CC dafür ein anderes Wort vor?
  • Wenn man verhindern will, dass grosse Teile der Bevölkerung kriminalisiert werden, warum schafft man dann Urheberrechte nicht ganz ab (so wie dem Landbesitzer der Luftraum entzogen wurde)?

[via]

Sollten Gehälter offengelegt werden?

In An Manche on November 6, 2007 at 9:46

Confess

[Foto: Moche]

Auf die Frage Sollten Top-Manager ihre Gehälter offenlegen? hat der Chef des Münchner Ifo-Instituts Hans-Werner Sinngemäss geantwortet: „Besser nicht. Das bringt nur die Neider auf den Plan.“

Und dann

  • gehen erst die Manager weg (dahin wo sie für ungerechte Gehälter nicht beneidet werden)
  • und dann die Unternehmen (dahin wo die Manager sind)
  • und schliesslich die Arbeitsplätze (dahin wo die Unternehmen sind)

Aber stimmt das wirklich? Kostet Transparenz Arbeitsplätze? Ist das eine intelligente Lösung, unangenehme Wahrheiten einfach zu verschweigen oder zu vertuschen anstatt sie zu korrigieren?

Könnte es nicht auch sein, dass das Verschweigen die Phantasie der Mitarbeiter anstachelt und Zahlen erfinden lässt, die als ungerecht empfunden werden? Könnte die Offenlegung die Arbeitsatmosphäre nicht erheblich verbessern (siehe Business Week)?

Könnte es nicht auch passieren, dass dann Manager die Unternehmen führen, die mit gerechten Gehältern zufrieden sind? Führen die etwa die Unternehmen schlechter? Hängt der Erfolg eines Unternehmens überhaupt von so wenigen Personen ab?

Wie kommt es übrigens, dass Toyota das erfolgreichste Automobil-Unternehmen der Welt ist? Kann es auch damit zusammenhängen, dass der Vorstand dort durchschnittlich lediglich 260.000 Euro verdient?

Wie legt man eigentlich ein gerechtes Gehalt fest? Eine faszinierende Berechnung, basierend auf dem Goldenen Schnitt, findet sich bei Brandeins.

USA/Irak – wer verändert wen?

In An Jemanden on November 5, 2007 at 7:53
The Mask of Death
[Foto: chilipirate]

Die Amerikaner haben die Irak-Invasion auch damit begründet, den Irak in eine Demokratie zu verwandeln und damit die gesamte Region im Nahen Osten zu stabilisieren.

Vier Jahre später sind über 75000 Menschen gestorben, die meisten davon irakische Zivilisten.

Aber auch in den USA selbst gibt es beachtliche Kollateralschäden: Folterskandale, manipulierte Geheimdienstberichte, lügende Aussenminister, verwirrte Präsidenten, kriminelle Regierungsbeamte, Konzentrationslager, u.s.w. Und traumatisierte Rückkehrer, die ihr Leben lang mit ihren Erlebnissen zu kämpfen haben.

Wer also hat wen stärker verändert? Die Amerikaner den Irak? Oder die Iraker Amerika? Welche Signale hat Amerika gesendet? Was ist die Bilanz des Krieges: Gibt es jetzt in der Welt mehr oder weniger Demokratie als vorher?

Farb-Kartuschen-Kunst

In An Manche on November 4, 2007 at 8:16
Negativ
[Foto: Pixelspin]

Hat schon mal jemand die Farbkartuschen seines Druckers vertauscht – z.B. Magenta mit Schwarz und Gelb mit Cyan – und dann ein paar Bilder damit ausgedruckt?

Die Kartuschen meines Druckers waren eben noch leer. Ich habe sie gerade ausgewechselt. Aber mich wieder nicht getraut…

Lässt sich der gleiche Effekt auch künstlich, das heisst mit Programmen wie Photoshop simulieren? Könnte dabei so etwas ähnliches rauskommen wie auf dem Bild da oben?

Identitätsspuren

In An Mich on November 1, 2007 at 7:56
Fingerabdruck
[Foto: Debagel]

Identitätsspuren finden sich in der DNA eines Menschen und damit in seinen Haaren, in seinem Blut und in seiner Spucke. Identitätsspuren finden sich in der Stimme, in der Handschrift und im Klang eines Klavierstücks. Identitätsspuren finden sich auf Fotos, in Handlungsmustern und in Formulierungen.

Identitätsspuren erlauben es, mit recht grosser Wahrscheinlichkeit die Identität einer Person zu bestimmen. So kann man anhand der Handschrift herausfinden, ob zwei Briefe von der gleichen Person geschrieben wurden, ob eine Klavieraufnahme von einem bestimmten Pianisten stammt oder auch, ob ein Verbrechen in das Muster eines Serientäters passt.

Hinterlassen wir auch Identitätsspuren bei unseren Bewegungen im Internet? Damit meine ich nicht, dass die IP-Adresse auf eine Telekom-Kundennummer abgebildet oder ein Username einem Account zugeordnet werden kann, sondern vielmehr: versteckt sich hinter jedem Kommentar, den wir in einem Blog oder einem Forum hinterlassen, ein Stück von uns selbst, das dazu benutzt werden kann, unsere Identität zusammenzupuzzeln?